Weg mit den Parkplätzen in der Neustraße in Trier

Die Interessensgemeinschaft Neustraße möchte endlich die vier Parkplätze entfernt wissen, die in der verkehrsberuhigten Straße immer wieder für viel Suchverkehr sorgen. Sie sehen in dem Verhalten der teils rücksichtslosen Autofahrer eine erhebliche Gefährdung für die einzelnen Fußgänger. Außerdem erhoffen sich gerade Geschäftsführer, dass ihre Läden durch weniger Verkehr wieder anziehender auf Kunden wirken. Die Stadt lässt sich derweil Zeit mit der Umsetzung der Idee.

Seit Jahren wird über die Neustraße diskutiert. Während fast alle Geschäftsinhaber die vier Parkplätze streichen wollen, die immer wieder für regen Autoverkehr in der verkehrsberuhigten Straße sorgen, denkt die Stadt Trier über die Folgen eines solchen Vorgehens nach. Baudezernentin Kaes-Torchiani stellte klar, dass man Verkehrssysteme nur mit Bedacht ändern könne. Dies werde nicht über Nacht geschehen. Auch forderte sie vorab Gespräche mit den Anwohnern und den Geschäftsleuten, die in der Neustraße tätig sind. Erst wenn sich die Stadt Trier davon überzeugt habe, dass alle an einem Strang ziehen, werde über eine Streichung der Parkplätze nachgedacht. Die Interessensgemeinschaft Neustraße verwirrt dieses Vorgehen. Immerhin hat die Organisation bereits eine eigene Umfrage durchgeführt. Demnach waren nur zwei Stimmberechtigte gegen die Streichung der Parkplätze. Mit deutlicher Mehrheit haben sich die Geschäftsleute und Anwohner für eine verkehrsberuhigtere Neustraße in Trier ausgesprochen. Aus diesem Grund versteht die Interessensgemeinschaft nicht, warum die Baudezernentin die Umsetzung der Forderung derart hinauszögern will, denn die Interessenslagen sind deutlich positioniert. Hinzu kommt, dass eine Umstrukturierung der Neustraße nicht erst seit einigen Wochen gefordert wird, sondern bereits seit mehreren Jahren. Langsam aber sicher sollte die Stadt Trier wissen, welche Meinung der überwiegende Teil der Geschäftsinhaber vertritt.
Die Grünen nutzen derweil die neu entflammte Diskussion, um das Petitionsrecht in Trier an den Pranger zu stellen. Jeder Bürger hat das Recht, Anregungen, Kritik oder Vorschläge entweder an die Stadt- und Gemeindeverwaltung oder an den Stadtrat zu schicken. In den einzelnen Organen müssen die Anliegen der Trierer Bürger dann bearbeitet werden. Im konkreten Fall der Neustraße soll es so gewesen sein, dass die Stadtverwaltung einfach einen Brief, der an den Stadtrat adressiert war, geöffnet und gelesen hat. Damit verwehrte die Verwaltung dem Volksgremium den Zugang der Post. Aus Sicht der Grünen ist dies nicht zum ersten Mal vorgekommen. Da sie in dem Petitionsrecht eines der wichtigsten Rechte der Bürger sehen, fordern sie die Gründung eines Petitionsausschusses, der sich in Zukunft schnell und transparent um solche Angelegenheiten kümmern soll. Die Grünen wollen aus diesen Beobachtungen Konsequenzen ziehen und in den nächsten Sitzungen über die Ausgestaltung eines solchen Ausschusses mit den anderen Fraktionen diskutieren.
Die Gewerbetreibende und Händler in der Neustraße dürfte dies wohl nicht sonderlich interessieren. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf den vier Parkplätzen, die schnellsten beseitigt werden sollen.

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