Wunderschöne Panorame bietet der Moselsteig
Der Moselsteig ist Deutschlands schönster Fernwanderweg 2016 – ein guter Grund, sich mit dem Steig etwas genauer auseinanderzusetzen und dann aufzubrechen nach Rheinland-Pfalz, um selbst zu erkunden, was den Reiz des Moselsteigs ausmacht.
Dauer: Tagestouren (Insgesamt bei guter Kondition 1-2 Monate)
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll bis schwierig
Distanz zwischen 11 und 24 km

Basisinformationen

Der Moselsteig beginnt in Perl im Saarland und endet am Deutschen Eck in Koblenz, Rheinland-Pfalz. Eine Wegstrecke von 365 Kilometern zieht sich an der Mosel entlang und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 356 Metern. Perl liegt auf 416 Meter über Meeresniveau, während Koblenz nur eine Höhe von 60 Meter über dem Meer hat. Auch wenn dies wie eine gemächliche Wanderung aussieht, täuscht die seichte Steigung doch. Denn der Moselsteig durchquert viele Seitentäler und Zuflüsse der Mosel, sodass man immer wieder Auf- und Abstiege vor sich hat. Ist man nicht so gut zu Fuß oder arbeitet noch an der eigenen Kondition, sollte man sich die Etappe sorgfältig aussuchen. Denn die Bezeichnung Steig trägt der Fernwanderweg nicht zu Unrecht. Trotzdem ist der Moselsteig ganzjährig eine Wanderung wert.

Streckenverlauf

Im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg in Perl beginnt der Moselsteig. Er ist durchgängig mit Plaketten markiert, die fünf gelbe, übereinandergeschichtete Schiefertafeln zeigen. Darunter informiert die Beschriftung MOSELSTEIG, dass man sich wirklich auf dem richtigen Weg befindet. Es werden 24 Etappen vorgeschlagen, die in der Länge zwischen elf und 24 Kilometern variieren. Theoretisch ist es also möglich, den Moselsteig in etwas mehr als drei Wochen zu begehen.

Die Orte des Moselsteigs im Überblick

  • Perl
  • Trier
  • Neumagen-Drohn
  • Bernkastel-Kues ( Halbzeit)
  • Zell,
  • Beilstein
  • Cochem
  • Kobern-Gondorf
  • Winningen
  • Koblenz (Schlusspunkt des Moselsteigs)

Selbstverständlich kann man die Route auch von Koblenz aus beginnen. Der Weg führt durch Wälder, vorbei an den typischen Weinbergen, die die Steilhänge der Mosel säumen. Hier werden direkt am Flussufer entlang und durch die malerischen Städte und Dörfer immer wieder schöne Ausblicke garantieret.

Sehenswürdigkeiten am Wegesrand

Neben den landschaftlichen Schönheiten, die man zu jeder Jahreszeit am Moselsteig entdecken kann, gibt es viele regionale Besonderheiten zu sehen. Diese haben oft den besonderen Charakter des Fernwanderwegs. Dazu zählt an erster Stelle Trier, die älteste Stadt Deutschlands mit ihrem bedeutenden römischen Erbe, das man am besten in der Porta Nigra bestaunen kann, aber auch die Thermen, das Marktensemble und die Kirchen sind einen Blick wert.
Das kleine Dörfchen Beilstein mit seiner alten Bausubstanz steht komplett unter Denkmalschutz und vermittelt einen ganz besonderen Charme. Auch Burg Eltz, die sich wie ein Märchenschloss auf einer Klippe erhebt, ist ein lohnendes Ziel am Wegesrand. Wein ist natürlich ein durchgängiges Thema entlang des Moselsteigs und die Weinberge der Mosel und dem weltbekannten Riesling sind immer wieder Begleiter der Wanderer.
Dabei kommen sie auch durch solch berühmte Lagen wie den Bremmer oder Ellerer Calmont, die nicht nur sehr fotogen sind, sondern auch so manch edlen Tropfen produzieren, den man abends in den vielen gemütlichen Restaurants der Dörfer und Städte an der Mosel verkosten kann.

Die lange Tradition des Weinbaus am Fluss lässt sich nicht nur anhand der uralten Terrassenlagen begutachten, sondern auch das Neumagener Weinschiff, von dem ein Replik an der Peterskapelle in Neumagen-Drohn zu sehen ist und das vor einigen Jahren einen ebenfalls ausgestellten Nachbau erfahren hat, legt Zeugnis ab von der Geschichte des Weins an der Mosel.

Seitensprünge und Traumpfade

Auch abseits des Moselsteigs gibt es einiges zu entdecken. Die sogenannten Seitensprünge und Traumpfade des Fernwanderwegs führen weg vom Fluss und mitten hinein in die landschaftlich sehr reizvollen Gegenden von Eifel und Hunsrück. Pfade und Steige führen zu schönen Panoramen, landschaftlichen Besonderheiten oder versteckt liegenden Gebäuden, deren Wurzeln weit in die Vergangenheit reichen.
Dazu gehört u. a. die Pyrmonter Mühle am Pyrmonter Felsensteig oder die Ehrenburg, die über den Bergschluchtenpfad Ehrenburg zu erreichen ist. Alle Traumpfade und Seitensprünge sind innerhalb eines Tages zu bewältigen. Man lässt sich also nicht auf lange Umwege ein, sondern erkundet das, was links und rechts neben dem Weg liegt. Ideal sind die sehenswerten Um- und Abwege dann, wenn man eine nur lockere Zeitplanung hat. Oder wenn man den Hauptweg doch schneller bewältigt hat als gedacht. Auch für Einheimische lohnen sich die Traumpfade und Seitensprünge, führen sie doch zu oft vergessenen Kleinoden in direkter Nachbarschaft zu so vertrauten Orten. Allerdings sollte man bedenken, dass die Bezeichnungen als Pfade und Steige oftmals wörtlich gemeint sind: Enge Wege, die manchmal steil sind, Felsvorsprünge und auch Leitern sind zu bewältigen und eine gewisse Trittsicherheit ist daher Voraussetzung (siehe Video).

Praktische Tipps

Wandern entlang der Mosel ist etwas für jedermann. Kinder, je nach Ausdauer und Neigung, finden Gefallen an der Landschaft und den Burgen. Einzelne Etappen s

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ind ambitioniert und sollten von Wanderern mit Konditionsproblemen besser gemieden werden. Abgesehen davon gibt es aber quasi keine Einschränkungen zu Begehung außer einer gewissen Trittsicherheit und vielleicht auch Schwindelfreiheit, die man mitbringen sollte.

Die beste Jahreszeit für den Moselsteig

Der Moselsteig ist ganzjährig begehbar und hat in jeder Jahreszeit seinen ganz eigenen Reiz. Während im Frühjahr die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und sich das erste Grün zeigt, lockt der Sommer viele Wanderer und Touristen an die Mosel und es ist längst nicht so ruhig auf dem Fernwanderweg wie in den anderen Jahreszeiten. In den Sommerferien sind auch viele Kinder mit ihren Eltern oder mit Jugendgruppen unterwegs. Hier geht es dann oft laut und fröhlich zu. Ruhiger wird es wieder im Herbst. Dann setzt auch die Weinlese ein und man kann den Winzern und ihren Helfern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die Weinberge und Wälder schmücken sich dann in prächtigen Herbstfarben. Je nach Winterwetter liegt die Landschaft unter einer frostigen Starre, die jedes Detail zum Funkeln bringt. Zu jeder Jahreszeit sind aber feste Wanderschuhe, die im Idealfall auch wasserdicht sind, ein Muss zum Begehen des Steigs.

Unterkünfte und Anreise

Unterkünfte findet man in jedem Ort entlang der Mosel – vom modernen Hotel in altem Gemäuer bis zur privat geführten Ferienwohnung ist alles im Angebot. Auch die Restaurantauswahl entlang der Mosel ist schier unüberschaubar. Hat man eine schwierige Etappe vor sich oder das Wetter meint es an einem Tag nicht gut, kann man viele Etappen mit Bus oder Bahn oder auch mit einem Schiff auf dem Fluss bewältigen und so dem Regen entgehen oder die gelaufene Blase ausheilen lassen.
Der Fernwanderweg entlang der Mosel bietet also immer wieder Gelegenheiten zum Aussteigen, Rastmachen, Erholen und Genießen – es geht nicht nur darum, möglichst alle Kilometer in den vorgeschlagenen Etappen zu absolvieren, sondern darum, die Landschaft, gutes Essen und ein Glas Wein zu genießen, in die Kultur entlang der Mosel einzutauchen und gut erholt und mit schönen Erinnerungen aus dem Wanderurlaub entlang der Mosel nach Hause zurückzukommen.
Weitere Informationen rund um den Moselsteig erhalten Sie >>>hier<<<
Bildquelle: Bigstock

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