Konz besteuert Rotlicht-Gewerbe

Konz besteuert Rotlicht-Gewerbe

Die Verbandsgemeinde Konz hat in dieser Woche beschlossen, das Rotlicht-Gewerbe zu besteuern. Ähnlich wie in Trier soll eine neue Sexsteuer eingeführt werden. Allerdings scheint es derzeit in Konz noch kein Rotlicht-Gewerbe zu geben. Auch die Abgaben auf Spielautomaten und bei kommerziellen Tanzveranstaltungen werden ab Januar erhöht.

Die Verbandsgemeinde Konz hat in dieser Woche beschlossen, dass das Steuersystem in Bezug auf das Rotlicht-Gewerbe verändert werden muss. Die Stadt Trier, die erst vor kurzem die Sexsteuer für Prostituierte und Etablissements eingerichetet hat, dient dabei als Vorbild für die Veränderungen, die Konz in Zukunft vornehmen möchte. Ab Januar des kommenden Jahres soll ein Arbeitstag einer Prostituierten mit fünf Euro pro Tag zu Buche schlagen. Bordellbetreiber sollen täglich 1,50 Euro für zehn Quadratmeter Betriebsfläche zahlen. Mit diesen Zahlen folgt die Verbandsgemeinde der Stadt Trier. Der Rat der Verbandsgemeinde in Konz hat ein Beschluss in dieser Woche einstimmig verabschiedet. Auch für Striptease, Peepshows oder Sex- und Erotikmessen sind demnach Abgaben fällig.

Steuern ohne Besteuerte

Die neue Vergnügungssteuer in Konz wird aber nicht viel Veränderung bringen, denn derzeit sind noch keine Bordellbetriebe in Konz registriert. Auch Prostituierte wurden in der kleinen Stadt noch nicht gesichtet. Die Verbandsgemeinde scheint die neue Steuer aus präventiven Gründen verabschiedet zu haben. Außerdem geht man in Konz davon aus, dass es bereits das Rotlicht-Gewerbe gibt. Allerdings verzichten die Akteure bis jetzt auf eine Anmeldung.

Steuer auf Geldspielautomaten wird erhöht

Neben den Steuererhöhungen rund um das Rotlicht-Gewerbe in Konz werden auch die Steuern auf Geldspielautomaten erhöht. Die Verbandsgemeinde rechnet hier mit großen Mehreinnahmen. Denn etliche Spielautomaten-Besitzer haben ihre Geräte schon jetzt bei der Verwaltung registriert. Zurzeit sind in der Verbandsgemeinde Konz 66 Geldspielgeräte angemeldet – eine Hälfte davon in Spielhallen, die andere in Gaststätten. Die Besitzer müssen ab Januar zwölf Prozent der Einspielergebnisse an die Verbandsgemeinde Konz abführen. Hinzu kommen monatliche Mindeststeuersätze je Geldspielautomaten: 122 Euro in Spielhallen und 31 Euro in Kneipen und Bars. Ein besonderes Augenmerk liegt auf gewaltverherrlichenden Videospielen in Spielhallen, bei denen der Mindeststeuersatz bei 200 Euro im Monat liegt.

Auch bei kommerziellen Veranstaltungen, für die ein Eintrittspreis erhoben wird – vom Kino bis zur Tanzveranstaltung – verlangt die Verbandsgemeinde Konz ab Januar zwölf Prozent Steuern auf die Einspielergebnisse. Insgesamt erhofft man sich in Konz Mehreinnahmen in Höhe von 40.000 Euro.