Die Barbarathermen

Die Überreste der Barbarathermen

Die Überreste der Barbarathermen liegen in der Südallee inmitten der ältesten Stadt Deutschlands. Ursprünglich umfasste das Gebiet dieser Thermen etwa 4,2 Hektar. Davon wurde bis heute etwa ein Viertel ausgegraben. Am besten erhalten ist sicherlich das Kellergeschoss der Barbarathermen. Mit der oben schon mal erwähnten Größe von 4,2 Hektar zählten die Barbarathermen lange Zeit zu den größten Badeanlagen des gesamten römischen Reiches.

Die Geschichte der Barbarathermen

Baubeginn und Ausstattung

Wissenschaftler datieren den Bauginn auf die Mitte des 2. Jahrhundert nach Christus. Die Barbarathermen sind symmetrisch angelegt. Deshalb gibt es eine klar definierte Mittelachse, auf der die Palaestra (Gymnastikplatz), das Frigidarium (Kaltwasserbad), das Tepidarium (Warmluftbecken) und das Caldarium (Warmwasserbad) liegen. In den Nebenräumen sind Sauna, Umkleideraum und Waschraum angeordnet. Ein Highlight der Barbarathermen in Trier war das 1,40m tiefe überdachte Hallenschwimmbad. Zudem war dieses auch noch beheizbar.

Das Innere der Barbarathermen

Nicht nur von außen sind die Barbarathermen ein echter Hingucker, sondern auch im Inneren offenbaren sich dem Besucher interessante römische Details. Hinter dem Wärterhaus wurde ein Teil der antiken Fußbodenheizung rekonstruiert. Das Badewasser wurde übrigens über ein Aquädukt aus der Ruwerwasserleitung herbeigeführt.

Die Barbarathermen im Mittelalter

Im 4. Jahrhundert wurden die Barbarathermen das erste Mal renoviert. Nach der Nutzung bis ins 5. Jahrhundert, fielen die Thermen der fränkisch-merowingischen Zeit zum Opfer. Sie wurden zu Wohnbauten umgestaltet und waren bis ins 11. Jahrhundert die Residenz für das Ministerialgeschlecht der „Herren von der Brücke“. Diese Umgestaltung brachte es auch mit sich, dass auf der ehemaligen Palaestra der Barbarathermen eine Kirche errichtet wurde. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Schicksal für die einst stolzen Badeanlagen noch düsterer. Nun wurden sie einfach nur noch als Steinbruch gebraucht. Diese Abnutzung fand ihren Höhepunkt, als die Barbarathermen in Jesuitenbesitz kamen. Die ersten Ausgrabungen wurden in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts durchgeführt.

Trotz der nicht immer hoheitlichen Behandlung der Barbarathermen, sind sie dennoch ein lohnenswertes Ziel für eine ausgiebige Besichtigung.