In Trier hatte das Badewesen einen hohen Stellenwert im römischen Reich

Trier, in der Römerzeit Augusta Treverorum genannt, war in der Spätantike die größte Stadt jenseits der nördlichen Alpen. Die Stadt war im römische Reich für seine einzigartigen Thermen und Bäderanlagen berühmt. Diese Thermenanlagen veranschaulichen sehr deutlich, wie raffiniert die großen Badeanlagen gestaltet wurden. Die guterhaltenen Ruinen der damals prächtigen Kaiserthermen stehen heutzutage kulturinteressierten Menschen für eine Besichtigung offen. Viele Touristen, die in Trier an der Mosel verweilen, besuchen diese kulturellen Stätten. Weitere sehenswerte Relikte der Hygiene und Badekultur im römischen Reich sind die Barbarathermen sowie die Thermen am Viehmarkt. Im Sommer finden im Bereich der Kaiserthermen Veranstaltungen und Theateraufführungen statt. Trier wurde aufgrund der sehenswerten römischen Relikte im Jahre 1986 zum UNESCO-Welterbe der Römischen Baudenkmäler ernannt.

Hygiene im römischen Reich: Die Bäderanlage in Trier (Kaisertherme)

Hygiene im römischen Reich: Die Bäderanlage in Trier (Kaisertherme)

Entwicklungsgeschichte antiker Bäderanlagen

Die Begriffe Mesopotamien, Griechenland, römisches Reich stehen für den Beginn einer Badekultur, deren Hygienerituale sich bis heute in die Neuzeit ausgedehnt haben. Bereits 4.600 v. Chr. dokumentieren historische Funde (Badewannen aus Ton) im Umfeld von Euphrat und Tigris die Anfänge antiker Badekultur in Mesopotamien. Die alten Griechen (400 – 146 v. Chr.) entwickelten die Badekultur stetig fort, indem sie die Bäder und Thermen mit Zu- und Ableitungen sowie Fußbodenheizungen ausstatteten. Die öffentlichen Thermen und Badehäuser waren nicht ausschließlich für die Reinigung und Hygiene vorgesehen, sondern dienten außerdem der Gesundheitspflege und sorgten für Entspannung und Wohlbefinden. Sie waren gesellschaftlicher Treffpunkt und Ausdruck des funktionierenden sozialen Lebens. Dies alles schaffte die Grundlage für die Weiterentwicklung des Badewesens im römischen Reich (150 v. Chr. – 400 n. Chr.), die sich als wahre Meisterleistung der Badekultur erwies.

Römisches Reich im Zentrum der Badekultur und Hygiene

Aus den eher kleineren und offenen Bädern der griechischen Epoche entstanden kunstvoll ausgestattete Badeanlagen, die mit der Zeit immer pompöser ausgestattet wurden, denn die Römer liebten Reinigung, Hygiene und wohltuende Badezeremonien. In der späteren Kaiserzeit des römischen Reiches wurden die größeren und mit viel Luxus ausgestatteten Thermen gebaut, von denen die antiken Bäder in Trier erzählen können. Die Badehäuser der Spätantike waren sehr prachtvoll ausgestattet. Die Wände waren mit kunstvollen Mosaiken bestückt und die Decken oft goldverziert. Die Wände wurden aus gebrochenen Steinen, teilweise aus Backsteinen errichtet. Die Dachkonstruktionen, aus denen der Dampf entweichen konnte, waren aus Holz. Das Licht drang durch Fenster, Lichtschächte oder Glasmosaiken ins Innere des Badehauses ein. Im Umfeld dieser mondänen Badehäuser wurden Sport- und Spielstätten, Lokale und Läden errichtet. Man traf sich häufig mit Freunden, politischen Weggenossen oder mit Geschäftspartnern in den Thermen, um Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen.

Hygienische Baderituale im römischen Reich

Die Badehäuser waren nicht nur den Männern vorbehalten, auch Frauen hatten in späterer Zeit in getrennten Bereichen oder mit speziellen Zeitvorgaben Zugang zu den Bädern. Das römische Badewesen stellte durch imposante Aquädukte die Wasserversorgung sicher. Das typische römische Badehaus verfügte über einen Raum zum Schwitzen, einen Wärmeraum, verschiedene Warmwasser- und Kaltwasserbecken sowie Umkleideräume. Mit aus Ziegenfett und Asche gekochter Seife, Handtuch und Holzpantoffeln ging man ins Bad. Zuerst besuchte man das Frigidarium (Kaltwasserbad). Es war damals üblich, sich vorher sportlich etwas aufzuwärmen. Anschließend folgte der Gang ins Tepidarium, dem mäßig angewärmten Baderaum, in dem es Sitzbänke und auch ein Warmwasserbecken gab. Danach wurde im Caldarium, einem heißen Raum (mindestens 50° C), kräftig geschwitzt, bevor im kalten Bad die römische Badezeremonie ihren Abschluss fand. Masseure und Friseure boten in den Thermen den Erholungssuchenden ihre vielfältigen Dienste an.

Antike Badekultur als Vorbild für hochwertige Wellnessansprüche

Die Ursprünge der europäischen Badekultur sind bereits in der frühen Antike zu finden. Die römischen Reinigungsrituale wurden in der Neuzeit aufgegriffen und entsprechend weiterentwickelt. Großartige Wellnesseinrichtungen, moderne Badetempel und zahlreiche Saunabetriebe sorgen dafür, dass unser Wohlbefinden gesteigert und unser körperliches und seelisches Wohlbefinden wieder in Balance gebracht wird. Die positiven Wirkungen auf Körper und Geist der antiken Badekultur wissen die Menschen in einer von Terminen und Leistungsdruck geprägten Zeit zu schätzen. Das Bad ist bis heute ein Ort der Körperpflege, Entspannung und Hygiene. Das gilt im privaten genauso wie im öffentlichen Bereich. Der einzige Unterschied ist darin zu finden, dass die Bäder heute an die technischen und hygienischen Standards angepasst wurden.
Bildquelle: bigstock ID 38707753 by travelpeter

Kommentare (1)

Schreibe einen Kommentar

Deine eMailadresse wird nicht veröffentlicht.