Innenstadt Trier Altstadt
In unserer neuen Rubrik „Trier erkunden“ stellen wir in verschiedenen interessanten Touren die Sehenswürdigkeiten und Kulturgüter der ältesten Stadt Deutschlands vor. Kommen Sie mit uns auf die Reise in die Zeit der Römer und erkunden die Stadt und ihre Umgebung auf eigene Faust. Zu den einzelnen Stationen verlinken wir auf interessante Artikel auf trier.com, unter denen Sie sich bei Interesse weitere Infos einholen können! Viel Spaß auf der Trier Tour. Bitte folgen Sie mir…

Dauer: ca 2 Stunden (1 Stunde reiner Fußweg)
Schwierigkeitsgrad: Leicht, Barrierefrei
Distanz in km: 4km

Stadtrundgang in Trier „Trier erkunden“

Die Moselstadt Tier hat neun Sehenswürdigkeiten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und kann wunderbar zu Fuß erobert werden. Trier gilt aber auch als Verkehrs-Hotspot zwischen dem Saarland und Luxembourg. Die Parkplatzsuche kann sich schwierig gestalten. Obwohl es verlockend erscheint, die Stadt durch die legendäre Porta Nigra zu betreten, lohnt es sich deshalb, mit dem Stadtrundgang etwas außerhalb beim Amphitheater zu beginnen. Dort findet man fast immer einen Parkplatz! Wer mit der Bahn in der Stadt ist, kann vollkommen unproblematisch die umgekehrte Reihenfolge wählen.

STARTPUNKT der Tour: Das Amphitheater

Amphitheater in Trier

Amphitheater in Trier

Das Amphitheater liegt außerhalb der Altstadt am Petrisberg. Die Römer erbauten es im zweiten Jahrhundert, und es bot Platz für 18.000 bis 20.000 Besucher. Der römische Kaiser war oft persönlich in Trier, um hier den Gladiatoren zuzujubeln. Trier galt selbst für römische Verhältnisse als eine außergewöhnlich reiche Stadt. Deshalb lohnte sich auch der Bau dieses kostspieligen Theaters. Die Bauherren nutzten dafür die natürliche Hanglage am Petrisberg. Er wurde nur stellenweise abgetragen und gegenüber wieder aufgeschüttet.

Das Theater war unterkellert, und noch heute kann man durch die Gänge in jene unterirdischen Steinkammern gehen, in denen früher Menschen und Tiere auf ihren Einsatz und ihren Tod warteten. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reichs wurde das Theater zum Steinbruch: Die Trierer versorgten sich hier beim Bau ihrer Häuser mit dem Baumaterial. So verschwanden zahlreiche historische Steinquader.
Im Amphitheater finden regelmäßig Veranstaltungen statt, und wer es wünscht, kann sich – zumindest im Sommerhalbjahr – von einem Gladiator durch das Theater führen lassen und die Geschichte so besonders hautnah erleben.

Nur 700 Meter vom Theater entfernt kommt der Besucher zu den Kaiserthermen. Dazu geht man Richtung Stadtmitte die Olewiger Straße entlang. Der kurze Spaziergang dauert keine zehn Minuten, dann liegen zur rechten Seite die Thermen. Ihre typischen, 19 Meter hohen Mauern mit den beeindruckenden Rundbögen erkennt man schon von Weitem.

Die Kaiserthermen

Kaiserthermen in Trier

Kaiserthermen in Trier

Die Kaiserthermen galten in der Spätantike als Sensation, denn sie gehörten zu den größten im gesamten römischen Reich. Dabei wurden die Bauarbeiten nie ganz abgeschlossen. 367 nach Christi begannen die Römer außerdem, die Thermen grundlegend umzugestalten. Kaiser Flavius Valentinianus suchte als Christ eine neue Verwendung für die Anlage, da das Christentum Badeanstalten dieser Art ablehnte.

Ausgrabungen deuten darauf hin, dass damals aus einem Ort der Lust und der Lebensfreude eine Kaserne wurde, in der man zahlreiche Reiter und Pferde unterbringen konnte. Aus dem großflächigen Caldarium, in dem früher die Heizungsanlage für die Thermen untergebracht war, wurde ein Exerzierplatz oder möglicherweise sogar eine frühchristliche Basilika. Ein Modell, das dank der Ausgrabungen erstellt werden konnte, zeigt, dass die Kaiserthermen in ihrer Glanzzeit eine prunkvolle und sehr weitläufige Anlage gewesen sein müssen.

Als das Römische Reich nicht mehr bestand, wurde aus dem Komplex eine Burg. Später wurde sie Teil der Stadtmauer und ein Kloster. Erst im 19. Jahrhundert begann man mit den Ausgrabungen und mit der Freilegung der ursprünglichen römischen Anlage.
Heute finden in den Kaiserthermen regelmäßig Veranstaltungen und Führungen statt.

Tipp: Die größten Thermen ihrer Zeit liegen ebenfalls in Trier: Die Barbarathermen direkt an der Mosel. Sie waren viele Jahre wegen Ausgrabungsarbeiten gesperrt. Seit 2015 können die Ausgrabungen von einem Steg aus bewundert werden.

Die Konstantin-Basilika

Kurfürstliches Palais und die Basilika in Trier

Kurfürstliches Palais und die Basilika in Trier

Nördlich der Kaiserthermen liegt der einstige Palastgarten, in dem es heute noch grünt und blüht. Unmittelbar daneben befinden sich das Kurfürstliche Palais und die Konstantin-Basilika. Der Besucher erreicht die nur 150 Meter entfernte Basilika über einen idyllischen, kurzen Spazierweg, der zwischen den Thermen und dem Palastgarten angelegt wurde. Die Basilika war einst der Thronsaal von Kaiser Konstantin und gilt heute als der größte Einzelraum, der aus der Antike bis heute überlebt hat.

Die Halle ist so groß, dass das Echo sieben Sekunden braucht, um zu antworten! Ursprünglich hieß das Gebäude Aula Palatina, es ist 27,2 Meter breit, 33 Meter hoch und 67 Meter lang. Die Fenster und Nischen werden zur Mitte hin kleiner. Dadurch entsteht ein optischer Effekt, der die Halle noch mächtiger wirken lässt.
Als die Aula ihre Blütezeit erlebte, hatte sie Fußbodenheizung und war mit aufwändigen Mosaiken und zahlreichen Statuen ausgeschmückt. Der Besucher kann heute nur noch erahnen, mit welcher Pracht sich der Kaiser in den ersten Jahrhunderten nach Christi dort umgeben hat. Hier gab er Empfänge und hielt rauschende Feste.

Das Gebäude prägt dank seiner enormen Größe bis heute das Stadtbild von Trier. Dabei ist die Geschichte dieses Hauses von zahlreichen Zerstörungen geprägt. Ihr Name „Basilika“ ist außerdem verwirrend. Dieser Begriff entstand erst im 19. Jahrhundert und ist auf ein Loblied auf Kaiser Konstantin zurückzuführen, dass der Heimatdichter Johannes Steiner geschrieben hatte. Der Baustil hat nichts mit einer klassischen Basilika zu tun.
Während der Völkerwanderung von den Franken wurde der einstige Thronsaal des römischen Kaisers zerstört. Der Bischof von Trier wurde schließlich im frühen Mittelalter Besitzer der Ruine. Er ließ die Reste zum größten Teil abreißen und eine Bischofsresidenz erbauen. Erst im 19. Jahrhundert wurde in einem Neubau das römische Original rekonstruiert. Er ging anschließend „auf ewige Zeiten“ an die evangelische Kirche über. 1944 wurde die Kirche bei einem amerikanischen Luftangriff in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Wiederaufbau konnte die Kirche 1956 neu eingeweiht werden.

Der Platz vor der Konstantinbasilika wurde 1981 neugestaltet. Er hat verschiedene Ebenen, und inzwischen abgerissene Gebäude sind auf dem Platz eingezeichnet. Der Konstantinplatz ist heute ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.
Vom Konstantinplatz aus führt die kleine Straße „An der Meerkatz“ direkt zur Liebfrauenkirche, dem Trierer Dom. Der Spaziergang dauert nicht mehr als drei Minuten.

Die Liebfrauenkirche und der Dom von Trier

Liebfrauenkirche in Trier (Trierer Dom)

Liebfrauenkirche in Trier (Trierer Dom)

 

Die Liebfrauenkirche und der Dom St. Peter liegen dicht nebeneinander und stellen das Zentrum der Altstadt von Trier dar. Die Liebfrauenkirche gehört außerdem zu den bedeutendsten frühgotischen Zentralbauten Deutschlands. Ursprünglich war an dieser Stelle eine Kirchenanlage, die von Kaiser Konstantin dem Großen im dritten Jahrhundert erbaut worden war. Ca. 300 n. Chr. begann man mit dem Bau des Doms, der deshalb das älteste Gebäude Deutschlands ist.

Die Kirche, die vor der Liebfrauenkirche ursprünglich dem Dom stand, wurde 1100 n. Chr. so baufällig, dass man sie abriss. Die römischen Fundamente blieben jedoch erhalten. Der Erzbischof von Trier ließ für den Bau der neuen Liebfrauenkirche Baumeister und Steinmetze aus Frankreich einreisen, die die Geheimisse der gotischen Baukunst kannten. Im 15. Jahrhundert wurde der Turmbau erweitert. Die damals entstandene beeindruckende Spitze wurde jedoch bei einem Jahrhundertsturm im Jahr 1631 wieder zerstört.

Das Bistum von Trier ist der älteste katholische Bischofssitz Deutschland, und der Dom ist von der Pracht vergangener Zeiten geprägt. Immer wieder setzten Trierer Bischöfe eigene Akzente, veränderten die Liebfrauenkirche nach ihrem oder nach dem Geschmack der Zeit. Im 18. Jahrhundert entstand so unter Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck die am Ost-Chor angefügte „Heiltumskammer„. Hier wird die kostbare Reliquie des Doms – der Heilige Rock (auch „Heilig Rock“ genannt)– aufbewahrt.

Der Heilige Rock soll Jesus gehört haben. Die Römer zogen Jesus vor der Kreuzigung aus und teilten die Kleider unter sich auf. Die Mutter von Konstantin dem Großen – die Heilige Helena – erwarb einen Rock als Reliquie und brachte die Kostbarkeit nach Trier. Der Heilige Rock ist deshalb sowohl ein Erbe aus römischen als auch aus frühchristlichen Zeiten und für Trier von enormer Bedeutung und Symbolkraft. Der Heilige Rock liegt in einem Schrein, der nur in unregelmäßigen Abständen geöffnet wird, damit Fachleute die Reliquie überprüfen können. In besonderen Kirchenjahren wird der Heilige Rock in einer Vitrine ausgestellt. Zuletzt geschah dies im Jahr 2012.
Tipp: Hinter der Liebfrauenkirche liegt das „Museum am Dom“ mit Ausstellungen zur Geschichte des Bistums. Besonders interessant sind die ausgestellten Konstantinischen Deckenmalereien, die bei Ausgrabungen in drei Meter Tiefe unter der Liebfrauenkirche gefunden wurden. Zehn Jahre lang setzten Forscher 30.000 Puzzle-Teile zusammen und erweckten so ein antikes Gemälde zum Leben. Es zeigt ausschließlich unchristliche Motive wie Eros und Psyche und schildert mehrere erotische Situationen. Offenbar hatte Kaiser Konstantin beim Bau der frühkirchlichen Anlage einen Teil seiner ehemaligen Palasträume oder das Wohnhaus eines reichen Römers einfach überbaut.

Vom Domfreihof – dem Platz, der vor dem Dom liegt – führt die kurze Sternstraße direkt zum Hauptmarkt. Wenn man dort nach rechts in die Simeonstraße blickt, sieht man bereits die Porta Nigra, die nur ca. 600 Meter entfernt die Altstadt abgrenzt. Man hat das weltberühmte Tor in zehn Minuten mit einem kurzen Spaziergang durch die Fußgängerzone erreicht.

Die Porta Nigra

Die Porta Nigra in Trier

Die Porta Nigra in Trier

Der Name Porta Nigra stammt aus dem Mittelalter, als die Trierer für das schwarze Tor einen passenden Namen suchten. Ursprünglich hieß das Gebäude Mars-Tor. Es ist aus Sandstein erbaut, der im Laufe der Jahrhunderte nachdunkelte und dem Tor schließlich die bekannte dunkle Farbe gab.
Die Porta Nigra wurde 180 nach Christi aus 7200 Steinquadern von den Römern als nördliches Stadttor erbaut. Benannt wurde es nach Mars, da die Römer durch dieses Tor gingen, wenn sie in den Krieg zogen. Die Behauptung, bereits die Römer hätten dieses Tor als Schwarzes Tor bezeichnet, weil hier nach den Schlachten die Trauer in Trier einzog, ist eine Legende.

Forscher gehen heute davon aus, dass das Tor kein Teil einer Stadtmauer oder eines Verteidigungswalls war, sondern eher als repräsentatives Projekt eingestuft werden muss, mit dem der Kaiser seinen Reichtum darstellen wollte. Das Gebäude wurde nie völlig fertig. Nachdem sich im Mittelalter der Mönch Simeon in dem Tor einmauern ließ und später als Heiliger Simeon in die Kirchengeschichte einging, wurde das Tor Teil einer Kirchenanlage.

Der Heilige Simeon wurde in dieser Kirche beigesetzt. Erst unter Napoleon wurden die kirchlichen Auf- und Zubauten wieder abgetragen, da die Antike unter Napoleon einen neuen Stellenwert erhielt. Nur den unteren Teil der einstigen Apsis ließ man stehen. Auch der frühere Orgelraum oberhalb des Tors ist bis heute deutlich zu erkennen.
Seit 1989 ist das Tor zusammen mit acht weiteren römischen Gebäuden in Trier UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt Trier organisiert am Tor regelmäßig Erlebnisführungen, bei denen den Gästen „Das Geheimnis der Portra Nigra“ von Schauspielern vorgetragen wird. Seitlich der Porta Nigra ist heute das Fremdenverkehrsamt der Stadt Trier untergebracht. Das alte Tor gilt nun als das zentrale Informationszentrum für alle, die sich über die römische Geschichte der Stadt informieren wollen.
Tipp: Wer noch mehr Rom in Trier erleben möchte, braucht nur durch die Fußgängerzone bis zur Brückenstraße zu wandern. Nach weiteren zehn Minuten Fußweg ist er an der Mosel und der historischen Römerbrücke. Dieser Brücke kann die Stadt ihre Entstehung verdanken, denn sie war das erste Gebäude, das die Römer hier an der Mosel erbauten. Aus der Brücke wurde in kurzer Zeit ein Knotenpunkt für Soldaten, Truppen und Händler.Sie entstand bereits 17 vor Christi – und noch im gleichen Jahr erteilte Kaiser Augustus den Auftrag, das umliegende Land zu vermessen, damit er die Provinzstadt „Augusta Treverorum“ erbauen konnte.

Die heutige Steinbrücke stammt aus dem Jahr 144 nach Christi und wurde bis heute kaum verändert. Wer hier geht, weiß: Auf genau den gleichen Pfaden wandelten vor 2000 Jahren die alten Römer. Sie blickten genau wie wir heute über das romantische Tal der Mosel, träumten von Wein und einem friedlichen Leben an einem der schönsten Orte Europas.

Bildquelle:

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