So wird es diesen Sommer wohl nicht im Palastgarten aussehen.

So wird es diesen Sommer wohl nicht im Palastgarten aussehen.

Der Palastgarten im Herzen der Trierer Innenstadt ist vorallem im Sommer der Inbegriff des „blühenden“ Lebens: Überwiegend junge Leute, Schüler und Studenten treffen sich auf der Grünfläche zum Spielen, Musizieren, Grillen und Biertrinken. Für viele Menschen, die in der Stadt wohnen und keinen eigenen Garten haben bietet sich der Palastgarten als Erholungsort an, an dem man die Sorgen des Alltags für ein paar Stunden vergessen kann.

Doch damit ist nun vorerst Schluss!

Im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, die am 13. Mai zuende ging, waren im Palastgarten 2 Freiluftbühnen aufgebaut, auf denen einige Events ausgetragen wurden. Damit die Pilgerscharen auch in dem zum Teil strömenden Regen während der Events sicher standen, wurden Schottersteine auf die Grünfläche aufgefahren. Das Bild, das nach der Wallfahrt vom Palastgarten bleibt, ist erschütternd. Ein brauner, matschiger Acker. Von der einst satten, grasgrünen Liegewiese sind noch zwei schmale Randstücke übrig geblieben, auf denen gerade ein Bruchteil der täglichen Anzahl an Besuchern Platz finden kann. Der große braune Acker ist mit Bauzäunen umgrenzt.

Die Grasnarbe wurde durch die Massen an trampelnden Pilgern vollkommen zerstört. Das bedeutet, dass nun 2300m² „Acker“ umgepflügt und anschließend neu ausgesät werden muss. Damit der Rasen gut anwachsen kann wird die Fläche deshalb für 3 Monate gesperrt und erst zum nächsten Spektakel in Trier, Brot und Spiele, wieder geöffnet. Dann soll dort ein antikes Lager aufgebaut werden – in der Hoffnung, dass der dann hoffentlich neue Rasen nicht erneut in Mitleidenschaft gezogen wird.

Eine deutlich schnellere Variante, die Fläche wiederherzustellen wäre die Verlegung von Rollrasen. Dieser würde in Bahnen verlegt und bräuchte eine deutlich kürzere Zeit, bis er wieder nutzbar wäre. Dies würde nach Schätzungen allerdings 14.000 € teurer sein. Ein Mehrbetrag, den man seitens des Bistums und der Stadt offensichtlich nicht aufbringen will und kann. Zudem würde der Rollrasen den Strapazen durch die Reitervorführungen im Rahmen der Brot und Spiele nicht standhalten, so erklärte Franz Kalck, Leiter des Grünflächenamtes.

Dies wird die Trierer Bürger jedoch weniger interessieren. Sie möchten im Sommer ihren Trierer Palastgarten als Liege- und Spielwiese nutzen und nicht als Opfer der Heilig-Rock-Wallfahrt dastehen. Hier sollte eine schnelle und gute Lösung gefunden werden, damit die Bürger sich nicht auf den Arm genommen fühlen. Schließlich diskutierte man vor einigen Monaten noch über ein Grillverbot im Palastgarten, unter anderem auch, um die Grünfläche zu schützen. Nun ist die Grünfläche zerstört, nicht durch grillende, saufende Jugendliche, sondern durch Pilger. Es ist nun Zeit auch einmal auf die Bedürfnisse der Einheimischen einzugehen und dafür zu sorgen, den Palastgarten als zentralen Erholungspunkt und Ort der Kommunikation wieder seinen Bürgern zur Verfügung zu stellen.

Kommentare (1)

  • Martin Schmidt

    Soviel Arroganz gegenüber der Bevölkerung und sich dann 2013 über die Kirchenaustritte 2012 wundern…

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