Entscheidung über „Projekt X“ und die Skatehalle fällt am 15. November 2012

Stadtrat erlässt Resolution zum Thema „Projekt X“

Der Stadtrat in Trier hat eine einstimmige Resolution zum Thema „Projekt X“ und Skatehalle verabschiedet. Diese sieht vor, dass am 15. November 2012 endgültig über das Edekagebäude, das zurzeit als Skatehalle genutzt werden darf, abgestimmt wird. Bis dahin soll sich ein Gremium mit „Projekt X“ auseinandersetzen und ergebnisoffen über mögliche Standorte diskutieren. Damit verbuchen die teils jugendlichen Skater einen Teilerfolg gegen die Stadt Trier.

Die Entscheidung, in welcher Form das ehemalige Edekagebäude in Trier-West genutzt werden darf, wird erst am 15. November 2012 fallen. Dies hat der Stadtrat Trier mittels einstimmiger Resolution festgelegt. Im Moment beheimatet der alte Edeka-Supermarkt das „Projekt X“ und dient als Skatehalle. Vor allem Jugendliche nutzen das Gebäude, um in ihrer Freizeit dem Skaten nachzugehen. Die Stadt Trier wollte zunächst das Gebäude an einen Investor verkaufen. Dies hätte jedoch das Aus für „Projekt X“ bedeutet und aus diesem Grund sammelten sich die zu meist jugendlichen Skater und organisierten diverse Demonstrationen für ihre Skatehalle. Letztendlich musste die Stadt Trier diesen nachgeben und hat nun eine einstimmige Resolution beschlossen. Diese gibt vor, dass eine endgültige Entscheidung über die Skatehalle erst am 15. November 2012 getroffen werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt soll sich ein Gremium mit Alternativstandorten für das „Projekt X“ beschäftigen. Ziel ist eine ergebnisoffene Diskussion, die auch das ehemalige Edekagebäude mit in ihre Überlegungen mit einbeziehen soll.
Jugend- und Baudezernat sollen eng zusammenarbeiten, um den Jugendlichen eine Zukunft für ihr „Projekt X“ bieten zu können. Bis 2012 wurde der Mietvertrag mit dem Betreiber Palais e.V. erst einmal verlängert. Außerdem werden die Gespräche mit angeblichen Investoren bis zum Entscheidungsdatum ruhen.

Die Stadt Trier möchte auch die Skater und den Palais e.V. mit in ihre Überlegungen mit einbeziehen, denn immerhin haben diese viel Herzblut in ihr „Projekt X“ gesteckt. Die Jugendlichen sollen einen Plan zu den Schwerpunkten Erreichbarkeit, Funktionalität und Finanzierbarkeit aufstellen, den sie dann in Zusammenarbeit mit dem Palais e.V. dem Stadtrat Trier vorlegen können. Auf diese Weise werden die Betroffenen von Anfang an mit in die Sondierungsgespräche mit einbezogen.

Vorschläge und Ideen sollen bis Ende September ausgearbeitet werden, damit die Abgeordneten im Stadtrat Trier genug Zeit haben, sich vor der endgültigen Abstimmung am 15. November 2012 mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Skatehalle in Trier-West soll abgerissen werden

Skatehalle soll einem Wohngebiet weichen

Seit 2009 wird der ehemalige Supermarkt in Trier-West als Skatehalle für Jugendliche und Sportbegeisterte benutzt. Nun schein das Projekt vor dem Aus zu stehen, denn  die Stadt Trier plant dort anscheinend ein Wohngebiet. Ausweichmöglichkeiten werden zwar gesucht, stehen aber leider noch nicht in Aussicht.

Im Sommer 2009 wurde das sogenannte Projekt X ins Leben gerufen. Auf Initiative des Jugendhilfevereins Palais und der freien Skaterszene ermöglicht die Stadtverwaltung das Errichten einer Skatehalle für alle Interessierten. Ein ehemaliger Supermarkt in Trier-West wird daraufhin in Eigenregie zu einem Paradies für Skateboarder, Inline-Skater und BMX-Fahrer umgebaut. Es entsteht ein Parcours, der bis heut von den Teilnehmer stark benutzt wird. Inzwischen, so schätzt man in der Stadtverwaltung Trier, nutzen 80 bis 100 Jugendliche und junge Erwachsene am Wochenende die Möglichkeit, in dem alten Supermarkt ihren Interessen nachzugehen. Obwohl das Projekt X in den letzten zwei Jahren schon zweimal vor dem Aus gestanden hat, konnte es immer wieder neu revitalisiert werden. Nun plant die Stadt Trier das Gebäude abzureißen, damit dort neue Wohnraumfläche entstehen kann.
Zwar hat man den Skatern versprochen, sich um eine Alternative zu kümmern. Dies scheint aber nur halbherzig zu geschehen, sodass sich viele der Menschen, die die Skatehalle bisher genutzt haben, Sorgen um eine Alternativhalle machen. Aus diesem Grund fanden sich gestern ungefähr 100 zu meist junge Leute im Trierer Rathaus zusammen, um für ihren Sport zu demonstrieren. Grund für die kleine Demonstration war die Sitzung des Dezernatausschusses II, der unter der Leitung von Bürgermeisterin Angelika Birk über das Thema diskutierte.
Die Sozialdezernentin Birk stellte klar, dass man den Jugendlichen immer gesagt habe, sie könnten die Halle nur so lange nutzen, bis diese nicht innerhalb eines neuen Projektes umstrukturiert werden soll. Gleichzeitig sagte sie, dass dies im Jahr 2012 auf jeden Fall nicht mehr geschehen werde. Zudem bemühe man sich bei der Stadt Trier eine Alternativlösung zu finden. Dies sei zwar rechtlich nicht notwendig, müsse aber politisch geboten sein.
Die kleine Demonstration hatte Plakate dabei, mit denen sie, im Zuschauerraum stehend, immer wieder auf sich aufmerksam machten.
Die Sitzung des Ausschusses ergab letztlich nicht viel Erwähnenswertes. Einzig der Umstand, dass die einzelnen Fraktionen sich nicht einig sind und die Diskussion gestern schon hitzig geführt wurde, lässt wohl den Schluss zu, dass die Skatehalle in Trier-West die nächste große Baustelle, neben der Tankstelle in der Ostallee, werden könnte.

Die Stadt Trier sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Skatehalle in Trier nicht nur dem reinen Spaßzweck dient, sondern auch dafür sorgt, dass junge Menschen in ihrem Hobby aufgehen können und sich soziale Kontakte unter den Jugendlichen bilden.