Trier könnte Prostitution besteuern

Die Stadt Trier hat an einem Schuldenberg von über 600 Millionen Euro zu knabbern, der auf dem schnellsten Wege abgebaut werden soll. Um dies möglichst gut hinzubekommen, ist die Stadt Trier eigentlich dazu verpflichtet, jede Einnahmequelle, die sich ihr potenziell bietet, wahrzunehmen und auszunutzen. Aus diesem Grund kann es durchaus der Fall sein, dass in der Zukunft Bordelle und Prostituierte in Trier stärker besteuert werden. Im Moment bezahlt auch dieses Gewerbe den üblichen Gewerbesteuersatz. Dass dies nicht zwingend die Regel sein muss, beweist der Blick auf das Reglement in den Städten Wittlich und Bitburg, die beide in unmittelbarer Nähe zu Trier an der Mosel liegen. Dort wurde beschlossen, dass sowohl Bordelle, als auch Prostituierte einen gesonderten Steuersatz an den Staat zu leisten haben. Dies wurde möglich, weil im Sommer das so genannte Vergnügungsgesetz geändert worden war. So ist es seitdem den Kommunen und Gemeinden erlaubt, Glücksspiel und Prostitution auf besonderem Wege zu besteuern. Diesen Umstand machen sich Wittlich und Bitburg schon seit einiger Zeit zu nutzen.

Stadt Trier hält eine zusätzliche Versteuerung für zu aufwendig

Die Stadt Trier ist davon überzeugt, dass eine Einführung einer solchen Steuer eher zu mehr Ausgaben führen könnte. Grund ist die Unübersichtlichkeit, die im horizontalen Gewerbe herrscht. Der Aufwand wäre zu groß, alle Prostituierten zweifelsfrei zu ermitteln und die neue Besteuerung flächendeckend durchzusetzen. So haben Schätzungen ergeben, dass die Stadt Trier mit Mehreinnahmen von ungefähr 60.000 Euro rechnen kann, wenn man Bordelle und Prostituierte neu und höher besteuert. Allerdings würden die Verwaltungskosten vermutlich noch über diesem Betrag liegen. Aus diesem Grund wäre die Einführung einer solch ausgearbeiteten Steuer vermutlich mit einem Eigentor gleichzusetzen. Die Kosten würden nicht verringert, sondern noch weiter erhöht werden. Inwieweit man dieser Argumentation beipflichten kann, ist schwierig zu beurteilen. Zunächst müsste die genaue Zahl der Prostituierten und Bordelle in Trier ermittelt werden. Anschließend ist es von Nöten, ein geeignetes Besteuerungssystem aufzustellen. Ist dies geschehen, lassen sich genauere Angaben über die Balance zwischen Ausgaben und neuen Einnahmen durch eine solche Steuer treffen.

Besitzer von Bordells kündigen ersten Protest an

Eines scheint aber jetzt schon sehr sicher zu sein: Die Besitzer der Bordelle in Trier werden nicht gerade hoch erfreut auf eine neue Steuerregelung reagieren. So gaben jetzt schon einige an, sich ungerecht behandelt zu fühlen, weil Prostitution nach dem Gesetz ein ganz normales Gewerbe ist. Aus diesem Grund sei es nicht zu rechtfertigen, dass in dieser Branche Zusatzsteuern anfallen sollen.

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