Zumindest eine gute Nachricht hatte das Statistische Bundesamt, das Anfang November 2014 die neuen Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlichte: Demnach haben die Deutschen zwar auch 2013 wieder zugenommen, doch dafür rauchen sie immer weniger.

Den Statistikern zufolge greift nur noch knapp ein Viertel der Bevölkerung regelmäßig zur Zigarette – und von den Rauchern qualmen nur noch 12 % mehr als eine Schachtel pro Tag. Ausschlaggebend dafür sind vermutlich mehrere Gründe: Die immer weiter steigenden Tabaksteuererhöhungen, immer weniger Zigarettenwerbung und die strikteren Rauchverbote. So verzeichnete insbesondere Nordrhein-Westfalen, wo das Rauchverbot erst kürzlich wieder verschärft wurde, einen Rückgang der Raucher: Von 29 % auf 25,9 % innerhalb der letzten acht Jahren.

E-Zigaretten auf dem Vormarsch

Die E-Zigarette wird immer beliebter in Deutschland (Quelle: © istock.com/Milacroft)

Die E-Zigarette wird immer beliebter in Deutschland (Quelle: © istock.com/Milacroft)

Was die Statistik jedoch nicht verrät: Längst nicht alle Menschen haben das Rauchen komplett aufgegeben. Sie sind einfach nur umgestiegen auf E-Zigaretten, die in den letzten Jahren einen großen Boom erlebt haben. Wie der Verband des E-Zigarettenhandels diesen Sommer bekannt gab, stieg der Umsatz innerhalb von vier Jahren von fünf auf 100 Millionen Euro – und soll sich bis Ende 2014 noch einmal verdoppeln. Auftrieb dürften den Freunden der E-Zigarette vor allem ein neues Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster von November 2014 geben: Demnach gilt das neue strenge Rauchverbot in NRW nicht für E-Zigaretten. Das OVG Münster bestätigte damit in zweiter Instanz ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Köln, gegen das die Stadt Köln Berufung eingelegt hatte. Eine weitere Revision ist nicht zugelassen. Geklagt hatte ein Kölner Gastwirt, der sich Ärger mit der Stadt eingehandelt hatte, weil er trotz Rauchverbotes den Genuss von E-Zigaretten in seinem Lokal erlaubte. Die Richter gaben dem Wirt Recht: Bei der E-Zigarette handelt es sich um das Verdampfen von nikotinhaltigen Liquids, bei denen jedoch kein Rauch erzeugt würde wie bei der Verbrennung von Tabakwaren. Damit gefährden E-Zigaretten-Konsumenten keine Dritten wie es Zigarettenraucher tun. Anlass der immer strikter werdenden Rauchverbote ist schließlich weit weniger der Schutz der Raucher vor sich selbst, sondern der Schutz Dritter vor dem Passivrauch, der vor allem bei Veranstaltungen und Konzerten und in Restaurants als ausgesprochen störend empfunden wird. Dass das Passivrauchen so gefährlich ist wie das Rauchen, stellten Forscher schon vor Jahren fest – und eine Studie aus dem australischen Brisbane war schon vor Jahren zu dem Schluss gekommen, dass Passivrauchen schädlicher sei als das eigentliche Rauchen. Beides gute Gründe für die strengen Rauchverbote überall dort, wo fremde Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

Umstieg auf E-Zigarette aus unterschiedlichen Gründen

Aus gesundheitlichen Gründen steigen viele Raucher auf die E-Zigarette um (Quelle: © istock.com/MilknCoffee)

Aus gesundheitlichen Gründen steigen viele Raucher auf die E-Zigarette um (Quelle: © istock.com/MilknCoffee)

Die gestiegene Rücksichtnahme auf Nichtraucher und das verschärfte Rauchverbot bei Zigaretten sind jedoch nur zwei der Gründe, warum immer mehr Menschen die E-Zigarette für sich entdecken. Viele nutzen sie auch, um sich langsam das Rauchen insgesamt abzugewöhnen und den Nikotingehalt der Liquids nach und nach zu senken. Schließlich ist eines der größten Probleme für Raucher das Gefühl der Unruhe, das sich einstellt, weil nicht mehr regelmäßig am Glimmstängel gesaugt wird. Viele greifen dann ersatzhalber zu Süßigkeiten und futtern sich schnell mehrere Kilo Übergewicht an – mit ähnlich gesundheitsschädlichen Folgen. Die E-Zigarette bietet jedoch das gleiche beruhigende Gefühl wie die Zigarette selbst, ohne dass dabei Schadstoffe inhaliert werden. Und viele Menschen genießen die vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, in denen Liquids erhältlich sind und die zuvor auch schon den orientalischen Shishas (Wasserpfeifen) in Deutschland zum Durchbruch verholfen hatten. Führende deutsche Anbieter auf dem E-Zigarettenmarkt bieten heute dutzende verschiedene Liquids vom klassischen Tabakgeschmack über unterschiedliche Früchte bis zu Cola- oder Cappuccino-Geschmack.

Was beim Gebrauch von E-Zigaretten zu beachten ist

Gegenüber dem herkömmlichen Zigarettenkonsum ist das Dampfen mit der E-Zigarette natürlich gesünder und vor allem rücksichtsvoller gegenüber den Mitmenschen. Auch der Alarmismus der Mediziner, die vor allen möglichen Gefahren warnen, kann getrost mit Skepsis betrachtet werden. Tatsächlich schält sich nach zahlreichen Studien weltweit allmählich die Erkenntnis heraus, dass beim Dampfen weit weniger Schadstoffe konsumiert werden und dass die E-Zigarette Nichtraucher gleich doppelt schützt: Einerseits weil der Dampf weit ungefährlicher ist als der Rauch, und andererseits, weil der Dampf nur kurz auf Knopfdruck freigesetzt wird, während eine Zigaretten minutenlang vor sich hin qualmt. Dennoch sollten E-Zigaretten-Nutzer im Hinterkopf behalten, dass weniger Schadstoffe noch lange nicht „gar keine Schadstoffe“ bedeutet – und Liquids nur selten und dafür ganz bewusst genießen. So wie überhaupt alle Genussmittel konsumiert werden sollten, damit der Körper keinen Schaden nimmt.

Wie die E-Zigarette funktioniert

Die moderne elektrische Zigarette wurde 2004 von Hon Lik in der chinesischen Hauptstadt Beijing entwickelt und später patentiert. Die von ihm entwickelte Marke Ruyan kam 2006 nach Europa und 2007 nach Nordamerika, wo sie schnell Nachahmer fand. Das Funktionsprinzip der modernen E-Zigarette wird zum Beispiel in diesem Video gut erklärt. Dabei ist es jedem selbst überlassen, welche Marke und welches Modell er ausprobiert. Einsteiger können es auch erst einmal mit einer Einweg-E-Zigarette für wenige Euro ausprobieren, um zu sehen, ob das Dampfen überhaupt etwas für sie ist. Ein vollständiges Einsteiger-Set von renommierten Herstellern wie Joyetech mit wieder aufladbarer E-Zigarette mit mehreren Ersatzmundstücken und Ladekabel ist dann der nächste Schritt. Gut haben es die Hamburger, denn sie können das erste Ladengeschäft des Internethändlers Mr Smoke in Barmbek besuchen und sich persönlich zum Thema E-Zigarette beraten lassen. Der E-Zigaretten-Boom wird jedoch sicher auch bald zur Eröffnung weiterer spezialisierter Läden in Deutschland mit ausführlicher, professioneller Beratung führen. Aber auch Kioske und Shisha-Läden führen manchmal Liquids und Einweg-E-Zigaretten, sodass zumindest Nachschub auch beim normalen Shopping gesichert ist. Besonders groß ist das Angebot natürlich im Internet, wo selbst Handelsriesen wie Amazon schon auf den Zug aufgesprungen sind.

Die App zum eigenen Rauchverhalten

Die App für die E-Zigarette (Quelle: Screenshot von der MrSmoke App)

Die App für die E-Zigarette (Quelle: Screenshot von der MrSmoke App)

Dass E-Zigaretten am besten nur in Maßen genossen werden, wurde bereits erwähnt. Wer das eigene Rauchverhalten auf den Prüfstand stellen will, kann dies heute ganz bequem per App tun: Der Marktführer Mr Smoke bietet mit der eCom BT die erste E-Zigarette, die mit einer App kombiniert wird. Die App führt dann Buch darüber, wie häufig und wie viel der Nutzer Liquids konsumiert – so ist es leichter, die Notbremse zu ziehen und den eigenen Konsum zu reduzieren, um die eigene Gesundheit nicht zu schädigen. Die App misst auch einen weiteren Vorteil der E-Zigarette gegenüber der herkömmlichen Fluppe: Sie spart auf Dauer richtig Geld. Zwar liegen die Anschaffungskosten für das Einsteiger-Set zunächst höher, doch die Liquids sind wesentlich günstiger als Zigaretten. Schon nach einigen Wochen haben sich die Anschaffungskosten amortisiert und der „Dampfer“ spart richtig Geld.

 

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Screenshot von der MrSmoke App

 

 

 

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