Stadtrat Trier: Kreis soll für Beförderung der Kreisschüler zahlen!

Stadtrat Trier: Kreis soll für Beförderung der Kreisschüler zahlen!

Der Stadtrat Trier hat in dieser Woche einen einstimmigen Beschluss gefasst, der das Land Rheinland-Pfalz auffordert, den Kommunen eine angemessene Finanzausstattung zu sichern. Der Trierer Stadtrat ist nicht mehr bereit, die Beförderung von Schülern aus dem Kreis Trier-Saarburg zu den verschiedenen Schulen in Trier zu bezahlen. Die kreisfreie Stadt Trier sieht sich dadurch benachteiligt.

Der Trierer Stadtrat hat sich in dieser Woche mit einem konkreten Beschluss an den Landtag in Mainz gewandt. In diesem fordert die Stadt Trier das Land auf, eine bessere Finanzausstattung zu sichern. Konkret weist die Stadtverwaltung in Trier darauf hin, dass sie nicht länger bereit ist, die Beförderung von Schülern aus dem Kreis Trier-Saarburg zu den Trierer Schulen zu bezahlen. Dass die Stadt Trier gerade in dieser Woche einen solchen Beschluss gefasst hat, ist natürlich kein Zufall, denn derzeit erarbeitet eine Enquete-Kommission des rheinland-pfälzischen Landtags Vorschläge für eine Neugestaltung des kommunalen Finanzausgleichs. Um in dieser wichtigen Phase Einfluss zu nehmen, brachten die Fraktionen von FWG, CDU und FDP einen gemeinsam formulierten Antrag in den Trierer Stadtrat ein. In diesem werden vor allem die folgenden Kernpunkte gefordert: enug Geld zur Selbstverwaltung der Kommunen, Schluss mit der Benachteiligung kreisfreier Städte (zu denen Trier gehört), Gewährleistung des Konnexitätsprinzips (Kostendeckung beim Übertragen von Aufgaben von Bund und Land auf die Kommunen).

Die Beförderung der Schüler zu den Trierer Schulen

Derzeit muss die Stadt Trier die Beförderung der Schüler aus dem Kreis Trier-Saarburg zu den Trierer Schulen bezahlen, da diese Einrichtungen eben in der Stadt Trier liegen (sog. Standortprinzip). Der Stadtrat Trier hat nun den Vorschlag gemacht, dass der Kreis Trier-Saarburg die Kosten in Zukunft übernehmen muss, da die Kinder schließlich auch dort wohnen (sog. Wohnortprinzip). Der Stadtrat in Trier gab zur Begründung an, dass der Kreis Trier-Saarburg immerhin Steuern von den Menschen dort beziehe. Folglich könne bzw. vielmehr müsse er sich auch um die Beförderung der Schüler kümmern und könne diese Aufgabe nicht auf die Stadt Trier abwälzen. Oberbürgermeister Klaus Jensen sprach sich für diese Änderung aus: „Nicht genug damit, dass wir uns um die Schulbauten kümmern und deren Betriebskosten tragen müssen. Hinzu kommt die Schülerbeförderung, bei der wir im Jahr 2013 etwa drei Millionen Euro Minus machen.“

Schulzentrum Trier-Ehrang: Zukünftig getrennte Orientierungsstufe

Schulzentrum Trier-Ehrang: Zukünftig getrennte Orientierungsstufe

Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat in dieser Woche entschieden, dass die Orientierungsstufe am Schulzemtrum Trier-Ehrang zukünftig getrennt werden soll. Damit werden die Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums und der Realschule Plus Ehrang wieder getrennt voneinander getrennt. Die ADD in Trier sieht keine Notwendigkeit mehr für die Zusammenlegung der Orientierungsstufe.

In dieser Woche haben Nachrichten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz das Schulzentrum Trier-Ehrang erreicht. In Zukunft soll die Orientierungsstufe des Friedrich-Spee-Gymnasiums und der Realschule Plus Ehrang wieder getrennt voneinander unterrichtet werden. Ein Sprecher des Schulministeriums sagte in dieser Woche, dass das Land damit einer Empfehlung folge, die von der ADD ausgesprochen worden sei. Die Behörde sieht laut eigenen Bekundungen keinen Grund mehr für die Zusammenlegung der beiden Orientierungsstufen.

Allerdings verwies er auch auf das formale Beteiligungsverfahren, das der Auflösung vorausgehen müsse. Getrennte Orientierungsstufen gebe es deshalb erst ab dem Schuljahr 2013/14. Das Gymnasium hatte aufgrund massiver Schülerverluste auf die Trennung gedrängt. Die sinkenden Schülerzahlen an dem Friedrich-Spee-Gymnasium scheinen noch etwas anderes zu zeigen: Anscheinend ist vor allem das Konzept der Gesamtschule in der Gesellschaft längst nicht so anerkannt wie das immer gerne in den Medien behauptet wird.

Rheinland-Pfalz: Niemand möchte das Einheits-Abitur!

Rheinland-Pfalz: Niemand möchte das Einheits-Abitur!

Erst vor einer Woche haben sich Bildungsminister der Bundesländer in Deutschland darauf verständigt, einen einheitlichen Abiturstandard einzuführen. Allerdings scheinen sowohl die Lehrer, als auch die Schüler eher skeptisch zu sein. Viele befürchten, dass die individuelle Förderung der Schüler in Zukunft nicht mehr möglich sein wird.

In der letzten Woche haben sich die Bildungsminister der Bundesländer darauf geeinigt, dass in Zukunft einheitliche Standards für das Abitur in der Bundesrepublik gelten sollen. Auf diese Weise sollen die Abiturabschlussprüfungen bundesweit vergleichbar gestaltet werden. Dennoch scheinen sowohl die Schüler, als auch die Lehrer zunächst kritisch auf diese Entscheidung zu reagieren. Statt Gleichmacherei wünschen wir uns individuelle Förderung und selbstbestimmtes Lernen“, lautet die Antwort von Julio Pires, Sprecher der Landeschülervertretung auf die Frage, was er sich von den kürzlich beschlossenen bundesweit einheitlichen Abiturstandards erhofft. Jedes Mal, wenn versucht worden sei, einheitliche Standards durchzusetzen, seien die Probleme danach größer gewesen als der vermeintliche Gewinn, sagt Pires. Zunächst haben sich die Bildungsminister darauf verständigt, dass die gleichen Lernanforderungen sich anfänglich auf die Kernfächer Mathematik, Englisch, Deutsch und Französisch erstrecken sollen. Gleichzeitig stellten die Bildungsminister aber auch deutlich klar, dass es kein Zentralabitur, wie das etwa in Frankreich üblich ist, geben wird. Derzeit haben 14 der 16 Bundesländer ein Zentralabitur. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen lehnt diese ab. Es gebe keinen Beleg dafür, „dass sie wirklich zu besserer Qualität in der schulischen Bildung führen“, sagt Ahnen im Interview.

Lehrer fordern Flexibilität

Die Lehrer in Rheinland-Pfalz sind sich derweil einig, dass es zwar einheitliche Abiturstandards geben müsse, diese dürften aber nicht zu einem Zentralabitur ausgebaut werden. Zudem fordern sie, dass die Flexibilität und der Ermessensspielraum für die Lehrer weiterhin erhalten bleiben müssen, damit sie angemessen auf die Schülerschaft des jeweiligen Jahrgangs reagieren können. Auch der Philologenverband, der die Interessen der Gymnasiallehrer vertritt, ist gegen ein Zentral-Abitur. Es sei richtig und wichtig, einheitliche Bildungsstandards zu verankern, sagt Malte Blümke, Landesvorsitzender des Verbandes. Dennoch warnte der Vorsitzende das Land Rheinland-Pfalz davor, sein hohes Niveau in Bezug auf das Abitur abzugeben.

 

 

Bildungsreform in Deutschland: Vergleichbare Abituranforderungen in den Bundesländern

Bildungsreform in Deutschland: Vergleichbare Abituranforderungen in den Bundesländern

Das Thema Bildung ist seit Jahren Sache der Bundesländer und diese nutzen die Bandbreite, die die Handlungsfreiheit ihnen hier bietet, voll aus. Folglich entstand ein Ungleichgewicht in der Wertigkeit des Abiturs. Um dieses Ungleichgewicht wieder auszugleichen, haben der Bund und die Länder beschlossen, in den Kernfächern in Zukunft einheitliche Abiturprüfungen zu stellen.

Das Thema Bildung ist in Deutschland seit Jahren sehr umstritten. Es handelt sich hierbei um eine Kernkompetenz der Länder, die gerne alle möglichen Bandbreiten, die das politische Feld zur Verfügung stellt, ausprobieren. Auf diese Weise hat jedes Bundesland in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ein eigenes Bildungssystem entwickelt. Folglich befinden wir uns in der Bundesrepublik derzeit in der schwierigen Lage, dass die Abiturprüfungen nicht mehr miteinander verglichen werden können. Es ist zur Normalität geworden, einen Abiturienten aus Bayern eher zu würdigen als jemanden, der sein Abitur in Bremen abgelegt hat. Dass es sich hierbei um einen Missstand handelt, scheint nun auch die Politik begriffen zu haben. Man ist fast geneigt, „Endlich!“ zu sagen und aufzuatmen. In Zukunft möchten sich die Bundesländer wieder stärker auf ein gemeinsames Konzept der Abiturarbeiten zumindest in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch konzentrieren. Selbstverständlich geht es hierbei nicht darum, den Schulen ein „Abiturdiktat aufzuhalsen“, denn diese müssen immer noch auf regionale und schulische Gegebenheiten reagieren können. Aber es sollen verbindliche Leistungsanforderungen gestellt werden, die alle Schüer im Bundesgebiet in den vier Kernfächern erbringen müssen, um das Abitur erfolgreich zu erhalten. Doris Ahnen, die Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz, äußerte sich wie folgt zu diesem Balanceakt: „Sie definieren klare Leistungsanforderungen, lassen aber den notwendigen und wünschenswerten Spielraum für unterschiedliche pädagogische Konzepte und die konkrete Umsetzung im Unterricht“.

Schulreform 2014/2015 erwartet

Die Vorgaben für das Abitur in den Kernfächern sollen ab dem Schuljahr 2014/2015 in den gymnasialen Oberstufen gelten. Bei der Abiturprüfung im Schuljahr 2016/2017 würden sie erstmals bundesweit Grundlage der Abiturprüfungen sein. Dann soll auch ein gemeinsamer Pool von Aufgaben zum Einsatz kommen, aus dem sich die Länder bedienen. Doris Ahnen sieht in diesem Konzept vor allem sehr große Vorteile gegenüber dem Zentralabitur, das bundesweit zum Einsatz kommen soll. Ob sich diese Hoffnung zur Gewissheit erfüllen wird, muss in den nächsten Jahren abgewartet werden, wenn die ersten vergleichbaren Abituraufgaben gestellt wurden.