Verwaltung denkt über Sexsteuer in Trier nach

Anscheinend denkt die Verwaltung in Trier wieder über die Einführung einer Sexsteuer für Bordelle, Clubs und andere Etablissements nach. Zuletzt war die Sexsteuer abgelehnt worden, weil der Aufwand einfach zu groß sein soll. Wittlich und Bitburg zeigen aber genau das Gegenteil.

Die Diskussion um eine Sexsteuer in Trier ist wieder aufgeflammt. Die Verwaltung der alten Römerstadt denkt darüber nach, eine solche Steuer für Bordelle, Clubs und andere ähnliche Etablissements einzuführen. In Trier scheint es 20 solcher Einrichtungen zu geben, die unter die Sexsteuer fallen könnten. Bereits vor einigen Monaten wurde über diese Vergnügungssteuer verhandelt. Damals lehnte man sie aber aufgrund des hohen Aufwandes ab.

Bitburg und Wittlich können als Vorbild dienen

Die Städte Wittlich und Bitburg, die beide über eine Sexsteuer verfügen, haben allerdings erfolgreich vorgemacht, dass der Aufwand sehr gering sein kann. In Bitburg, das über acht fragliche Etablissements verfügt, erwirtschaftet die Sexsteuer zwischen 30.000 und 35.000 Euro jährlich. Aufhänger der Versteuerung sind sowohl die Gewerbefläche der Clubs, als auch die Anzahl der Arbeitstage im Jahr. Diese seien Konstanten, die man nur einmal ermitteln muss, heißt es aus den Reihen der kommunalen Politik in Bitburg.
Letztlich scheint es auch in Trier nicht schwer zu sein, die 20 betroffenen Etablissements zu besteuern. Dennoch darf nicht vorschnell über die möglichen Folgen hinweggesehen werden. Die Sexsteuer soll primär nicht das Bordell, sondern den Freier treffen. Das heißt, dass die Etablissements die geforderte Steuer von ihren Mädchen haben wollen, die diese wiederum durch Aufpreis von den Freiern erhalten müssen. Die Folge sind steigende Preise in den Bordells, Clubs und ähnlichen Einrichtungen. Der Unternehmerverband Erotikgewerbe kritisiert allerdings, dass der Staat die Bordellbesitzer damit zu sehr in seinen Dienst nimmt und sie zu seinem verlängerten Arm mache. Darüber hinaus komme es durch die Sexsteuer sicherlich zu einer Wettbewerbsverzerrung, denn Prostituierte, die auf dem Strich oder in der eigenen Wohnung arbeiten, müssten diese Steuer nicht entrichten. Damit fördere man undurchsichtige Strukturen der Prostitution.
Konkret könnte dies in Trier bedeuten, dass die Sexsteuer den „Strich in der Ruwerer Straße“ fördern könnte.
Es bleibt abzuwarten, welches Konzept die Verwaltung in der nächsten Zeit erarbeiten kann. Eine Einführung der Sexsteuer ist auf jeden Fall möglich und angesichts der Mehreinnahmen von ungefähr 300.000 Euro auch wahrscheinlich.

 

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