Trier: 40.000 Menschen in der Region können kaum lesen und schreiben

In Deutschland kann jeder zehnte Deutsche nicht richtig lesen und schreiben. Diese Menschen zählen allgemein zu der Gruppe der „funktionalen Analphabeten“. In Trier und der Region sind 40.000 Menschen betroffen. Der Bund hat auf diese Zahlen in den letzten Monaten reagiert und ein bundesweites Modellprojekt zur Alphabetisierung ins Leben gerufen, das in dieser Woche in Trier gestartet ist.

Obwohl Deutschland zu den reichsten Industrieländern der Erde gehört, können immer noch zehn Prozent der deutschen Bevölkerung nicht richtig lesen und schreiben. Diese werden allgemein zur Gruppe der „funktionalen Analphabeten“ gezählt. Auch in Trier und der Großregion sind tausende Menschen von dieser Schwäche betroffen. Insgesamt könnten es wohl alleine in der Großregion Trier 40.000 Menschen sein, die nicht richtig lesen und schreiben können. Der Bund hat in den letzten Wochen ein Konzept ausgearbeitet, um diese Menschen wieder zu alphabetisieren. Dieses Modellprojekt, das bundesweit betrieben wird, ist in dieser Woche auch in Trier gestartet. 500.000 Euro Bundesmittel hat die Volkshochschule Trier als eines von 20 bundesweiten Projekten erhalten, um Arbeitnehmer, die nicht oder nicht richtig lesen und schreiben können, zu fördern. Unter dem sperrigen Begriff „arbeitsplatzorientierte Alphabetisierungs- und Grundbildung“ wird bis August 2015 in Trier versucht, das Umfeld von Analphabeten anzusprechen und zu informieren.

Motivation und Umgang steht im Vordergrund

Das Modellprojekt des Bundes soll vor allem die Mitmenschen der funktionalen Analphabeten schulen. Betriebsräte und Vorstände von Sportvereinen in Trier sollen im Umgang mit dieser Schwäche geschult werden. Sie sollen in Zukunft lernen, wie man mit einem Analphabeten richtig umgeht und diesen motivieren kann, an Kursen teilzunehmen. Niemand in Deutschland muss sich in das Schicksal des Analphabetismus ergeben.

Projektleiter Rudolf Hahn hat hochgerechnet, dass alleine in Trier 10.000 Menschen nicht richtig lesen oder schreiben können – und über die Hälfte davon steht laut einer bundesweiten Studie im Berufsleben. „Und die Zeit der einfachen Tätigkeiten, in denen man nicht lesen oder schreiben muss, ist vorbei“, sagt Hahn. In Trier besuchen nur 50 Analphabeten anerkannte Kurse. Die restlichen scheinen nicht den Mut aufzubringen, sich gegen die Lese- und Schreibschwäche zu wehren. Dies soll sich mit der neuen Initiative der Bundesregierung zukünftig ändern.

Die Bundesregierung stellt 20 Millionen Euro für eine Kampagne, „Lesen und schreiben – mein Schlüssel zur Welt“, bereit. Am 14. November wird in Trier als einer von sechs deutschen Städten dazu eine Ausstellung mit einer Fachtagung eröffnet.

Zur Zeit keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine eMailadresse wird nicht veröffentlicht.