Innenstadt Trier Altstadt
In unserer neuen Rubrik „Trier erkunden“ stellen wir in verschiedenen interessanten Touren die Sehenswürdigkeiten und Kulturgüter der ältesten Stadt Deutschlands vor. Kommen Sie mit uns auf die Reise in die Zeit der Römer und erkunden die Stadt und ihre Umgebung auf eigene Faust. Zu den einzelnen Stationen verlinken wir auf interessante Artikel auf trier.com, unter denen Sie sich bei Interesse weitere Infos einholen können! Viel Spaß auf der Trier Tour. Bitte folgen Sie mir…

Dauer: ca 70 Minuten (40 Minuten reiner Fußweg)
Schwierigkeitsgrad: Leicht, Barrierefrei
Distanz in km: 2km

In die Altstadt durch die Porta Nigra

Die Porta Nigra in Trier

Die Porta Nigra in Trier

Es ist ein besonderes Gefühl, die Altstadt von Trier durch die mächtige Porta Nigra zu betreten. Ein schützendes Stadttor im klassischen Sinne war das Tor nie. Als es die Römer 180 n. Chr. erbauten, war es ein Prunktor, ähnlich einem Triumphbogen. Trotzdem zogen die Soldaten durch dieses Tor in das Umland, wenn sie ihre Garnisonsstadt „Augusta Treverorum„, wie Trier damals hieß, verteidigen mussten. Deshalb war es ursprünglich nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt und hieß „Porta Martis„. Den Namen „schwarzes Tor“ (Porta Nigra) erhielt es erst im Mittelalter, als die 7200 Quader Sandstein, aus denen es erbaut wurde, immer dunkler wurden.
Die Entstehungsgeschichte des Tors ist teilweise an Markierungen an den westlichen Mauern nachzuvollziehen. Die römischen Steinmetze haben dort ihre Zeichen und einige Daten hinterlassen. Das Tor wurde nie ganz fertig, weil dem römischen Kaiser Mark Aurel das Geld ausging.
Die Porta Nigra erlebte im Mittelalter einen gewaltigen Wandel. 1028 kam der Mönch Simeon aus Sizilien nach Trier. Er hatte bereits 25.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, und wollte nun in Trier nur noch beten. Deshalb ließ er sich im Tor einmauern. Nach seinem Tod wurde er im Tor beigesetzt und heiliggesprochen. Kurz darauf wurde die Porta Nigra unter Erzbischof Poppo in eine Kirche umgewandelt. Erst unter Napoleon wurde die Kirche zum größten Teil wieder abgetragen und das antike Tor wiederhergestellt.
Die oberen Stockwerke des Tors können über eine Wendeltreppe erreicht werden. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick über die Trierer Altstadt und kann die nächsten Ziele des Stadtrundgangs bereits aus der Ferne erkennen.

Das Mittelalter lässt grüßen: Das Simeonstift

Direkt neben der Porta Nigra liegt das Simeonstift, das zu Ehren des Heiligen Simeon zu Beginn des 11. Jahrhunderts erbaut wurde. Heute sind hier das Stadtmuseum und das Fremdenverkehrsamt untergebracht. Durch einen kleinen Torbogen betritt man den Brunnenhof, der fast unverändert die Jahrhunderte überstanden hat. Hier finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt. Im Stadtmuseum in den oberen Stockwerken erfährt man alles Wissenswerte über die Entwicklung der Stadt Tier. Es gibt mehrere Sammlungen, in der alle Epochen vertreten sind.

Das Dreikönigenhaus: sicher ist sicher

Dreikönigenhaus zwischen Porta Nigra und Hauptmarkt

Dreikönigenhaus zwischen Porta Nigra und Hauptmarkt

Wer von der Porta Nigra über die Simeonstraße stadteinwärts schlendert, bewegt sich in eine typische Fußgängerzone der Altstadt. Nur 100 Meter weiter beeindruckt jedoch bereits das Dreikönigenhaus! Es wurde im Mittelalter erbaut und hat alle Unruhen bis heute überlebt. Auffallend ist seine kunstvolle Fassade mit einer Eingangstüre in der Höhe des ersten Stocks. Der Grund: Die Tür wurde aus Sicherheitsgründen so hochgelegt, dass man das Haus nur über eine Leiter erreichen konnte. Bei Gefahr zogen die Bewohner die Leiter kurzerhand ins Haus. Das Gebäude ist für Besucher geschlossen, im Erdgeschoss gibt es allerdings ein Café.

Die Pracht der Jahrhunderte – der Hauptmarkt der Altstadt

Innenstadt Trier

Innenstadt Trier

Die Simeonstraße endet am Hauptmarkt, dem zentralen Platz der Altstadt. Über die ca. 300 Meter lange Strecke vom Dreikönigenhaus zum Hauptmarkt wird Trier immer lieblicher und romantischer. Alte Fachwerkhäuser und vornehme Bürgerhäuser reihen sich aneinander. Die ganze Schönheit Triers offenbart sich schließlich am Hauptmarkt, der von würdevollen alten Bauten umgeben ist, die aus den unterschiedlichsten Epochen stammen. Einige blieben im Zweiten Weltkrieg erhalten, andere wurden nach Kriegsende nach alten Plänen wieder liebevoll neu errichtet. Dazu gehört die Steipe, ein riesiges gotisches Gebäude, das 1430 erbaut und im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde. Nach 1968 wurde das mächtige Haus nach Originalplänen wiederaufgebaut. Die Steipe, die nach dem Trierer Wort „Stypen“ (Pfeiler) ihren Namen hat, war lange das offizielle Gebäude der Stadt.

Im Erdgeschoss tagte das Gericht, im ersten Stock war der Sitz des Zenders, dem Polizeichef. Darüber lagen die Gasträume, in denen die Stadt- und Ratsherren feierten. Später wurde es ein international bekanntes Hotel. Heute ist dort ein Spielzeugmuseum untergebracht. Außerdem benutzt Trier die Festsäle als offizielle Empfangsräume.
Gleich neben der Steipe ist das „Rote Haus„, das ebenfalls nach dem Krieg wieder neu erbaut wurde. Ursprünglich entstand es im 17. Jahrhundert in der auslaufenden Renaissance. Im Süden des Platzes sprudelt der Petrusbrunnen bereits seit 1594, und in der Mitte erhebt sich das Marktkreuz auf einer alten römischen Säule, die früher als Pranger diente. Das Marktkreuz auf der Säule ist nur eine Kopie – das Original ist im Stadtmuseum im Simeonstift zu bewundern.
Wenn man vom Hauptmarkt in die kurze Sternstraße blickt, erkennt man am Ende bereits die mächtigen Mauern des Doms. Nur wenige Schritte, und man hat nach 50 Metern das nächste Baudenkmal der Stadt erreicht: den Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche.

Der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche

Liebfrauenkirche in Trier und der Trierer Dom

Liebfrauenkirche in Trier und der Trierer Dom

Der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche liegen direkt nebeneinander. Der Trierer Dom ist 1700 Jahre alt und gilt als das älteste Bauwerk Deutschlands, die Liebfrauenkirche entstand ebenfalls auf den Resten einer urchristlichen Kirche der Römerzeit.

Bereits 270 n. Chr. gab es in Trier eine frühchristliche Gemeinde. 311 n. Chr. gewährte Kaiser Konstantin den Christen Religionsfreiheit – und der Bau des Doms wurde begonnen. Für die allerersten Bauten benützte man offenbar schwere Säulen. Als der Dom 1614 erneuert wurde, fanden die Steinmetze unter dem Fußboden Bruchstücke einer großen Granitsäule. Diese Fundtücke liegen heute teilweise vor dem Haupteingang des Doms und teilweise im Hof zwischen dem Dom und der Liebfrauenkirche. Die Trierer haben keinen Plural für diese Steine und nennen sie „Domstein„.

Legenden rund um den Dom

Sie erzählen sich allerlei Legenden darüber. Man konnte errechnen, dass die Säulen ursprünglich zwölf Meter hoch waren und stolze 65 Tonnen wogen. Der Dom und die Liebfrauenkirche wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert und umgebaut. Das älteste Bild, das im Dom bis heute erhalten blieb, ist das Tympanon am Südportal, das den Dom mit der Liebfrauenkirche verbindet. Dieses Relief entstand wahrscheinlich 1180. Die Stuckarbeiten im Gewölbe des Westchors stammen dagegen aus der Zeit des Barock. Außerdem sieht man überall Statuen und Bilder der Heiligen Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin, die für Trier und den Dom eine so wichtige Rolle gespielt hat.
In der Krypta des Doms ist der Domschatz aufbewahrt, zu dem auch mehrere Reliquien gehören, unter ihnen der Kopf der Heiligen Helena. Sie soll das Kreuz Christi und seine letzte Kleidung gefunden haben, die ihm die Römer vor der Kreuzigung abnahmen. Ein Bekleidungsstück – der Heilige Rock – kam nach Trier. Er ruht nicht in der Krypta. Dieser wertvollen Reliquie wurde am Scheitel des Ostchors eine eigene Kapelle erbaut.
Vor dem Dom liegt die Liebfrauenstraße, die in der kleinen Gasse „An der Meerkatz“ endet. Über diesen Weg gelangt man zum 150 Meter entfernten Konstantinplatz mit seiner mächtigen Konstantinbasilika.

Zeugnis des alten Roms: Die Konstantinbasilika

Sie war ursprünglich die Palastaula, in dem der Thron des römischen Kaisers stand. Deshalb wird die Konstantinbasilika heute oft noch so genannt. Sie ist seit dem 19. Jahrhundert eine mächtige evangelische Kirche, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in ihrer ursprünglichen Form rekunstruiert wurde.

Einige Teile stammen jedoch wirklich noch aus der Römerzeit und sind deshalb zweitausend Jahre alt. Dazu gehören die Apsis, die Westwand und Teile der West- und Nordfassade. Im Inneren strahlt die Basilika in ihrer Schlichtheit eine faszinierende Ruhe aus. Der Innenraum galt als der größte Saal der Antike. Er hat eine beeindruckende Länge von 67 Metern und ist stolze 33 Meter hoch. Die Basilika – die ihren Namen einer falschen Schilderung aus der Zeit der Romantik verdankt, da der Baustil nichts mit einer Basilika zu tun hat – besitzt zwei Orgeln. Eine der Hauptorgeln wurde 2014 eingeweiht und ist die größte Orgel von Trier.

Schlichtheit der Antike und die Pracht des Rokokos

Kurfürstliches Palais und die Basilika in Trier

Kurfürstliches Palais und die Basilika in Trier

Direkt neben der Basilika, die mit ihrer grandiosen Schlichtheit beeindruckt, steht das verspielte kurfürstliche Palais mit seiner rosaroten Fassade und seinen zahlreichen mit Gold belegten Stuckarbeiten. Das Palais war auf einem Grund der Basilika erbaut worden, da die Basilika lange Zeit den Bischöfen als Burg diente. Sie ließen Teile der Basilika abreißen und andere Wohnhäuser anbauen – die Basilika verlor ihr Aussehen und ihre Aufgabe.
1756 entstand das heutige Schloss, von dem nur noch ein Teil übriggeblieben ist, da die Geschichte der Basilika damals längst noch nicht fertig geschrieben war. Der Balthasar-Neumann-Schüler Johannes Seiz baute ein reizendes und verspieltes Rokoko-Schlösschen. Da der Kurfürst hier nur selten weilte, wurde es jedoch kaum benutzt und auch nie ganz fertig. Unter Napoleon wurde es schließlich zur Kaserne, und auch als Trier ein Teil Preußens wurde, blieb es eine Kaserne. Im 19. Jahrhundert wurde der Südflügel abgerissen und die Basilika in ihrer ursprünglichen Form rekonstruiert. Im Palais ist nach diesen baulichen Eingriffen nur die großzügige weite Rokoko-Treppe erhalten geblieben. Heute befinden sich in den Seitengebäuden des Schlosses Verwaltungsräume des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rokoko-Hauptgebäude des Schlosses finden hin und wieder Führungen und Veranstaltungen statt. Meist kann er jedoch nur von außen bewundert werden.

Über den Palastgarten zu den Kaiserthermen

Kaiserthermen in Trier

Kaiserthermen in Trier

Vor dem Kurfürstlichen Palais liegt der wunderschöne Palastgarten mit seinen Blumenrabatten und Wasserspielen. Am Ende schließt sich eine weite Grünfläche an, die von den Trierern als sommerlicher Treffpunkt genutzt wird. Die ca. 600 Meter zu den Kaiserthermen führen durch den Palastgarten. Es ist ein idyllischer Spaziergang, der nicht länger als sieben Minuten dauert.
Archäologen haben das weite Gelände der Kaiserthermen ausgegraben. Die unterirdischen Gänge, in denen früher geheizt wurde und in denen das Wasser lief, sind für Besichtigungen geöffnet. Diese unterirdischen Gänge wirken heute wie ein Labyrinth, in dem man sich leicht verlaufen kann. Es ist deutlich zu sehen, dass bereits die Römer Fußbodenheizung, fließend warmes Wasser und Toiletten mit Spülung kannten. Allerdings wurden die Thermen nie ganz fertig. Noch während der Bauzeit änderte sich der Zeitgeist – die Römer wurden Christen. Die Kaiserthermen wurden deshalb sehr schnell in eine Reiterkaserne umgewandelt, in denen zahlreiche Soldaten und ihre Pferde untergebracht wurden. Die erhaltenen Außenmauern sind bis zu 19 Metern hoch, werden laufend restauriert und teilweise auch neu konstruiert.

 

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