Nürburgring: Controller sagt vor Gericht aus

Nürburgring: Controller sagt vor Gericht aus

Im Prozess um die Untreuevorwürfe am Nürburgring in Rheinland-Pfalz hat in dieser Woche der Controller der Rennstrecke vor dem Koblenzer Landgericht ausgesagt. Der Nürburgring-Controller gab vor Gericht an, dass der den Autoritäten aus der Politik vertraut habe. Unter anderem zählt er Kurt Beck zu diesen Autoritäten.

Derzeit wird vor dem Koblenzer Landgericht der Untreue-Prozess zum Nürburgring in Rheinland-Pfalz verhandelt. An diesem Mittwoch wurde der Controller der Rennstrecke im Zeugenstand vernommen. Dieser gab vor den Richtern an, dass er sich an die Anweisungen der Autoritäten aus der Politik gehalten habe. Zu diesen Autoritäten zählte der Controller des Nürburgrings unter anderem den Ministerpräsidenten Kurt Beck, der in Zukunft sein Amt an Malu Dreyer abtreten wird, den Ex-Ringchef Walter Kafitz und auch den ehemaligen Ring-Finanzchef Hans-Jürgen Lippelt. Des Weiteren gab der Zeuge an, dass er diesen „Instanzen“ vertraut habe. In dem Verfahren müssen sich Deubel, Kafitz, Lippelt, der Controller sowie zwei weitere Manager wegen der 2009 gescheiterten Privatfinanzierung des Ringausbaus verantworten. Die Hauptangeklagten sollen laut Anklage beim Ausbau des Freizeitparks an der Eifel-Rennstrecke für beträchtliche finanzielle Schäden mitverantwortlich gewesen sein. In dem Prozess vor dem Koblenzer Landgericht soll auch der Ministerpräsident Kurt Beck von den Richtern vernommen werden.

Nürburgring 2012: Doch Einigung in Sicht?

Nürburgring: Land und private Pächter mit Einigung?

Das Land Rheinland-Pfalz hat gegen die privaten Pächter des Nürburgrings Anklage eingereicht, weil diese nicht ihren Pachtzahlungen nachgekommen sind, obwohl sie diese hätten leisten können. Nachdem in den letzten Wochen alles nach einem langen Prozess ausgesehen hat, könnte nun das Land Rheinland-Pfalz die Wende einleiten.

In diesen Tagen macht der Nürburgring in der Eifel nicht nur mit sportlichen Veranstaltungen wie etwa dem 24-Stunden Rennen, das am vergangenen Wochenende auf der Rennstrecke ausgetragen wurde, auf sich aufmerksam. Auch abseits des Motorsports bewegt sich momentan viel in der Presse um die Traditionsrennstrecke in der Eifel. Während sich der Rechtsstreit zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und den privaten Pächtern in den letzten Wochen zugespitzt hat, scheint sich die Lage nun wieder leicht zu entspannen. Die Räumungsklage, die das Bundesland gegen die privaten Geschäftsleute eingeleitet hat, liegt in diesen Tagen wieder auf Eis. Anscheinend zeigt man sich bei der Landesregierung bereit, über einen Kompromiss außerhalb des Gerichts zu verhandeln. Ein langjähriges und damit sehr teueres Gerichtsverfahren wollen wohl beide Seiten vermeiden. Die privaten Pächter haben dem Land Rheinland-Pfalz einen Vergleichsvorschlag gemacht, über den die Landesregierung nun beraten wird.

Das Bundesland hatte eine Räumungsklage gegen die privaten Pächter eingereicht, weil diese mit ihren Pachtzahlungen ins Hintertreffen geraten waren, obwohl sie diese Leistungen angeblich hätten erbringen können. Der Freizeitpark am Nürburgring leidet seit seiner Eröffnung unter einem chronischen Besuchermangel. Aufgrund der fehlenden Pachtzahlungen hatte das Land Rheinland-Pfalz beschlossen, den Pachtvertrag aufzulösen.

Die Nürburgring Automotive GmbH schweigt

Die private Nürburgring Automotive GmbH schweigt derzeit zu den neuen Versuchen der Einigung zwischen ihr und der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Sie verwies lediglich auf eine anstehende Pressekonferenz, auf der die Geschäftsführer Kai Richter und Jörg Lindner ihre Geschäftszahlen der Nürburgring Automotive GmbH präsentieren wollen. Außerdem stellen die beiden ein neues Konzept für die Traditionsrennstrecke in der Eifel vor. Diese Pressekonferenz, die nach Angaben des Infrastrukturministeriums keine Auswirkungen auf die neuen Verhandlungen der beiden Parteien haben wird, wird am kommenden Donnerstag stattfinden.
Neben dem Rechtsstreit zwischen den privaten Pächtern und dem Land hat auch die Europäische Union einen Blick auf den Nürburgring geworfen. Sie wirft der Landesregierung vor, die Rennstrecke unverhältnismäßig stark subventioniert zu haben. Die Europäische Kommission hat bereits angekündigt, dieser Sache gründlich nachzugehen. Die Europäische Union ist die oberste Wettbewerbshüterin in Europa. Sollten sich die Verwürfe konkretisieren und bewahrheiten, müssten die Betreiber des Nürburgrings die Subventionen zu einem großen Teil zurückzahlen. Dies würde den finanziellen Ruin für die Rennstrecke bedeuten.

Europäische Union untersucht staatliche Beihilfen für den Nürburgring

EU-Kommission überprüft Nürburgring-Zuschüsse

Die Europäische Union untersucht die finanziellen Zuschüsse, die der Staat an die Nürburgring GmbH vergeben hat. In den letzten Jahren sind ungefähr 530 Millionen Euro an die Eifelrennstrecke und den kriselnden Freizeitpark geflossen.

Die Europäische Union untersucht dieser Tage die finanziellen Zuschüsse, die an den Nürburgring und den Freizeitpark geflossen sind. Nach Angaben der EU-Kommission wird nachgeprüft, ob der Staat Deutschland durch die Zuschüsse gegen geltendes EU-Recht verstoßen hat. Sollte dies der Fall sein, dann müsste der Nürburgring die komplette Summe in Höhe von knapp 530 Millionen Euro zurückzahlen. Die Europäische Union ist der oberste Wettbewerbshüter in Europa.
Das Land Rheinland-Pfalz hat den Nürburgring auf unterschiedliche Art und Weise finanziell unterstützt. Nicht nur das Land selber ist tätig geworden, sondern auch Unternehmen, die in der staatlichen Hand liegen. Auf diese Weise sind dem Nürburgring und dem Freizeitpark Darlehen, Garantien und Kapitalerhöhungen zugutegekommen. Des Weiteren soll das Land Einnahmen aus einer Glücksspielsteuer an die Eifelrennstrecke weitergeleitet haben. Es bleibt abzuwarten, wie die Prüfung der Europäischen Union ausfallen wird. Eines ist sicher: Sollte die EU feststellen, dass die Zahlungen rechtswidrig gewesen sind, wird dies den Nürburgring mitten ins Herz treffen.