Die „Physiker“ von Dürrenmatt im Theater Trier

Das Theater Trier wird ab dem 3. März 2012 das Werk „Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt aufführen. Damit setzt es eine fünfzigjährige Tradition fort. „Physiker“ war eines der erfolgreichsten Werke von Friedrich Dürrenmatt.

Im Theater Trier wird ab dem 3. März 2012 das Werk „Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt aufgeführt. Vor fast genau fünfzig Jahren wurde die Tragikomödie zum ersten Mal im schweizerischen Zürich uraufgeführt. Die Premiere der Koproduktion mit dem Theater Eschsur-Alzette beginnt am ersten Samstag im März um 19.30 Uhr im Großen Haus.
Friedrich Dürrenmatt ist für seine absurd-groteske Dramentheorie bekannt. Seiner Meinung nach, ist eine Geschichte erst dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat. Je mehr der einzelne seine Wege und Entscheidungen plant, desto intensiver und auch häufiger wird sein Lebensplan durch den Zufall überrascht. Die Überraschung ist keinesfalls positiv zu bewerten, sondern führt in den meisten Fällen zu dramatischen Entwicklungen. Auch das Werk „Physiker“ ist ein Musterbeispiel für diese Dramentheorie.

Die Handlung

Drei Physiker lassen sich in eine psychiatrische Klinik einweisen. Dabei verfolgen sie höchst unterschiedliche Ziele. Einer der Physiker, Johann Wilhelm Möbius, behauptet die Weltformel entdeckt zu haben. Er befürchtet jedoch, dass diese höchst wissenschaftlich reelle Formel in den falschen Händen für den Untergang der Menschheit sorgen kann. Deshalb sucht er als Geisteskranker Zuflucht in der Klinik. Aus diesem Grund versichert er den Ärzten, dass ihm der König Salomon erscheine und ihm Weisungen für sein Leben auferlege. Die anderen beiden Physiker tragen die klangvollen Namen Albert Einstein und Isaac Newton. Auch sie sind ebenfalls nicht geisteskrank, sondern trachten, eigentlich als Ermittler im Dienste verschiedener Regierungen stehend, nach den Forschungsergebnissen von Möbius. Weil den drei Physikern die eine oder andere Krankenschwester auf die Schliche kommt, müssen diese kurzerhand „aus dem Weg geschafft werden“. Trotz allen Bemühungen, nimmt das Unheil seinen Lauf und die Geschehnisse liegen schon lange nicht mehr in den Händen der vordergründig handelnden Physiker.

Friedrich Dürrenmatt diskutiert mit dem Werk „Physiker“ ein Thema, das heute nicht aktueller sein könnte. Er stellt den Fortschritt, den die Menschen mittels Wissenschaft erreichen können, in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Er knüpft an den wachsenden Fortschritt die sich ebenfalls steigernde Verantwortung und weist darauf hin, dass jede Technik meistens auch missbraucht werden kann.

Während das atomare Wettrüsten im vergangenen Jahrhundert zwischen Russland und Amerika den konkreten Hintergrund für das Werk „Physiker“ bilden, ist vor allem die Atomkraft das bestimmende Thema unserer Zeit. Gerade nach den Vorfällen in Fukushima und dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und der gesamten westlichen Welt, ist die Atomkraft ein sehr gutes Beispiel für die Arten von Technologien, auf die Friedrich Dürrenmatt in seinem Werk hinweisen möchte. Gerade diese Vernetzung der Thematik des Dramas in die heutige Zeit, macht es so sehenswert.

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