Pfleger und Pflegerinnen dirngend gesucht

Der Beruf des Pflegers bzw. der Pflegerin ist in ganz Deutschland nicht wirklich beliebt. Überall scheinen die Schüler kein großes Interesse an dieser Tätigkeit zu haben. Die Folgen sind gravierend. Einrichtungen, wie Krankenhäuser, Altenheime oder Pflegedienste, suchen vergebens nach gut ausgebildeten Pflegern oder Pflegerinnen. Trotz aller Bemühungen herrscht fast überall der Notstand.
In der Großregion Trier ergeht es diesen Einrichtungen leider auch nicht besser. Vielmehr leidet gerade die Stadt Trier unter einem Mangel an Pflegekräften, der noch ausgeprägter als in anderen Teilen Deutschlands ist. Fraglich ist, ob die Stadt Trier vielleicht unsozial ist und die Menschen einfach kein Interesse daran haben, andere Mitmenschen zu pflegen. Dies kann man zum Glück aller Voraussicht nach verneinen, denn die Gründe für den Pflegekräftemangel liegen in anderen Tatsachen. Ein großes Problem ist das Nachbarland Luxembourg. Während die Pflegerinnen und Pfleger in Deutschland eher schlecht bezahlt werden, kann das Pflegepersonal in Luxembourg mit dem Lohn am Ende des Monats schon eher ganz gut Leben. Der Mindestlohn in Luxembourg, der im Moment bei zwölf Euro die Stunde liegt, fällt um fast vier Euro höher aus als in Westdeutschland. Dort haben die Pfleger und Pflegerinnen nur einen Anspruch auf 8,50 Euro. Aus diesem Grund ist es nicht weiter verwunderlich, dass Pflegekräfte aus der Region Trier lieber in Luxembourg arbeiten, wo sie für die gleiche Tätigkeit teilweise 500 Euro mehr am Ende des Monats haben. Hinzu kommt, dass die meisten Qualifikationen, die man in Deutschland erhalten hat, unbürokratisch und schnell im Großherzogtum Luxembourg anerkannt werden. Letztlich sind auch die Arbeitsbedingungen im Nachbarstaat deutlich besser. In Deutschland müssen die eingesetzten Pfleger und Pflegerinnen nicht selten viele Überstunden leisten, weil es eben einen Mangel an Fachkräften gibt. Schließlich kann man pflegebedürftigen Menschen nur sehr schwer die Pflege verweigern, weil die Schicht endet.

Viele Einrichtungen berichten darüber, dass gerade die qualifizierten Pflegekräfte nach Luxembourg gehen. Gerade in Trier trifft man dann häufig auf Bewerber, die sich auf eine ausgeschriebene Stelle melden, ohne zu wissen, was sie eigentlich bei dem Beruf des Pflegers erwartet. Dieser setzt sowohl sehr hohe Ansprüche an die Psyche, als auch Anforderungen an die physischen Fähigkeiten. In beiden Bereichen muss man seine Leistungen täglich abrufen können, um dem Beruf gerecht werden zu können.

Aufgrund dieser Situation, die sich durch den demografischen Wandel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch verschärfen wird, und der Wichtigkeit des Themas muss auf dem schnellsten Wege nach brauchbaren Lösungen gefunden werden.
Deutschland im Allgemeinen und die Stadt Trier im Speziellen braucht ein Konzept, dass das ganzheitliche Erscheinungsbild des Berufes des Pflegers wieder aufwertet. Auf der einen Seite müssen die Arbeitsbedingungen aufgebessert werden. Hier muss sich gefragt werden, ob beispielsweise die Bezahlung für die hohen Anforderungen, die der Beruf mit sich bringt, angemessen ist. Darüber hinaus, muss man auf der anderen Seite die Ausbildung effizienter gestalten. Ein sehr guter Ansatz liefert derzeit die Universität Trier, die mit dem Gesundheitsministerium und dem Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Studiengang zum Thema Pflege anzubieten. Durch einen akademischen Abschluss könnten auch eventuelle Lohnsteigerungen gerechtfertigt werden. Allerdings ist es sicherlich von Nöten, einen neuen Studiengang eher praktisch, als theoretisch auszulegen. Gerade der Beruf des Pflegers lebt von praktischer Erfahrung. Die wesentlichen Fähigkeiten, die man mitbringen muss, sind nicht in der Theorie zu lernen.

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