Bischof Stephan Ackermann in Päpstlichen Rat berufen

Bischof Stephan Ackermann in Päpstlichen Rat berufen

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist in den Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden berufe worden. Das Bistum Trier gab am heutigen Sonntag bekannt, dass der Trierer Bischof von dem Papst in Rom berufen worden sei.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann scheint die Gunst von Papst Benedikt XVI. in Rom zu genießen, denn das oberste Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche hat den Trierer Bischof in den päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, „Justitia et Pax“, berufen. Dies gab das Bistum Trier an diesem Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt. Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden befasst sich mit den unterschiedlichsten Themen, die in einem gewissen Kontext mit Frieden und Gerechtigkeit stehen. Unter anderem werden wichtige sozialpolitische Angelegenheiten in einem solchen Rat diskutiert. Aber auch Friedensfragen und Menschenrechte stehen immer wieder im Fokus dieser Versammlung. Des Weiteren werden auch Krisenherde auf dieser Erde erläutert und aufgearbeitet. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist bereits Vorsitzender der deutschen Abspaltung des Päpstlichen Rats „Justitia et Pax“.

„Justitia et Pax“

Der Rat „Justitia et Pax“ schreibt auf seiner Webseite Folgendes über sich:

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden) ist eine Art „Runder Tisch“ der katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich der internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind. Justitia et Pax ist deren gemeinsame Stimme in Gesellschaft und Politik. So sollen die weltweiten Fragen von Gerechtigkeit und Frieden in der Gesellschaft unseres Landes wach gehalten werden.

Justitia et Pax erarbeitet kirchliche Beiträge zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik Deutschlands. Mit Parlament, Regierung, Parteien und gesellschaftlichen Kräften wird ein ständiger Dialog in diesen Fragen geführt. Darüber hinaus entwickelt Justitia et Pax Konzepte für die internationale Arbeit der Kirche.


Trierer Bischof Ackermann stellt sich der Kritik

Im Kampf gegen das Verschweigen?

Heute möchte der Trierer Bischof Ackermann öffentlich zu der Kritik Stellung nehmen, die ihm aufgrund der Saarbrücker Missbrauchsfälle entgegengebracht worden ist. Zu lange habe der Trierer Bischof, der zudem auch noch Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche ist, geschwiegen.

 

Im Januar 2011, also vor gut einem Jahr, waren zwei Saarbrücker Missbrauchsfälle im Bistum Trier bekannt geworden. Allerdings wurde nicht, wie man vielleicht hätte erwarten können, direkt reagiert, sondern man ließ sich von Seiten der katholischen Kirche in Person des Trierer Bischofs Ackermann beinahe zehn Monate Zeit, bis der Saarbrücker Geistliche aus dem Amt entfernt worden war. Sowohl der Vatikan, als auch die breite Öffentlichkeit konnten diesen Zug nicht nachvollziehen. Der Trierer Bischof Ackermann sah sich heftiger Kritik gegenüber. Der Umstand, dass Ackermann auch noch der offizielle Beauftragte der katholischen Kirche für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ist, machte die Situation nur noch prekärer. Gerade von einem Mann mit dieser Funktion hätte man ein schnelleres und überzeugenderes Handeln erwarten müssen, denken zumindest die zahlreichen Kritiker. Der Trierer Bischof, der nicht zuletzt immer wieder durch Fernsehinterviews auf sich aufmerksam gemacht hat, hat sich bis jetzt immer noch nicht zu den vorgebrachten Kritikpunkten geäußert. Dies soll sich heute ändern, denn Ackermann hat zu einem konstruktiven Meinungsaustausch eingeladen. Seit 16.30 Uhr diskutiert der engagierte Bischof mit zahlreichen geladenen Gästen über das heikle Thema.
Ackermann hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass es Fehler gegeben habe und man daraus die Lehren ziehen müsste. Wie diese Lehren auszusehen haben, soll sich im heutigen Gespräch offenbaren. Allerdings sind die Erwartungen durchaus sehr zweigeteilt. Einige trauen dem Trierer Bischof durchaus zu, dass er heute fundierte Schlüsse aus dem Vorgefallenen erläutern kann. Andere setzen nicht solch große Erwartungen in den Meinungsaustausch. Dafür hat sich die katholische Kirche in den letzten Monaten einfach allzu sehr als „Verschweigekünstlerin“ offenbart.