Evangelische Kirchen sollen nach und nach saniert werden

Synode beschließt die Sanierung evangelischer Kirchen

Am Wochenende hat das Parlament der evangelischen Kirchengemeinde Trier, das auch Synode genannt wird, im Gemeindezentrum in der Christuskirche getagt und über den Finanzhaushalt im kommenden Jahr beraten. Bei dieser Diskussion geriet vor allem die Sanierung von evangelischen Kirchen in den Mittelpunkt der Überlegungen. So sollen in den kommenden Jahren nach und nach marode evangelische Kirchen aus einem Rücklagendepot von 1,4 Millionen Euro saniert werden. Aus der Sicht der meisten Delegierten ist dies deshalb so wichtig, weil die Kirchen als Bauwerke auch einen Beitrag zur Identifikation mit der Religion und dem Glauben leisten. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass auch nachfolgende Generationen die Möglichkeit haben, sich in den alten Kirchengebäuden aufzuhalten, um dort die Erfahrungen einer Kirchengemeinde zu sammeln. Die Synode entschied, dass man die finanziellen Mittel so aufzuteilen habe, dass alle die Chancen erhalten, in ihren Gemeinden die Substanz der evangelischen Kirchen zu verbessern. Man entschied sich damit bewusst gegen eine Prioritätenliste, die vorgesehen hätte, dass besonders marode Kirchen den überwiegenden Anteil des Geldes bekommen.
Der Superintendent hob während der Tagung des Parlaments der evangelischen Kirchengemeinde die herausragende Bedeutung der Synode hervor. Sie liefere einen festen Bestandteil zur kollegialen Führung der evangelischen Kirche und biete seit 1610 die Möglichkeit, die Geschicke der Glaubensgemeinschaft gemeinsam zu leiten und lenken. Der Synode gehören nicht nur Theologen an, sondern auch weltliche Vertreter. So sind Staatsanwälte, Lehrer oder andere Beamte fester Bestandteil der evangelischen Synode. Insgesamt 22 Gemeinden sind Teil der Kreissynode, die damit über die Geschicke von 57.000 evangelischen Christen entscheidet.
Aber nicht nur die Frage nach der Sanierung evangelischer Kirchen stand im Mittelpunkt. Die Synode musste ebenfalls über einen Antrag einiger Gemeinden entscheiden, die eine stärkere Integrierung in kommunalpolitische Verwaltungs- und Personalangelegenheiten forderten. Dies verneinte die Synode schließlich, nachdem man heftig über das Thema diskutiert hatte. Ganz am Rande wurde die Schließung des Abschiebegefängnisses in Ingelheim bejaht.
Es bleibt abzuwarten, ob die 1,4 Millionen Euro für die 22 Gemeinden ausreichend sind, um zumindest die maroden evangelischen Kirchen in dieser Gemeinschaft zu sanieren.