Mensa der Uni Trier: Komponentenessen (Bildquelle: facebook by Luize Schrage Wächter)
Trier hat bei einer Bevölkerung von 108.000 Einwohnern drei Hochschulen vorzuweisen, so dass Studierende einen signifikanten Teil der Bevölkerung ausmachen: insgesamt ca. 22.800, was etwa einem Fünftel entspricht. Zwischen Hörsaal und Bibliothek bleibt selten Zeit, zu Hause selbst zu kochen und auch das Geld ist manchmal knapp – wie gut das es Mensas (Anm. d. Red.: jaja – die Mehrzahl von Mensa kann Mensen oder Mensas sein!)! Doch auch so mancher Arbeitnehmer hat keine Zeit, mittags zu kochen und kann oder will es sich nicht leisten, jeden Tag im Restaurant zu speisen. Aber nicht jeder Betrieb hat eine eigene Kantine. Was also tun?

Mensa für alle?!

Das Studierendenwerk Trier betreibt 4 Mensen und 5 Cafés, von denen nur eines, das Bistro A/B am Campus 1, während der Vorlesungszeit abends und samstags Mensaessen anbietet. Das Angebot steht nicht nur Studierenden offen, sondern auch Bediensteten der Universität und Gästen.

Der Status wirkt sich jedoch auf den Preis aus: Studierende zahlen am wenigsten, Bedienstete etwa 50 % – 60% und Gäste etwa 80 – 90 % mehr. Kinder von Studierenden essen in Begleitung ihrer Eltern bis zum elften Lebensjahr gratis.

Man wählt zwischen einem Menü, bzw. Stammessen und dem Komponentenessen, bei dem man Gänge entweder einzeln bestellen oder nach Belieben kombinieren kann. Das Stammessen ist meist die günstigere Variante, dafür werden im Komponentenessen mitunter bessere Zutaten verwendet: Frische Pilze statt Dosenchampignons oder Fleisch von höherer Qualität. Insgesamt werden aber möglichst wenig Convenienceprodukte eingesetzt. Das Angebot ist ausgewogen und abwechslungsreich, jeden Tag gibt es mindestens ein vegetarisches oder veganes Gericht.

An der Frage nach der Qualität des Essen scheiden sich wie immer die Geister, viele sind aber der Ansicht, dass das Essen in den letzten Jahren deutlich besser geworden sei.

Hier eine kleine Übersicht über die Mensen des Studierendenwerks Trier

  • Tarforst (Campus I, Universitätsring): 2-3 Stammessen, davon min. 1 vegetarisch / vegan, Besonderheiten: „KochKür“ (Internationale Spezialitäten), täglich Wok-Gerichte
  • Schneidershof (Hochschule, Ada-Lovelace-Weg): 2-3 Stammessen, davon min. 1 vegetarisch / vegan, große Komponenten- / Beilagenauswahl
  • Petrisberg (Campus II, Behringstraße): 2-3 Stammessen, davon min. 1 vegetarisch / vegan, kleinere Komponenten- / Beilagenauswahl
  • Irminenfreihof: 1-2 Menüs, 1 Komponentenessen, kleine Beilagenauswahl
Ein Stammessen kostet an allen Standorten für Studenten 2,70 €, für Bedienstete
4,35 €, für Gäste 5,50 €.

Jenseits der Mensa – Öffentliche Kantinen in Behörden

Die Mensa ist also nicht nur Studenten zugänglich, auch wenn sie nach wie vor die eigentliche Zielgruppe bilden. Ebenso haben manche Behörden ihre Kantine für ein breiteres Publikum geöffnet. Die Kantine des Finanzamts in der Saarstr. 145 wird zum Beispiel seit 2008 von den Schülerinnen und Schülern der St. Matthias Grundschule mitgenutzt, und auch andere Anwohner aus dem Viertel, häufig ältere Menschen, sind gern gesehene Gäste. Da die Kantine des Finanzamts Trier nicht für so viele Gäste eingerichtet ist wie die Mensa einer Universität, ist natürlich auch das Speisenangebot dementsprechend kleiner. Es gibt meist zwei Hauptgerichte: eins für 4,20 €, das oft aber nicht immer ohne Fleisch ist; das andere für 5,40 €, zu dem es eine Suppe oder ein Dessert oder einen kleinen Kaffee dazu gibt. Speisenauswahl ist weniger vielfältig als an der Mensa, weniger exotisch, eher deutsch und deftig.
Auch die Polizei-Kantine Trier in der Südallee 3 ist der Öffentlichkeit zugänglich, sie hat sogar ein eigene Facebook-Page.

Anders als in der Mensa ist das Angebot allerdings sehr fleischlastig. Es gibt stets nur ein Hauptgericht und ein Angebot der Woche, nur in Ausnahmefällen ist etwas Vegetarisches dabei, von Veganem ganz zu schweigen. Preislich bewegt sich das Angebot zwischen 5 und 10 Euro.
Die Kantine in der Agentur für Arbeit hat von 7.30 – 15.00 für die Allgemeinheit geöffnet. Mittags gibt es vier Gerichte zur Auswahl, die Speisen wechseln wöchentlich. Ein vegetarisches, aber nicht unbedingt veganes Gericht ist dabei. Die Preise liegen zwischen 3,70 € und 7,50 €. Es gibt ein Dauerangebot an Speisen, wie z.B. belegte Brötchen oder Frikadellen mit Pommes Frites, für die man zwischen 1,50 € und 3,60 € bezahlt.

Essen bis der Arzt kommt – Krankenhauskantinen

Es mag manchem seltsam vorkommen, freiwillig ins Krankenhaus zu gehen und sei es auch nur zum Mittagessen. Aber die Kantinen der Trierer Krankenhäuser stehen nicht nur Personal und Patienten offen, sondern auch Besuchern, Anwohnern und Passanten und genießen noch dazu einen exzelenten Ruf! Insbesondere die beiden Kliniken des Mutterhauses der Borromäerinnen in der Feldstraße und in der Theobaldstraße, sowie das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder („Brüderkrankenhaus„)in der Nordallee sind durch ihre zentrale Lage gute Anlaufstellen, aber auch die Kantine des Mutterhauses in der August-Antz-Straße in Ehrang steht jedem offen; werktags von 7.00 bis 16.00 Uhr, sonst von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Mensa der Uni Trier: Komponentenessen (Bildquelle: facebook by Luize Schrage Wächter)

Mensa der Uni Trier: Komponentenessen (Bildquelle: facebook by Luize Schrage Wächter)

Die Kantinen des Mutterhauses bieten neben der gewohnten Klinikkost auch ein „Vitalmenü„: Eine mediterran inspirierte Küche, fettarm und ballaststoffreich, mit viel Gemüse, Rohkost und Vollkornprodukten, manche Gerichte sind vegetarisch. Die Kantinen in der Feldstraße und in der Theobaldstraße haben täglich von 6.30 bis 18.00 Uhr geöffnet, warme Gerichte gibt es ab 11.00 Uhr.
Im „domus culinae„, dem „Haus der Beköstigung“ im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier bemüht man sich nach eigenen Angaben ebenfalls, auch gesunde Speisen anzubieten. An Vegetarier wird dabei allerdings nur manchmal gedacht, an Veganer höchstens zufällig. Wochentags gibt es vier Menüs zur Auswahl, wobei 3 Menüs je 5,90 €, eines 7,90 € kosten, am Wochenende zwei Menüs aus der günstigeren Preiskategorie. Die Hauptkomponente der günstigeren Menüs kann auch einzeln bestellt werden und kostet dann nur 2,70 €. Die Kantine hat von 6.30 bis 19.00 Uhr geöffnet, Frühstückskomponenten können einzeln gekauft und frei kombiniert werden.

Sieger im Preis-Leistungs-Check

Besonders für Studierende ist das Angebot der Mensen des Studiwerks wegen des Preisnachlasses unschlagbar günstig. Dabei bietet die Mensa, außer im Irminenhof, eine sehr viel größere Auswahl als die Kantinen, speziell für Vegetarier und Veganer, und das bei überraschend guter Qualität: es wird auf Regionalität und Fair-Trade geachtet und auf Zusatzstoffe gänzlich verzichtet. Das Mensaessen ist damit sicherlich gesünder als selbst das Essen in der Krankenhauskantine. Auch wer kein Student ist, und daher in den Mensas mehr zahlt, ist immer noch besser bedient als in mancher Kantine, auch wenn der Preisunterschied nicht mehr so signifikant ist.
Ein Manko gibt es allerdings: die Mensas haben nur mittags geöffnet, ca. von 11.30 – 13.30 Uhr, die zugehörigen Cafeterias etwas länger. Hier punkten ganz klar die Krankenhauskantinen mir den längsten Öffnungszeiten. Faktoren wie räumliche Nähe, persönlicher Geschmack oder Atmosphäre können in eine Beurteilung nicht einbezogen werden – da muss jede/r selbst entscheiden. Kann man auf große Auswahl und Abwechselung verzichten und möchte ohnehin lieber Hausmannskost, sind Kantinen sicher eine Option, zumal manche mehr in der Innenstadt liegen. Preis-Leistungs-Sieger bleibt aber die Mensa.

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