Probealarm am 27. und 28. Juni 2012 im Atomkraftwerk Cattenom

Probealarm im Atomkraftwerk Cattenom

Das Atomkraftwerk Cattenom an der deutsch französischen Grenze macht immer wieder durch Zwischenfälle auf sich aufmerksam. Bis jetzt sind dadurch noch keine größeren Schäden entstanden. Dennoch werden die Stimmen für eine Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom immer zahlreicher. Um sich auf den Ernstfall vorzubereiten, wird es in der kommenden Woche einen simulierten Störfall geben.

Das Atomkraftwerk Cattenom sorgt seit Jahren für Aufregung in der Großregion. Immer wieder macht das französische Atomkraftwerk mit Störfällen auf sich aufmerksam. Selten können alle vier Reaktoren ordnungsgemäß Strom erzeugen. Bis jetzt wehrt sich vor allem die französische Atomaufsichtsbehörde dagegen, Cattenom endlich vom Netz zu nehmen. Der Druck der Menschen aus der Region wird immer größer. Immerhin hätte eine Katastrophe in Cattenom auch schwerwiegende Folgen für die Bewohner in Trier, Luxembourg oder im Saarland. Aus diesem Grund ist das Atomkraftwerk kein rein französisches Problem. Zum Glück sind bis jetzt trotz all dieser Störfälle noch keine bleibenden schwerwiegenden Folgen entstanden.
In der kommenden Woche wird es einen Übungsalarm im Atomkraftwerk Cattenom geben, um einen Ernstfall zu simulieren. Auf diese Weise soll ein mögliches Szenario für die Rettungskräfte durchgespielt werden.

Saarländisches Innenministerium hat die Führung

Das besondere an einem Übungsfall in Bezug auf Cattenom ist, dass mehrere Staaten an einer Rettungsaktion beteiligt sind. Aus diesem Grund ist die Koordination der einzelnen Gruppen noch bedeutsamer. Die Übungen am 27. Und 28. Juni 2012 werden allerdings erst einmal nur auf politisch-administrativer Ebene stattfinden. Einsatzkräfte werden nicht konkret ausrücken. Allerdings werden die verschieden Krisenstäbe zusammenkommen. Auf diese Weise soll die Kommunikation zwischen allen Beteiligten verbessert werden. Es werden sich neben dem Saarland auch noch Rheinland-Pfalz, Luxembourg, Belgien und Frankreich an dieser Übung beteiligen. Teilnehmen werden auf rheinland-pfälzischer Seite unter anderem das Innenministerium, das Wirtschaftsministerium mit seiner Fachberatung für Strahlenschutz sowie die Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Im Saarland sind das Innen-, das Gesundheits- und das Umweltministerium sowie die Führungs- und Lagezentrale des Landespolizeipräsidiums mit dabei.

m April 2011 war auf einem regionalen Sondergipfel vereinbart worden, dass es bis 2013 insgesamt drei Übungen geben soll. Die weiteren Übungen sind im Dezember unter der Leitung von Luxemburg sowie im Frühjahr 2013 unter der Führung Frankreichs vorgesehen.