Trierer Weihnachtscircus: Werbeplakate in Trier fast vollständig zerstört

Seit vielen Jahren erfreut der Trierer Weihnachtscircus zahlreiche Besucher in der Weihnachtszeit. Vom 18. bis zum 30. Dezember wird der Zirkus auch in diesem Jahr wieder viel zu bieten haben. Insgesamt können sich die Besucher auf ein unterhaltsames Programm freuen, das sich über zwei Stunden erstrecken wird. Allerdings hat der Weihnachtscircus auch Feinde, denn alle Werbeplakate wurden in dieser Woche in Trier zerstört.

In wenigen Wochen wird der Trierer Weihnachtscircus in der Stadt sein Zelt für tausende Besucher öffnen. Vom 18. bis zum 30. Dezember 2012 werden wieder zahlreiche Artisten und andere Künstler Groß und Klein in dem Zirkuszelt in Trier erfreuen. Der Trierer Weihnachtscircus kann mittlerweile auf eine lange Tradition in Trier zurückblicken. Aber auch dies ändert nichts daran, dass der Zirkus in der ältesten Stadt Deutschlands auch viele Gegner hat. Bereits vor einigen Jahren hatte der Trierer Stadtrat aus Tierschutzgründen über ein Auftrittsverbot von Wildtieren diskutiert. Dies wurde aber niemals in Trier durchgesetzt. Außerdem hatte es auch immer mal wieder Proteste in Trier gegen den Zirkus und seine Tiere gegeben. Überhaupt fordern Tierschützer seit langem, dass Tiere aus Zirkuszelten verschwinden müssen.

Zirkusgegner zerstören alle Werbeplakate

In diesem Jahr haben die Zirkusgegner erstmals richtig zugeschlagen. In dieser Woche wurden beinahe alle Plakate, die der Trierer Weihnachtscircus in der Stadt aufgestellt hat, zerstört. Die Werbeplakate dienten unter anderem dem Zweck, den Menschen die genauen Vorstellungstermine anzuzeigen. Dies wird nun nicht mehr möglich sein, da bei beinahe 400 Plakaten des Trierer Weihnachtscircus die Vorstellungszeiten herausgeschnitten wurden. Zirkuschef Oliver Häberle beziffert den Schaden nicht nur auf die Kosten der einzelnen Plakate, sondern auch auf den Umsatzausfall, der dadurch entstehen wird, dass die Menschen nicht mehr wissen, wann die einzelnen Vorstellungen sein werden. Jedes Plakat hat in der Herstellung überdies sieben Euro gekostet. Damit beläuft sich alleine der Materialschaden auf beinahe 3000 Euro. Der Trierer Weihnachtscircus wird Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Hoffnung, die „Aktivisten“ ausfindig zu machen, ist allerdings eher gering.

Höhepunkt beim Weihnachtscircus ist die Familie Casselly, die als bislang einzige Artisten aus Deutschland 2012 die höchste Auszeichnung der Zirkuswelt gewonnen hat: den Goldenen Clown des Zirkusfestivals von Monte Carlo. Mit einem Tritt aufs Schleuderbrett katapultieren Elefanten die Artisten in die Luft und auf den Rücken eines anderen Elefanten.

Tragischer Unfall im Trierer Weihnachtscircus

Schrecksekunde beim Trierer Weihnachtscircus: in der Abendvorstellung des 7. Trierer Weihnachtscircus am Freitag, 23. Dezember verunglückte im „Globe of Death“  – einer Stahlgitterkugel mit nur fünf Meter Durchmesser –  Edison Felipe Acero, einer der wagemutigen kolumbianischen Motorradfahrer der Los Talento Stars nach einem Zusammenprall mit einem Kollegen bei voller Geschwindigkeit so schwer mit seiner Maschine,  dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Motorrad Kugel

Todeskugel

Die ärztliche Erstbehandlung einer stark blutenden Platzwunde am Kopf attestiert von Helfern aus dem Publikum und den Zircusangestellten erfolgte noch vor Ort in der Stahlgitterkugel. Nach Auskunft von Pressesprecher Oliver Häberle wurde der gestürzte Fahrer im Krankenhaus zur Beobachtung auf die Intensivstation verlegt, befinde sich aber außer Lebensgefahr und sei ansprechbar.  Neben der Platzwunde am Kopf erlitt der 25-jährige Kolumbianer noch schwere Prellungen am ganzen Körper. Ursächlich für den Unfall sei nach Auskunft der Mediziner eine wohl schon zuvor aufgetretene kleinere Gehirnblutung gewesen, die zu einem Blackout beim Fahrer geführt habe und somit den Unfall verursachte, eine Operation sei aber nicht notwendig, so Häberle nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus in einer Stellungnahme gegenüber dem Wochenspiegel um 23.30 am Freitagabend. Ein technischer Defekt an der Maschine als Unfallgrund könne ausgeschlossen werden. Ein weiterer an der Hand verletzter Motorradfahrer konnte nach kurzer Behandlung das Programm fortsetzen und überzeugte bei der Abschlussnummer auf dem Todesrad mit einer wagemutigen Vorstellung. Die Vorstellungen des Trierer Weihnachtscircus gehen bis zum 1. Januar wie gewohnt weiter und auch im „Globe of Death“ werden die Fahrer ihre waghalsigen Kunststücke  – jetzt natürlich in kleinerer Besetzung – fortführen. „The show must go on“, erklärt Oliver Häberle, denn Unfälle können bei den oft halsbrecherisch anmutenden Auftritten der Zirkusstars in der Manege nie ausgeschlossen werden. „Bei uns geschieht eben alles ohne Netz und doppelten Boden, das ist das besondere am Zirkus und für diesen Nervenkitzel kommen die  Zirkusfans ins Zelt. Es ist sicherlich immer traurig, wenn so ein Unfall passiert, aber Edison hatte noch Glück im Unglück und hat im Krankenhaus schon wieder kleine Späße gemacht,“ so Häberle abschließend.

Der Trierer Weihnachtscircus wird auch weiterhing seine Vorstellungen geben und auch die Attraktion „The Globe of Death“ wird weiterhin auftreten, allerdings nur mit 3 Fahrern.

Vorstellungen täglich um 15.30 + 19.30 Uhr (Heiligabend spielfrei) bis einschließlich 01. Januar.