Finanzielle Not bei den Trierer Miezen

Bei den Trierer Miezen herrschen sehr große Finanzprobleme. Sowohl der Trainer, als auch die Spielerinnen warten seit Monaten auf ihr Gehalt. Der Verein scheint nicht mehr in der Lage zu sein, die laufenden Kosten für den ohnehin billigen Kader zu decekn. Bereits vor der Saison war eingespart worden, wo es nur möglich war. Der letzte Tabellenplatz mit keinem einzigen Punkt ist ein deutlicher Indikator dafür.

Der Verein der Trierer Miezen, einst einer der besten Handballvereine in der Bundesliga, steht kurz vor dem Aus. Trainer Thomas Happe hat rechtliche Konsequenzen angekündigt, wenn er nicht schnellstens sein Gehalt überwiesen bekommt. Auch die Spielerinnen, von denen einige sogar nur vom Handball leben, warten seit September auf ihren Lohn. Hinzu kommt, dass die Trierer Miezen sportlich sowieso schon am Abgrund sind und mit null Punkten den letzten Platz in der Bundesliga des Damenhandballs einnehmen. Angesichts dieser Probleme erinnert sich wohl kaum noch jemand an jene goldenen Zeiten 2003, als die Trierer Miezen, die zum damaligen Zeitpunkt noch mit deutschen Nationalspielerinnen gespickt waren, die deutsche Meisterschaft nach Trier holten. Zu dieser Zeit spielte man auch noch in der Wolfsberghalle, die meistens ausverkauft war und in der man noch von dem Wort „Atmosphäre“ sprechen konnte. Wenn man heute in der Arena Trier sitzt und ein Miezenspiel verfolgt, erlebt man die gleiche Stimmung wie auf Familienfesten mit der verhassten Schwiegermutter; alle sind still und keiner will auffallen. Die meisten Plätze sind verweist.
2003 war aber nicht nur der Höhepunkt in der Geschichte der Trierer Miezen, sondern auch gleichzeitig der Anfang vom Ende. Der damalige Hauptgeldgeber Edmund Krix zog sich zurück. Der hessische Unternehmer hatte im Großen und Ganzen die Hälfte des Etats gestellt. Er hinterließ eine Lücke, die niemals geschlossen werden konnte und aller Voraussicht auch nicht geschlossen werden wird. Die Folge waren immer größere Beiträge, die durch die Sponsoren gedeckt werden mussten. Nicht selten warteten die Spielerinnen viel zu lange auf ihr Geld. Darunter litt selbstverständlich auf Dauer die Teammoral.

Das Krisenjahr 2010

Die jetzige Lage der Trierer Miezen ist mit der aus dem letzten Jahr vergleichbar. Damals warteten sowohl Trainer, als auch Mannschaft auf drei Gehälter, die einfach nicht bezahlt wurde. Thomas Happe zog vor das Arbeitsgericht. Allerdings wurde die Summe kurz vor dem Gerichtstermin beglichen. Sponsoren hatten mit rund 150.000 Euro ausgeholfen. Wie nun bekannt wurde, mussten die Trierer Miezen aber auch Gelder aus dem aktuellen Etat vorlagern, um die Kosten aus dem letzten Jahr zu begleichen. Dies ist auch der Grund, warum nun schon wieder so große Lücken im Budget herrschen. Wie das Etatloch gestopft werden soll, ist noch unklar. Sponsoren befinden sich zurzeit nur in der Warteschlange, denn keiner möchte sein Geld in einen solch maroden Verein investieren. Eines ist sicher, es müssen tief greifende Veränderungen vorgenommen werden, wenn der Verein der Trierer Miezen überhaupt eine Aussicht auf da Überleben haben möchte.

Im Moment sieht es aber nicht danach aus, denn es fehlt an allen Ecken und Enden. Es scheint so zu sein, dass sich der Bundesliga-Handball in Trier überlebt hat. Das Interesse ist vielleicht einfach nicht groß genug. Dies zu aktzepieren mag schwer fallen, könnte aber letztlich der einzig gangbare Weg sein.

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