Was tun gegen den Alkoholkonsum in der Ostallee?

Die Tankstelle bleibt! Der Alkoholkonsum auch?

In den letzten Wochen hat die Diskussion um den Erhalt der Tankstelle in der Ostallee in Trier das politische Klima in der Römerstadt geprägt. Nun ist es beschlossene Sache, dass die Tankstelle über das Jahr 2012 hinaus erhalten bleibt. Die Tankstellengegner hatten in der Diskussion häufig angeführt, dass die Tankstelle vor allem am Wochenende dafür sorgen würde, dass nächtliche Partys von Jugendlichen in der Ostallee gefeiert werden. Diese würden die Gelegenheit nutzen und sich an der „Blauen Lagune“ mit frischem Alkohol eindecken. Diese Partys sind den Anwohner in der Ostallee schon lange ein Dorn im Auge, denn die Jugendlichen sind nicht nur laut, sondern lassen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jedes Mal ihre leeren Alkoholflaschen zurück. Jeden Morgen muss der Grünstreifen in der Ostallee von Neuem aufgeräumt und von den nächtlichen Partys gereinigt werden. Die Frage, die sich nun stellt, ist aber eine ganz andere. Es gilt zu ergründen, ob die Tankstelle wirklich der ausschlaggebende Faktor für den Alkoholkonsum in der Ostallee darstellt. Dies kann als höchst zweifelhaft gehalten werden.

Der Alkohol an der Tankstelle in der Ostallee ist deutlich teurer als es beispielsweise in den Supermärkten der Fall ist. Viele Jugendliche können und wollen es sich einfach nicht leisten, so viel Geld für eine Flasche Wodka oder ähnliches auszugeben. Schließlich muss man davon ausgehen, dass viele dieser Jugendlichen mehrfach im Monat, in der Regel jedes Wochenende, in der Ostallee zusammenkommen, um für andere Partys „vorzuklühen“. Vielmehr bringen viele den Alkohol von zu Hause mit oder kaufen ihn im nahegelegenen Alleencenter. Dort ist der Supermarkt Kaufland jeden Freitag und Samstag bis 22 Uhr geöffnet. Dementsprechend nutzen die meisten Jugendlichen diese Gelegenheit gerne aus. Ein solcher Abend sieht dann meistens wie folgt aus: Man trifft sich am Hauptbahnhof, denn dorthin fahren die meisten Busverbindungen. Anschließend geht man zusammen in das Kaufland und deckt sich für wenig Geld mit billigen Spirituosen ein. Vorteilhaft ist, dass man im Kaufland immer jemanden findet, der bereits volljährig ist. Dies ist wichtig, denn das Personal des Supermarktes fragt in aller Regel nach dem Ausweis. Im Anschluss ziehen die Jugendlichen, die meist in Gruppen unterwegs sind, weiter in die Ostallee oder auch in den Palastgarten. Nicht selten trifft man solche Gruppen auch vor dem Max-Planck Gymnasium in Trier an. Auf diese Weise, ist es vielen möglich, für einen geringen Geldaufwand viel Alkohol zu konsumieren. Die Folge ist meistens der Zustand der Betrunkenheit.

Flächendeckende Kontrollen

Die Diskussion um den Erhalt der Tankstelle in der Ostallee hat gezeigt, dass man sich auf politischer Ebene anscheinend zumindest dem Problem bewusst ist. Leider hat man daraus die falschen Schlüsse gezogen, denn die Tankstelle mag vielleicht einen Beitrag zu den nächtlichen Partys liefern. Dieser ist jedoch sicherlich als gering zu betrachten. Dennoch sollte man sich langsam überlegen, ob man nicht einen anderen Weg finden kann, für mehr Ordnung in der Ostallee zu sorgen.
Es ist höchst verwunderlich, dass es so wenige Kontrolle der Jugendlichen dort gibt. Vielleicht könnte man darüber diskutieren, dass man versucht, mindestens an drei Freitagen im Monat, die großen Gruppen an Jugendlichen zu kontrollieren und auf diese Weise den Missbrauch alkoholischer Getränke zumindest ein wenig zu mildern. Der Alkoholkonsum ist nur ein Problem, der sich in der Ostallee und den umliegenden Straßen realisiert. Oft kommt es zu Gewaltausbrüchen, bei denen es auch mal zu Verletzungen kommen kann.
Anstatt den Fokus auf die Tankstelle zu legen, sollte der Stadtrat Trier lieber nach anderen Möglichkeiten suchen. Die nächtlichen Partys mit den betrunkenen Jugendlichen in der Ostallee in Trier sind immer mehr ein Problem, dass nicht nur Anwohner nervt, sondern auch Passanten. Viele Menschen meiden inzwischen das Gebiet, weil sie Angst haben, in Konflikt mit den Alkoholisierten zu geraten.