Unzureichende Beförderungsbedingungen auf der Obermoselstrecke – Schüler flüchten sich in 1.Klasse Abteil

Altes Problem auf Obermoselstrecke

Auf der Bahnstrecke Trier- Perl kennt man es bereits: Alte, überfüllte Züge, gravierende Mängel im Schülertransfer. Oft schon, haben sich die Eltern über die miserablen Beförderungsbedingungen auf der Strecke Trier- Perl beschwert, die die Schüler von der Obermosel mit den weiterführenden Schulen in Konz und Trier verbindet, wenig hat sich bisher getan.

Neuer Zwischenfall im Zug

Heute kam es zu einem erneuten Zwischenfall, der einen als Elternteil doch stutzig machen sollte:

Wer öfters mit dem Zug auf der Strecke unterwegs ist, der weiß, dass gerade die Züge, mit denen die Schüler morgens zu Schule fahren, sowie der “sechs Stunden Zug”, der den Großteil der Schüler wieder nach Hause befördern soll, bis zum Rand überfüllt sind. Dies liegt zum einen an den immer weiter steigenden Schülerzahlen, die die Schulen in Konz oder Trier besuchen, zum anderen an den mangelnden Transportkapazitäten seitens der Bahn. So finden Schüler, die in Konz in den aus Richtung Trier kommenden, bereits überfüllten Zug einsteigen kaum noch einen Sitzplatz, was für viele, die einen weiteren Schulweg haben, bedeuten kann, dass sie während der gesamten Fahrt nach Hause stehen müssen. Das kann durchaus schonmal eine halbe Stunde sein. Dazu kommt, dass vorallem die Kleinsten, die die fünfte oder sechste Klasse besuchen, im Gedränge zwischen schweren Schulranzen und raufenden, drängenden Jugendlichen kaum noch Luft zum Atmen haben. Dass diese sich dann in das Abteil der 1. Klasse flüchten, wo sie zumindest so lange wieder Luft bekommen, bis ein pubertierender 15-jähriger sich eine Zigarette ansteckt, ist wohl selbstverständlich. So machte es auch heute ein Sechstklässler des Gymnasium Konz mit seinen Freunden und musste kurze Zeit später mit einer heftigen Ermahnung des Zugbegleiters vorlieb nehmen. Dieser wollte zudem die Adressen der 11-jährigen Schüler haben, um die Eltern zu benachrichtigen und eine Strafgebühr von 40€ zu kassieren. Diese gaben die Kinder dem Zugbegleiter jedoch nicht.

Kundenfreundlichkeit? Toleranz?

Bei solchen Nachrichten fragt man sich als Elternteil  doch, wo bei der Bahn und ihren Mitarbeitern die Kundenfreundlichkeit geblieben ist. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Schüler, deren Eltern jedes Jahr viel Geld in den Kauf der immer teurer werdenden Bahnkarten investieren, keinen Anspruch auf einen Sitztplatz haben, werden diese nun auch abgemahnt, weil sie sich infolge der schlechten Beförderungsbedingungen in das Abteil erster Klasse geflüchtet haben. Ganz davon abgesehen, dass Zugbegleiter, die im Schülerverkehr eingesetzt werden, auch die nötigen rechtlichen Grundlagen kennen sollten und nicht dazu befähigt sind, 11-jährigen Schülern ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 40€ zu berechnen.

Beförderung stellt Sicherheitsrisiko dar

Statt den kleinen Fahrgästen das Geld aus der Tasche zu ziehen, sollte sich die Bahn lieber um die Struktur und die nötigen Beförderungskapazitäten auf der Obermoselstrecke kümmern, damit ein sicherer und angenehmer Bahnverkehr in der Zukunft ermöglicht werden kann. Zustände, wie sie aktuell, vorallem zu den Stoßzeiten in den Zügen herrschen, stellen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar und sollten unbedingt von den Behörden überprüft werden.