Die Mieten in Trier sind „nicht von dieser Welt“

Luxembourg macht das Wohnen in Trier teuer

Die Nähe der Moselstadt Trier zum Großherzogtum Luxembourg hat für viele Menschen uneingeschränkte Vorteile. Besonders die Autofahrer der Region Trier freuen sich über das billige Tanken, das in dieser Art und Weise nur in Luxembourg möglich ist. Nebenbei kann man sich mit Zigaretten und Kaffee eindecken. Bei diesen Produkten kann man ebenfalls richtig Geld sparen. Diejenigen, die richtig Profit aus der Grenznähe zu Luxembourg beziehen möchten, die bieten sich auf dem Arbeitsmarkt in dem Großherzogtum an. De Löhne sind besser, das Netto vom Brutto ist im Vergleich zu Deutschland träumerisch und das luxemburgische Rentensystem wirkt noch einigermaßen stabil. Auf fast allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens ist Luxembourg ein Glücksfall für Trier. Einzig der Wohnungsmarkt leidet beträchtlich unter dem Einfluss der Nachbarn.
In den letzten fünf Jahren sind die Mieten um gute 20 Prozent in der Großregion Trier gestiegen. Der Kreis Trier-Saarburg hat eine Preissteigerung von knapp 14 Prozent erfahren, was ihn bundesweit auf Platz drei der Mieterhöhungen setzt. Das Wohnen in Trier wird immer teurer und ein Ende der Entwicklung ist kaum in Sicht.
Vor allem das knappe Wohnangebot wird als Problem genannt. Wie überall auf den Märkten, regeln Angebot und Nachfrage den Preis oder in diesem Fall die Mieten.
Hinzu kommt aber nun die schon angesprochene Komponente Luxembourg. In dem Großherzogtum sind die Mieten und Immobilienpreise noch höher als bei uns in Trier. Viele Luxemburger finden daher den Weg in das Grenzgebiet und in Städte wie Trier, die bekanntlich direkt an dieser Grenze liegt. Hier gilt es schnell zu sein, denn das Wohnungsangebot ist begrenzt. Aus diesem Grund sind die Luxemburger bereit, auch hohe Mieten zu zahlen, die dann immer noch unter dem Niveau in Luxembourg liegen. Diesen Umstand können sich Mieter also ohne Probleme zu nutzen machen.
Leider leiden vor allem Familien und schlechter verdienende Gruppen unter diesem Konstrukt. Familien, deren „Ernährer“ nicht in Luxembourg tätig sind, müssen ganz schön kämpfen mit den Mieten in Trier.

Kostenfalle Zweitwohnsitz – Wie die Stadt Trier Großstadt bleibt

Gebäude am Medienhafen DüsseldorfGerade zu Semesterbeginn, wo viele Studenten auf der Suche nach einer Wohnung in Trier sind, stellt sich die Frage: Melde ich die Wohnung als Zweitwohnsitz an oder melde ich mich um? Normalerweise würde man als Student wahrscheinlich die Wohnung an seinem Studienort als Zweitwohnsitz anmelden und den Erstwohnsitz bei den Eltern bestehen lassen. Studiert man dagegen in Trier, sollte man sich dies noch einmal gründlich überlegen.

Meldet man in der Stadt Trier seinen Zweitwohnsitz an, hat man nämlich eine sogenannte „Zweitwohnungssteuer“ an die Stadt zu entrichten. Diese wurde nach dem Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt Trier vom 13.07.2006 zum 1.1.2007 eingeführt. Der Zweitwohnungsinhaber wird somit an den der Stadt entstehenden Kosten beteiligt und leistet damit einen Beitrag zur Erhaltung der Infrastruktur oder zu steuerlich finanzierten Einrichtungen.

Die Höhe der Steuer richtet sich nach der Miete. Bei der jährlichen Steuererklärung werden dann 10% der Jahresnettokaltmiete fällig. Auch Studenten, selbst wenn sie Bafög beantragt haben, werden im Normalfall nicht von der Zweitwohnungssteuer in Trier befreit. Daher sollte man sich als Student in Trier überlegen, ob man diese Steuer bezahlen kann und will oder ob man der Stadt Trier den Gefallen tut, sich komplett als Trierer Bürger anzumelden. Dann profitiert die Stadt nämlich jedes Jahr von knapp 15.000 Studenten und sichert sich so langfristig Einwohnerzahlen über dem Minimum der 100.000 , die benötigt werden, um sich als Großstadt zu betiteln.

Die Zweitwohnungssteuer ist im übrigen kein Trierer Phänomen, sondern gibt es auch in vielen anderen Städten Deutschlands.

Der Kampf um die Sozialwohnungen in Trier

Eine Gesellschaft für die Sozialwohnungen?

 

Im Moment besitzt die Stadt 700 Wohnungen, die sie als Sozialwohnungen an arme und hilfsbedürftige Menschen abgeben kann. Diese sollen sicherstellen, dass diese Menschen nicht auf der Straße leben müssen. Allerdings sind die meisten Sozialwohnungen schon einige Jahre alt und verfallen kontinuierlich. Aus diesem Grund sind umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig, für die die Stadt hohe Geldsummen aufbringen muss. Diese Gelder sind aber nicht mehr zu generieren, da der städtische Haushalt hoch verschuldet ist. Weitere Kredite können nicht mehr aufgenommen werden, denn die Stadt ist komunalrechtlich beschränkt. Zusammenfassend kann man es durchaus so formulieren, dass die Sozialwohnungen langsam zum Problem werden.

Sich dessen bewusst, hat die Stadt Trier Lösungen für das Sanierungsproblem gesucht. Letztlich gelangte man zu der Idee, eine städtische Gesellschaft zu gründen. Zunächst wurde überlegt, den privaten Sektor mit zu integrieren. Allerdings wird man sich wohl gegen diese Idee entscheiden, denn die neue Gesellschaft für die Sozialwohnungen soll in vollen Zügen städtisch sein. Wenn es um die Sozialwohnungen geht, möchte die Stadt Trier unabhängig bleiben und sich selber um das Problem kümmern. Außerdem ist es höchst unwahrscheinlich, dass private Unternehmer einsteigen, denn die Sanierungskosten liegen in den Millionen und Geld kann man mit Sozialwohnungen nicht verdienen.

Die hohen Kosten, die verschuldete Stadt Trier und die Tatsache, dass man nicht auf Gewinn oder Profit hoffen kann, führen dazu, dass das Problem, das die Sozialwohnungen darstellen, nicht einfach zu lösen ist. Dabei ist eine Lösung für die Menschen zwingend notwendig. Hinter jeder Wohnung stehen Einzelschicksale, die es wert sein sollten, dass die Stadt Trier  einen Weg findet, diesen Bürgern zu helfen. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Weg aussehen wird.