Das Theater Trier muss mit hohen Budgetkürzungen rechnen

Das Theater Trier muss trotz steigender Ausgaben im kommenden Jahr mit nicht unerheblichen Budgeteinsparungen rechnen. So hat die Stadtverwaltung erst einmal einen Sparauftrag von einer Millionen Euro erteilt. Allerdings steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, ob diese Einsparungen am Theater Trier überhaupt ausreichen können. Hintergrund ist der Versuch, die kommunale Verschuldunug der Gemeinden und Städte endlich wieder in den Griff zu bekommen. Dies sind entscheidende Voraussetzungen für den Beitritt der Stadt Trier in das Entschuldungsfonds des Landes Rheinland-Pfalz.
Zunächst sollte festgehalten werden, dass das Theater Trier nicht plötzlich viel weniger Geld bekommt. Dennoch wird das Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben immer größer. Auf der einen Seite steigen die Gehaltskosten der Angestellten, denn diese sind tariflich festgelegt. Darüber hinaus steigen die Energiekosten stetig an und alles in allem wird die Unterhaltung des Theater Triers teurer. Nun ist es kaufmännsich nicht schwer nachzuvollziehen, dass damit die Einnahmen auch steigen müssen. Schließlich soll am Ende des Jahres zumindest eine schwarze Null stehen. Wenn aber die Einnahmen nicht steigen und die Ausgaben mehr werden, muss zwangsläufig an manchen Stellen eingespart werden.
Aus diesem Grund muss sich das Theater Trier in diesen Tagen eher mit dem Einsparen als mit dem Ausführen von Stücken beschäftigen. Erschwerend kommt hinzu, dass es bis jetzt nicht einmal geklärt scheint, in welchem Umfang rationalisiert werden soll. Dies hinterlässt bei allen Beteiligten Verwirrung und Unsicherheit. Zwischenzeitlich stand auch die Schließung des Theater Triers zur Überlegung.

Einsparungen zu Lasten der kulturellen Unterhaltung?

Für das Theater Trier stellt sich die Frage, auf welchen Gebieten man die Einsparungen vornehmen soll. Hier entsteht ein grundsätzlicher Konflikt zwischen dem eigenen Interesse, künsterlisch hochwertige Werke zu erschaffen, und den zwingenden Vorgaben, profitabel zu wirtschaften. Selbstverstänldich muss ein vertretbarer Ausgleich zwischen beiden Positionen geschaffen werden. Das Theater Trier kann nicht hochwertige Kunst anbieten und dabei ständig höhere Schulden anhäufen. Gleichzeitig darf der Profitgedanke nicht so in den Vordergrund treten, dass die Kunst einzig zum Instrument des Geldverdienens wird.
Wichtig ist, dass man nicht das kulturelle Angebot beschneidet, um Geld zu sparen. Auf diese Weise wird sich ein Kreislauf entwickeln, der nicht mehr zu stoppen ist. Irgendwann werden immer höhere Einsparungen verlangt werden bis schließlich kein kulturelles Programm mehr zustande kommen kann. Vielmehr muss sich das Theater Trier darauf konzentrieren, effizientere Strukturen einzuführen. Vielleicht sollte man sich an den Gedanken gewöhnen, dass auch ein Theater ein wirtschaftliches Unternehmen ist, von dem die beteiligten Menschen Leben müssen.
Gleizeitig sei aber noch einmal erwähnt, dass sich die Umstrukturierung nicht auf den Inhalt der Kunst erstrecken darf. Schließlich soll diese gerade frei von diesen Zwängen bleiben.

Ist das Theater Trier noch erwünscht?

Die Diskussionen um das Theater Trier haben aber noch einen Aspekt aufgeworfen, der vielleicht für den einen oder anderen Künstler weitaus vernichtender wirkt als die geforderten Einsparungen. Die Frage, die sich die Beteiligten stellen müssen, ist eine Frage nach der Akzeptanz der Bürger für das Theater Trier. Es gilt zu ermitteln, ob das Theater Trier überhaupt noch erwünscht ist. In diesem Jahr wurde die Tankstelle in der Ostallee (wir haben mehrfach berichtet) zu einem der wichtigsten Themen in der kommunalen Politik. Die Menschen haben in höchster Eile ihre Unterschriften abgegeben, damit die Tankstelle erhalten bleibt. Für das Theater Trier scheint sich keiner wirklich zu interessieren. Weder werden öffentlich wirksame Kundgebungen gesichtet, noch hört man von erfolgreichen Unterschriftensammlungen. Selbstverständlich gibt es Unterschriftensammlungen. Diese können aber nicht in der Art und Weise das mediale Interesse wecken, wie das bei der Tankstelle beispielsweise der Fall gewesen ist. Es ensteht nicht wirklich eine kraftvolle bürgerliche Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Theater Trier als Zentrum für Kunst und Kultur zu erhalten.
Ist das Theater Trier womöglich ein Beispiel für die Kunst, die in einer modernen, hochtechnisierten Geschellschaft langsam aber sicher ihren Platz verliert oder ein Indiz für ein sinkendes Bildungsniveau, weil die Bürger nichts mehr mit Werken wie Faust anfangen können? Oder hat das Theater Trier einfach zu wenig öffentlich wirksame Arbeit geleistet?
Wahrscheinlich ist es mit der Kunst wie mit vielen Dingen im Leben. Wenn man sie hat, würdigt man sie nicht und wenn man sie verliert, merkt man plötzlich, wie groß ihr Beitrag zu einer abgerundeten Lebensweltanschauung gewesen ist. Immerhin ist Kunst und Kultur oft der Gegenspieler einer überharten Realität, obwohl sie diese stets mit ihre Komposition hineinbezieht. Man sollte sich genau überlgen, ob man Institutionen wie das Theater Trier langsam aus unserer Gesellschaft entweichen lässt oder ob nicht zumindest im Kern der Sache, Argumente vorzufinden sind, die einen Glauben lassen, dass auch Kunst und Kultur einen wichtigen Beitrag zum Menschsein liefern.

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