Wein 2011 von Mosel, Saar und Ruwer rekordverdächtig

Winzer rechnen mit Ausnahmejahr

Die Winzer aus der Region Mosel, Saar und Ruwer rechnen mit einem außergewöhnlichen Weinjahrgang 2011. Auf der Herbstpressekonferenz des Vereins Moselwein gaben sie bekannt, dass man mit der Weinlese 2011 und dem daraus produzierten Wein neue Maßstäbe setzen könne. Manche gingen sogar so weit zu sagen, dass der Wein 2011 mit dem Kometenjahrgang aus dem Jahre 1911 vergleichbar sei. Der Wein aus dem Jahre 1911 ist unter den Winzern schon beinahe legendär. Der Begriff Kometenjahrgang hat seine eigene kleine Anekdote. Im Jahre 1910 wurde der Halleysche Komet gesichtet, der angeblich positive Auswirkungen auf den Wein an der Mosel, Saar und Ruwer gehabt haben soll, denn es folgte im nächsten Jahr eine außergewöhnliche Weinlese.
Zur Herbstmesse des Vereins Moselwein kamen Journalisten aus ganz Deutschland und Luxembourg. Darüber hinaus waren Vertreter aus Südkorea da, ein Land, das seit Jahren Moselwein importiert. Manche Winzer gehen sogar davon aus, dass der Riesling von der Mosel in spätestens zehn Jahren die erste Wahl der Südkoreaner ist, wenn sie einen Weißwein bestellen.

Wein 2011 besticht durch Klasse und Masse

Wenn man einen Winzer nach dem Zusammenhang von Klasse und Masse bei einem Wein fragt, sollte man unweigerlich zur Antwort bekommen, dass die Klasse selbstverständlich wichtiger ist als die Masse. Der Weinjahrgang 2011 wird in beiden Kategorien außergewöhnlich gut abschneiden. Während man im letzten Jahr nur 689.000 Hektoliter aus den Weintrauben von Mosel, Saar und Ruwer gewinnen konnte, wird sich diese Zahl in diesem Jahr auf ungefähr eine Millionen Hektoliter erhöhen. Diese eine Millionen Hektoliter sind aber keineswegs von mittelmäßiger Qualität, sondern der Wein 2011 besticht auch in diese Richtung. So sind bei den meisten Winzern an Mosel. Saar und Ruwer 85 bis 90 Grad Oechsle an der Tagesordnung. Normale Weinjahrgänge haben einen Durchschnitt von 70 bis 80 Grad Oechsle. Oechsle ist übrigens eine Maßeinheit für das Mostgewicht des Traubenmosts. Über die Maßeinheit Oechsle kann man den Anteil der gelösten Stoffe im Traubenmost bestimmen. Auch die Trockenbeerenauslese soll sehr gute Zahlen verzeichnen können. In der Regel müssen diese Auslesen auf einen Oechsle Wert von 150 Grad kommen. In diesem Jahr sind in den Regionen von Mosel, Saar und Ruwer Trockenbeerenauslesen von 250 Grad bis teilweise sogar 300 Grad Oechsle gemessen worden. Eingeschränkt muss man natürlich an dieser Stelle festhalten, dass der Oechsle Wert alleine noch nicht ausschlaggebend für einen guten Wein 2011 ist. Hier spielen dann doch mehr Faktoren als nur der reine Oechsle Wert  eine gewichtige Rolle.

Mosel, Saar und Ruwer sind mit Wetter verwöhnt worden

Der Grund für den vorraussichtlich guten Wein 2011 an Mosel, Saar und Ruwer, ist in den idealen Wetterbedingungen des Jahres im Weinanbaugebiet zu finden. Die Temperaturen waren genau auf den Weinanbau abgestimmt und der Wechsel von Trockenheit und Regen hat eine besonders lange Weinlese ermöglicht. So wurde in diesem Jahr schon Ende August mit der Weinlese begonnen, die wahrscheinlich noch bis in den November andauern wird.
Sollten sich die Erwartungen der Weinbauern aus dem Weinanbaugebiet Mosel, Saar und Ruwer erfüllen, wird der Wein 2011 außergewöhnlich gut sein. Vielleicht ist es ihm sogar bestimmt, neue Maßstäbe auf dem Weinmarkt zu setzen. Eines ist zweifelsohne unumstritten: Es darf sich auf das nächste Jahr gefreut werden, wenn der Wein 2011 in den Regalen steht, um endlich von den Verbrauchen gekostet zu werden. Spätestens das Urteil der Kunden wird zeigen, ob der Wein 2011 wirklich so außergewöhnlich ist, dass er dem Vergleich mit dem Kometenjahrgang von 1911 gerecht werden kann.

Hier geht es zu weiteren Informationen zum Weinanbaugebiet an der Mosel.