Paul Trappen – Der stärkste Mann der Welt

Paul Trappen galt zu seiner Zeit, d.h. in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, als stärkster Mann der Welt. Er beeindruckte mit kraftstrotzenden Demonstrationen und sorgte damit für großes Aufsehen im In- und Ausland. Geboren wurde er im Jahr 1887 in Heidweiler, in der Eifel, als Sohn eines Bauern. Später zog er als Lehrling des Metzgerhandwerkes nach Trier, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1957 lebte.

Seine pure Muskelkraft machte ihn über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt.
Einmal soll er zwei ausgewachsene Ochsen in einem Käfig an einer Kette in die Luft gezogen haben, die zusammen 2.064 Kilogramm wogen. Er schaffte es auch fast drei Zentner einarmig frei Umzusetzen, was auch Konkurrenten staunen lies.
Trappen schaffte es sogar einarmig drei ausgewachsene Männer von über 200 Kilogramm hochzuheben. Nicht nur seine Arme auch die Beine waren sehr muskulös, denn einmal drückte er während er auf dem Rücken lag, ein Brett, auf dem 20 Personen saßen mit den Beinen hoch. Das Gesamtgewicht hat hierbei ca. 1.500 Kilogramm betragen. Weitere übermenschliche Kraftleistungen zeigte er beim Stemmen von ganzen Autos oder von insgesamt 32 Mann, die zusammen 2.370 Kilogramm wogen, und womit er den Weltrekord knackte.

Paul Trappen - einst Stärkster Mann der Welt

Paul Trappen – einst Stärkster Mann der Welt

Aus Trier in die Welt: Eine Bilderbuchkarriere

Diese unglaublichen Leistungen blieben auch den Menschen im Ausland nicht verborgen. So wurde der amerikanische Zirkus „Barnum and Baileys“ auf Paul Trappen aufmerksam und nahmen ihn im Jahr 1913 unter Vertrag. Doch die große Karriere in den USA, wurde jäh vom Beginn des Ersten Weltkrieges in ihren Anfängen gestoppt. Paul Trappen wurde als Soldat in den Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Krieg bereute er den unterzeichneten Vertrag beim Zirkus, denn dadurch war er auf dem Papier gemäß den Olympia-Regeln ein Berufssportler und konnte nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen, die nur für Amateure gemacht waren.Er schaffte es allerdings immer wieder die Olympia-Rekorde zu knacken, die andere Sportler bei den Olympischen Spielen erreichten. So schaffte er es den folgenden Jahren die Olympiasieger bei Parallelwettkämpfen zu übertrumpfen:
  • 1924
  • 1928
  • 1936

Schon vor dem Krieg hatte er Titel als Ringer und Gewichtheber geholt. Im Jahr 1913 wurde er „Deutscher Meister im Schwergewichtheben“ und 1924 holte er sogar den Titel des Europameisters. Damit galt er lange Zeit als „stärkster Mann der Welt“.

Foto aus der Hochzeit von Paul Trappen

Foto aus der Hochzeit von Paul Trappen

Privat lief es für Trappen ebenfalls gut, denn er heiratete 1911 Susanne Dier, die als Tochter eines Maurers ebenfalls aus Trier stammte. Gemeinsam wurden sie Eltern von drei Kindern, Anna, Katharina und Josef. Seine sportliche Aktivität hielt in sehr lange fit und so schaffte er als Großvater mit 50 Jahren sogar den Seniorenweltrekord.

Paul Trappen als bekannte Trierer Persönlichkeit

Paul Trappen war eine beliebte Persönlichkeit in Trier. In den 1920er Jahren eröffnete er als Gastwirt das Trierer „Rippchenhaus“ in der Simeonstrasse. Dies wurde durch seine deftige Hausmannskost, die sehr viel Fleisch enthielt, über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Gäste liebten und schätzen Spezialitäten, wie z.B. Eisbein, Rippchen und Leberklöße.

Weil das „Rippchenhaus“ so gut angenommen wurde, eröffnete er später auch noch den „Eifeler Hof“ in der Brückenstraße. Er selbst legte Wert auf eine sehr proteinreiche Ernährung.

Es wird erzählt, dass er zum Frühstück zwei Pfund Hackfleisch und zehn Eier verdrückte. Im Laufe des Tages nahm er weitere üppige Fleischmahlzeiten ein.

Er liebte den Moselwein und den Trierer Viez und ab und zu trank er auch mal gewürztes Rinderblut. Dies unterstützte natürlich den Mythos um seine Person und seine übermenschlichen Kräfte.

Dokument aus dem Archiv: Paul Trappen in Aktion

Dokument aus dem Archiv: Paul Trappen in Aktion

Paul Trappen, zum einen bekannt dafür über eine enorme Muskelkraft zu verfügen, und zum anderen liebten die Trierer seine humorvolle und gutmütige Art. Er war ein sehr geselliger Mensch, den selbst seine Konkurrenten schätzten. Es ranken sich einige Anekdoten um den Bauernsohn aus der Eifel. Seine unglaublichen Leistungen hatten auch einen hohen Unterhaltungswert und so konnte es schon sein, dass er ab und zu ein Auto durch sein Festhalten am Wegfahren hinderte. Er hob auch Autos hoch, die vor seinen Gasthäusern parkten oder schob diese auch mal weg, wenn es sein musste. Man kann sich bildlich vorstellen, dass er bei solchen Aktionen sicherlich viele Zuschauer um sich scharte.

Trappen engagierte sich als Sporttrainer und Vereinsfunktionär jahrzehntelang in seinem Verein. Er war es, dem Trier den Ruf als die „Stadt der starken Männer“ zu verdanken hat. Zu seinen Sportschülern gehörten Vogt und Opschruf, die Weltrekorde aufstellten.

Sein Sohn Josef Trappen und Sportler, wie Oswald Junkes, schafften es die Gewichtheberstaffel der Stadt, zu der stärksten in ganz Deutschland zu machen. Paul Trappen war für Trier eine äußerst wichtige Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts, die vielen noch in Erinnerung ist. Er machte nicht nur sich, sondern auch die Stadt Trier weltbekannt.

Auch heute hat man Trappen als bekannte und beliebte Persönlichkeit in Trier nicht vergessen. Im Stadtteil Trier-Nord wurde eine Straße nach ihm benannt. Fragt man heute junge Leute in Trier, haben viele von der Person gehört. Eine Passantin weist uns auf den „Trappenburger“ in einem Trierer Burgerladen hin.

Wir suchen das „Burgeramt“ in der Nagelstrasse, in dessen Eingang das Plakat von Paul Trappen tront, auf dem er zwei Ochsen hebt. „Zu Ehren Paul Trappens haben wir den Trappenburger erfunden: die Masse an saftigen Fleischeinlagen setzen unglaubliche Kräfte frei…“, beschreibt Benedikt Becker, Inhaber des Burgerladens seine Kreation. So lebt die Legende in moderner Gastronomie mit überwiegend jungem Publikum weiter und der Mythos bleibt erhalten.

 

 

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