Arbeitslose sollen zu Erziehern in Kindergärten umgeschult werden

Umschulung für Arbeitslose zu Erziehern

Die Bundesagentur für Arbeit in Trier plant, Arbeitslose in Zukunft zu Erziehern in Kindergärten umzuschulen. Hierfür soll qualifizierten Arbeitslosen angeboten werden, eine entsprechende Ausbildung in diese Richtung zu machen. Allerdings ist das Projekt nicht überall unumstritten.

Die Bundesagentur für Arbeit in Deutschland sucht anscheinend händeringend nach neuen Möglichkeiten, Langszeitarbeitslose wieder auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Zunächst plante man, Langzeitarbeitslose in Pflegeheimen einzusetzen. Nun hat man diesen Gedanken allem Anschein wieder verworfen und diskutiert stattdessen die Umschulung der Arbeitslosen zu Erziehern in Kindergärten. Auch in der Region Trier sollen Langzeitarbeitslose auf diese Weise wieder eine Arbeit finden. Hartz-IV-Empfänger mit Realschschulabschluss sollen in Kindergärten eingesetzt werden. 800.000 solcher Langzeitarbeitslosen gibt es in Deutschland, 1300 in der Region. Doch natürlich seien nicht alle trotz des Schulabschlusses für den Beruf des Erziehers geeignet, sagt Thomas Mares von der Trierer Arbeitsagentur. Die Agentur prüft daher, wie viele der insgesamt 10.000 Arbeitslosen, darunter auch solche, die erst seit kurzem keinen Job mehr haben, in der Region für Umschulungen infrage kommen. Diese sollen gezielt angesprochen werden. Für eine Ausbildung wurden laut Mares in den Erzieherklassen der Berufsschulen in Trier und Prüm bereits zusätzliche Plätze geschaffen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht allerdings die Pläne der Arbeitsagentur für Arbeit eher kritisch. Vertreter der Gewerkschaft haben schon angekündigt, dass man sich auf jeden Fall an der regulären Ausbildung der Erzieher in Kindergärten orientieren muss. Es wurde weiterhin davor gewarnt, Erzieher mit schlechter Ausbildung zum Einsatz zu bringen. Gerade Kinder im herkömmlichen „Kindergarten-Alter“ sind besonders anfällig für schlechte Einflüsse. Aus diesem Grund müssen die Erzieher eine grundsolide Ausbildung und die richtigen Fähigkeiten aufweisen.

Gewerkschaft bezweifelt Kandidaten für Berufsbild

Die Gewerkschaft zweifelt ferner an den möglichen Kandidaten, die bereit und geeignet sind, eine Umschulung zum Erzieher in den Kindergärten zu machen. Auch das Bistum Trier, das in der ältesten Stadt Deutschlands einige Kindergärten finanziert und am Leben hält, warnte vor schnellen Entschlüssen. Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne) begrüßt den Vorstoß der Arbeitsagentur. Unterschiedliche berufliche Hintergründe könnten bereichernd sein für Kitas, sagte Alt gegenüber regionalen Medien.