Atomkraftwerk Cattenom: Strafanzeige gegen EDF

Das Atomkraftwerk Cattenom macht seit Jahren mit zahlreichen Störfällen auf sich aufmerksam. Der Druck der Öffentlichkeit, die eine Abschaltung fordern, wird immer größer. Angeblich hat eine Gruppierung in Frankreich nun Strafanzeige gegen den Betreiber EDF eingereicht. Der Energiekonzern soll etliche Mängel am Atomkraftwerk Cattenom vertuscht haben. Die Staatsanwaltschaft in Thionville ermittelt angeblich gegen die Betreiber des Atomkraftwerks Cattenom.

Das Atomkraftwerk Cattenom hat in den letzten Jahren für sehr viel schlechte Presse gesorgt. Immer wieder wurden in der nahen Vergangenheit Stör- bzw. Zwischenfälle in dem französischen Atomkraftwerk registriert und es gehört erher zu den seltenen Momenten, dass alle Reaktoren vollkommen einsatzfähig sind. Nun hat angeblich eine Gruppierung in Frankreich Strafanzeige gegen die Betreiber des Atomkraftwerks eingereicht. Das französische Netzwerk Sortir du Nucléaire (Raus aus der Kernkraft) soll nach Berichten regionaler Medien bei der Staatsanwaltschaft in Thionville Anzeige erstattet haben. Angeblich soll der französische Energiekonzern EDF, der zugleich auch der Betreiber des Atomkraftwerks Cattenom ist, einen technischen Fehler in dem Kernkraftwerk vertuscht haben.

Zwei Ventile fehlen im Atomkraftwerk Cattenom

In jedem der vier Reaktorblöcke befinden sich Wasserbecken, in denen die abgebrannten Brennstäbe im Anschluss abgekühlt werden können. Diese Becken werden ständig durch Rohrleitungen mit Wasser versorgt. Um im Fall einer eventuellen falschen Bedienung des Systems einen Sog zu vermeiden, müssen diese Leitungen mit bestimmten Ventilen ausgestattet sein. Am 18. Januar wurde bei einer Kontrolle des Atomkraftwerks Cattenom festgestellt, dass bei den Zu- und Ablaufrohren jeweils ein Ventil fehlt. Aus diesem Grund kann im Falle eines Notfalls kein Druckausgleich in dem Abkühlbecken stattfinden. Angeblich fehlen diese beiden Ventile bereits seit der Inbetriebnahme der Reaktoren Cattenoms. Im schlimmsten Fall hätte dies auch zu einer ähnlichen Wasserstoffexplosion führen können wie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima.
Das Netzwerk Sortir du Nucléaire behauptet nun, dieser technische Fehler sei vom AKW-Betreiber aber schon im Jahr 2011 entdeckt worden sein. Sollte das Netzwerk damit Recht haben, hätte sich der Betreiber strafbar gemacht. Laut französischem Recht müssen Zwischenfälle und Unregelmäßigkeiten an die zuständige Behörde gemeldet werden. Dies muss unmittelbar nach der Entdeckung solcher Vorfälle geschiehen. Aus diesem Grund vermutet Sortir du Nucléaire, dass EDF die Panne vertuschen wollte.

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