Nach Bekanntwerden der bevorstehenden Übernahme der TKDZ GmbH durch die österreichische Porr AG, stellen sich für die Wellener Bürger neue Fragen, die sich auf die Zukunft des Wellener Kalkwerkes und des ganzen Ortes Wellen beziehen. In der gestrigen öffentlichen Informationsveranstaltung informierte die Porr AG umfassend über ihre neuen Pläne.

 

 

Reges Interesse, viele Fragen

Zahlreiche Wellener Bürger, sowie die Bewohner der Nachbarorte Temmels, Tawern und Nittel und Grevenmacher waren am gestrigen Montagabend im Wellener Bürgerhaus zusammengekommen, um der Informationsveranstaltung der Porr AG beizuwohnen. Viele Fragen hatten sich nach Bekanntwerden der Übernahme durch die Porr AG ergeben: Wird nun doch Müll im Wellener Stollen eingelagert? Wer garantiert für die Unbedenklichkeit dieser Abfälle? Wird unser Dorf durch zusätzlichen Transportverkehr zu stark belastet? Möchte man eine neue Infrastruktur schaffen? Diese Fragen versuchten die Verantwortlichen der Porr AG, Klaus Gruber, Rainer Adami und Frank Wegner zu klären. Dabei gingen Sie auf viele der Fragen ein und stellten ihre Pläne vor.

TKDZ soll optimiert werden

So möchte man beispielsweise den Abbau von Dolomitgestein fortführen, wobei der Betrieb sowohl mit Firmeneigenen Erfahrungswerten, als auch mit dem Wissen der TKDZ Mitarbeiter technisch optimiert werden soll. Es sollen beispielsweise die Abbauhöhen reduziert werden, um einen Einbruch der Stollen, wie kürzlich geschehen, zu verhindern. Das gesamte Erscheinungsbild soll verbessert und die Emissionen verringert werden.

Als Vorraussetzung der Wirtschaftlichkeit des Betriebes und der Standsicherheit des gesamten Berges ist der Bergversatz laut Porr AG unabdingbar. Da dies aus betriebswirtschaftlicher und ökologischer Sicht nicht mit werkseigenem Material geschehen kann, strebt man den Versatz mit ausgewählten Abfällen an. Dabei möchte man natürlich auf Materialeignung und Kontrolle der Stoffe achten. Da die Schadstoffgrenzwerte ohnehin sehr niedrig seien, könnten und sollen nur ausgewählte mineralische Abfälle wie z.B. Bodenaushub Kraftwerksflugaschen, Schlacken und Gießereisande in den Berg eingebracht werden, von denen keine Gefahr ausgehe.Weiterhin sichert die Porr AG eine strenge Kontrolle der Stoffe, sowie Transparenz vom Anfallort bis zur Einbaustelle zu. Dabei seien auch Betriebsbegehungen und stichprobenartige Untersuchungen durch die Gemeinde denkbar und erwünscht.

Der Transport der Materialien soll in hohem Anteil per Schiff stattfinden und der LKW-Verkehr soll optimiert werden. Auch die Möglichkeit des Transportes mittels Bahn soll geprüft werden.

Bevor jedoch überhaupt Materialien im Berg eingelagert werden könnten, müsse die Porr AG erst einmal einen Hauptbetriebsplan zur Regelung des Abbaus vorlegen. Erst nach dessen Genehmigung könne dann ein Sonderbetriebsplan zum Bergversatz mit Abfällen beantragt werden, so Thomas Dreher vom Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB).

Mit den Bürgern arbeiten und nicht dagegen

Ein Anliegen der Verantwortlichen wird an diesem Abend deutlich: Man möchte mit der Gemeinde und den Bürgern arbeiten und nicht dagegen. Der Dialog mit den Beteiligten wird seitens der Porr AG angestrebt. Geschäftsführer Adami versprach einen runden Tisch mit den Bürgern, an dem man über Befürchtungen und Sorgen sprechen könne.

Die Porr AG hat sich mit Sicherheit bemüht, Klarheit zu schaffen und die Fragen der Beteiligten zu klären. Ob sich die Bürger damit zufriedengeben und die Porr AG ihre Pläne auch wirklich im Interesse aller verwirklichen kann, wird sich zeigen.

 

 

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