300 Menschen können aufatmen – Trierer Stahlwerk muss vorerst nicht schließen

Am gestrigen Donnerstag fand im Trierer Stahlwerke eine Versammlung statt, in der der Insolvenzverwalter aus Dortmund die Belegschaft darüber aufklärte, wie es in der nahen Zukunft weiter gehen wird. Viele hatten mit einer Befreiung der Arbeiter gerechnet. Doch ein neuer Auftrag hält das Trierer Stahlwerk am Leben.

300 Menschen bangen seit November 2011 um ihren Arbeitsplatz im Trierer Stahlwerk. Gestern fiel die erste kleine Vorentscheidung, wie es mit dem Unternehmen weiter gehen könnte. Der Insolvenzberater aus Dortmund hatte die komplette Belegschaft zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Viele rechneten damit, dass sie von der Arbeit freigestellt werden würden. Dieser Vorgang ist im Insolvenzrecht zulässig. In diesem Fall wäre der Arbeitsvertrag mit dem Trierer Stahlwerk aufrecht erhalten geblieben, allerdings wäre die Arbeitsagentur mit Lohnzahlungen eingesprungen. Dennoch hätte dieser Schritt viele Menschen in der Region Trier zur Untätigkeit gezwungen.
Sehr zur Freude der 300 Angestellten, konnte der Insolvenzverwalter verkünden, dass es einen Auftrag geben werde, der das Trierer Stahlwerk zumindest bis Anfang Februar „über Wasser halten kann“. Damit können alle Arbeitnehmer vorerst regelmäßig zur Arbeit kommen. Wie es danach mit dem Trierer Stahlwerk weitergeht, ist noch völlig offen. Eines ist sicher: Die Situation hat sich deutlich verbessert. Für den Insolvenzverwalter ist es einfacher, einen Investor zu finden, wenn in dem zu verkaufenden Werk auch produziert wird. Zudem kann ein vollständiges Insolvenzverfahren ab Februar eingeleitet werden. Das bedeutet, dass die Gläubiger neu mit dem Trierer Stahlwerk über die Tilgung der Schulden verhandeln müssen oder können. Im Moment hat das Stahlwerk 150 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Sollte es zu fruchtbaren Verhandlungen kommen, könnte sich diese Last deutlich reduzieren.
Trotzdem ist das Trierer Stahlwerk und damit die Jobsicherheit für die 300 Angestellten längst noch nicht sicher. Ganz im Gegenteil, noch kann jedes Szenario eintreffen.
Sollte sich das Insolvenzverfahren als erfolgreich herausstellen, könnte dies zu einem Neuanfang in der Fabrik führen.
Auch der Nachbar in Luxembourg hat Probleme in der Stahlindustrie. Die Produktionsfirma Arcelor Mittal hat zwei Werke nur noch „auf Sparflamme laufen“. Im Februar 2012 soll in dem kleinen Großherzogtum dann endgültig über den Stahlstandort entschieden werden. Trotzdem rechnet man branchenweit in diesem Jahr mit keinem merklichen Einbruch.
Wie es letztlich mit dem Trierer Stahlwerk weitergeht, ist aus der jetzigen Sicht noch nicht zu sagen. Sowohl der Weg aus der Krise, als auch die Schließung stehen im Rahmen der Möglichkeiten.

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