Römer in Trier – Eine Gründung mit Vorlauf

Die Gründung Triers aus dem Jahre 17/16 v. Chr. geht auf die Befestigung der römischen Territorialgewinne zurück, die mit Außenposten gesichert werden mussten. Zuvor war Trier schon von anderen, vornehmlich keltischen, Volksstämmen besiedelt gewesen. Die Treverer, nach denen die Stadt der Römer fortan benannt wurde, siedelten noch am Moselufer, als die Römer in das Gebiet kamen und es in Besitz nahmen. Im Anschluss besetzte das Heer das heutige Stadtgebiet und errichtete ein Lager, das binnen kurzer Zeit in einen befestigten Außenposten umgewandelt wurde, von dem aus das umliegende Territorium gesichtet und gesichert werden konnte. In seiner Anfangszeit hatte Trier somit einen ausschließlich militärischen Status und wurde als strategischer Rückzugs- und Lagerplatz der römischen Einsatzkräfte genutzt.

Trier und die Römer

Trier und die Römer

Triers Aufstieg und die Römer

Im Zuge der Befriedung der Provinzen, die unter Augustus flächendeckend im römischen Reich durchgesetzt wurde, konnte Trier seiner bloß strategischen Funktion entwachsen. Zunächst als militärischer Überwachungsposten der nordöstlichen Provinz Gallia Belgica entstanden, wurde Trier in der Folgezeit zu einer typisch römischen Stadt ausgebaut, samt Forum, Römerbrücke und Amphitheater. Dabei wurden die ortsansässigen Treverer jedoch keineswegs aus der Region vertrieben, sondern nach und nach in den Stadtverband integriert. Auf einen letzten Aufstand im Jahre 70 n. Chr. folgte die völlige Eingliederung des treverischen Stammes in die römische Kultur und Lebensführung. Nach einer kurzen Anlaufphase florierte auch die Wirtschaft in der jungen Stadt mit dem schillernden Namen „Augusta Treverorum“, verstanden sich doch auch die Römer schon auf die Kunst des Weinanbaus, der auf den sanften Hängen des Moselgebiets so vorzüglich gelang. Wein aus dem Moselgebiet machte sich deshalb auch als hochwertiges Gut in Rom einen Namen. Im Laufe der nachchristlichen Jahrhunderte stieg die Stadt gar zu einer führenden Metropole des römischen Reiches auf und diente in der Spätantike als kaiserliche Residenzstadt.

Bedeutend als belebte Pionierstadt

Trier wurde als erste Stadt auf deutschem Boden gegründet und anschließend zu einer antiken Metropole ausgebaut. Durch die direkte Flussanbindung an die Mosel konnte sich der Ort im Moselgebiet auch als Zentrum des Handelsverkehrs der Provinz Belgica etablieren. Die Einwohnerzahl wuchs mit der Zeit bis in den hohen fünfstelligen Bereich an, wodurch die Stadt in der Spätantike stets unter den bevölkerungsreichsten Zentren des römischen Reiches rangierte. Der Bau einer kaiserlichen Palastanlage inklusive Thermen unter Kaiser Konstantin im vierten nachchristlichen Jahrhundert unterstrich nur noch den unschätzbaren Wert, den die Stadt für das römische Reich mittlerweile hatte. Nicht umsonst wurde Trier kurz nach seiner Gründung als eine von sehr wenigen Städten mit dem Ehrentitel „Augusta“ ausgestattet, durch den die Stadt dem ersten Kaiser Augustus gewidmet war.

Das römische Trier heute

Heutzutage kann man die römischen Ursprünge der Stadt Trier anhand einiger imposanter Relikte bestaunen. Zuallererst sei dabei auf die Porta Nigra verwiesen, ein monumentales Stadttor, das nicht nur im Kern der heutigen Stadt vorzufinden ist, sondern weiterhin als das führende Wahrzeichen derselben gilt. Beinahe ebenso berühmt, aber nicht im Ganzen erhalten sind die Kaiserthermen. Dennoch stellen die antiken Bäder eine erstaunlich gut konservierte römische Badeanlage dar, die in der zeitgenössischen Forschung als repräsentativ gilt. Darüber hinaus hat mit der Römerbrücke ein Überbleibsel aus der frühesten Zeit die Jahrtausende überdauert. Die älteste Brücke Deutschlands erlangte im zweiten Weltkrieg noch einmal späten Ruhm, als die Amerikaner über die Brücke nach Trier eindrangen und die Stadt unter ihre Kontrolle brachten. Inmitten einer städtischen Parkanlage ist das alte Amphitheater in den Boden eingelassen. Der römische Rundbau bietet auch heute noch den örtlichen Rahmen für Unterhaltung und Veranstaltungen. Unter anderem werden hier Römer- und Gladiatorenshows aufgeführt, die das antike Treiben in der Moderne aufleben lassen.Die wichtigsten Relikte im Überblick:

  • das alte Stadttor, die Porta Nigra
  • das römische Amphitheater
  • die Kaiserthermen des Konstantin
  • die Römerbrücke am Moselufer

Das römische Altertum in der Neuzeit

Die römische Geschichte Triers wurde an vielen Stellen bewahrt und restauriert. Die sowohl einzigartigen als auch repräsentativen Monumente, die das Trierer Stadtbild zieren, helfen, die Vorstellungskraft zu beflügeln und sich ein Bild vom Aussehen einer antiken Metropole zu machen. Nur an wenigen Orten konnte die römische Zivilisation die Zerstörungskraft der Jahrtausende so eindrucksvoll überdauern. Als Militärposten begonnen, wuchs Trier zu einer blühenden Provinzstadt heran, die zu hohem Ruhm emporklomm. Durch die Einbindung des indigenen Stammes der Treverer in die römische Stadtgemeinschaft steht sie Spalier für die Wichtigkeit von Toleranz und gelungener Integration. Als erste Stadt Deutschlands umweht Trier auch heute noch eine Aura von Historie und Mythos. Manchmal zum Leidwesen neuer Bauvorhaben, die nicht selten mit einem Fund aus der Römerzeit enden

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