Die Judengasse in der Altstadt von Trier

Die Judengasse – Triers dunkle Vergangenheit

Die jüdische Gemeinde von Trier erlebte im Mittelalter glanzvolle Epochen und unvorstellbar grausame Zeiten. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Trier ist so beeindruckend, dass die Universität Trier inzwischen ein weltweit einmaliges Institut vorweisen kann: das „Arye-Maimon-Institut für die Geschichte der Juden“. Es beschäftigt sich ausschließlich mit der Entwicklung und Verfolgung der mitteleuropäischen jüdischen Gemeinden im Mittelalter.
In der verwinkelten Judengasse von Trier kann der Besucher zumindest optisch einen Eindruck davon bekommen, wie die Juden hier einst gelebt haben.

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Die bewegende Geschichte der Juden in Trier

Der geschichtliche Hintergrund zur Judengasse

Wenn man der Fußgängerzone in Trier einen Besuch abstattet, wird man immer auf das Bogentor bei Hausnummer 23 auf dem Hauptmarkt aufmerksam werden. Dort steht in nüchternen Buchstaben das Wort Judengasse drüber. Dieses Tor war ein Zugang zum jüdischen Ghetto in Trier. Heute fasziniert dieser Umstand viele Touristen, die die dahinter liegende Gasse begutachten. Der Ausdruck Judengasse mag vielleicht ein wenig täuschen. Zu früheren Zeiten gab es dort ein ganzes Judenviertel, das sich über die Häuser zwischen Jakobstraße und Stockplatz erstreckte. Es gab mehrere Tore wie das am Eingang der Judengasse. Diese lagen an der Einmündung der Stockstraße und der Jakobstraße und am Stockplatz selber. Diese Tore wurden leider aus einem traurigen Grund angebracht. Auf diese Weise konnte man sicher gehen, dass die Juden ihr Judenviertel nicht mehr nach der Sperrstunde verließen. Man versperrte die Tore mittels großer Eisenketten. Damit wurde das jüdische Ghetto regelmäßig zum Gefängnis für die jüdische Bevölkerung.

Eingang Judengasse in Trier

Eingang Judengasse in Trier

Die Geschichte der Juden in Trier ab dem Mittelalter

Die Verbannung der Juden aus Trier

Die Juden hatte ihre Blütezeit am Anfang des 14. Jahrhunderts in Trier. Sie profitierten von Balduin von Luxemburg, der jüdische Berater in Finanzfragen unterhielt. Allerdings schürte dies auch den Neid auf die jüdische Bevölkerung. Mit dem Eintreten der Pest in Trier, sahen einige die Chance, diese Krankheit den Juden anzuhängen. 1349 kam es zu einem schrecklichen Pogrom gegen die Juden. Man entschied sich zwar noch, einen Neuanfang mit der jüdischen Bevölkerung zu machen. Dennoch wurden die Juden 1418 endgültig von Otto von Ziegenhain aus Trier verbannt. Damit verlor auch der jüdische Friedhof, der an der Nordseite des Viehmarktes lag, an Bedeutung. Die Judenmauerstraße erinnert noch an die alte Gedenkstätte.

Die Wiedereingliederung der Juden in Trier

In den nächsten Jahrhunderten gab es keine jüdische Bevölkerung mehr in Trier. Erst im 17 Jahrhundert fand eine Wiederansiedlung statt. Allerdings war diese eingeschränkt und man musste als Jude ständig bedroht und verfolgt leben.

Im 18. und 19. Jahrhundert lebten die Juden nicht mehr in einem abgeriegelten Ghetto. Dennoch gab es bestimmte Straßenzüge, auf die sich die jüdische Bevölkerung reduzierte. Zu dieser Zeit gab es auch eine Synagoge in Trier, die in der Weberbach lag. Des Weiteren wurde zwischen 1620 und 1650 ein neuer Friedhof, südlich vor der Stadtmauer, angelegt.

Der Einfluss der Nationalsozialisten auf die Juden in Trier

Leider wiederholte sich nun die Geschichte für die Juden in dramatischer Art und Weise. Mit dem Machtantritt Hittlers veränderte sich alles für die jüdische Bevölkerung. 1933 lebten 796 Juden in Trier. Diese machten ungefähr 1% der damaligen Einwohner Triers aus. Nach den Nürnberger-Gesetzen 1935 konnten noch einige wenige rechtzeitig fliehen, bevor es 1938 zur berühmten Reichspogromnacht kam. Die Synagoge wurde beschädigt und viele Juden wurden verletzt. Im Jahre 1942 waren fast alle Juden nach Litzmannstadt oder Theresienstadt deportiert und dort ermordet worden. 1944 wurde die Synagoge durch Bombenangriffe vollständig zerstört.

Nach dem Krieg kehrten nur 14 Juden in ihre Heimatstadt zurück. Neben Gedenktafeln, soll auch die Judengasse ihren Beitragt leisten, dass man das Unheil, das der jüdischen Bevölkerung widerfahren ist, nicht vergisst. Somit ist die Judengasse sowohl Kultur, als auch Sozialengagement.