Lehrlinge sind für Unternehmen nicht leicht zu finden

Die Schüler in der Großregion Trier können mit viel Zuversicht die Schulen verlassen und auf den regionalen Arbeitsmarkt drängen, denn die Ausbildungschancen sind so gut wie lange nicht mehr. Lehrlinge werden in den meisten Unternehmen händeringend gesucht. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit ungefähr 3,5 Prozent denkbar gering und es gibt kaum Schüler, die keine Lehrstelle finden können, obwohl sie sich richtig ins Zeug legen. Alles in allem können alle Beteiligten in der Region durchaus zufrieden sein. Dennoch haben einige Unternehmen in der Großregion Trier das Problem, dass sie keine geeigneten Lehrlinge für ihre Betriebe finden können. Nicht selten klagen die jeweiligen Firmen über eher leistungsschwache potenzielle Lehrlinge. Oft fehlt es bei Schulabgängern an Grundkenntnissen und Grundfähigkeiten in Mathematik und Deutsch. Darüber hinaus sind viele unzuverlässig und nicht diszipliniert genug, um sich einwandfrei in die Unternehmensabläufe zu integrieren.
Dies kann auf der einen Seite als Folge des zunehmend schlechter werdenden Bildungssystems gewertet werden. Auf der anderen Seite entscheiden sich aber immer mehr junge Menschen dazu, weiterführende Schulen oder Hochschulen zu besuchen. Heutzutage liegt in der Region Trier das Durchschnittsalter der Lehrlinge, die ihre Ausbildung beginnen, bei über 19 Jahren. Wenn man sich vor Augen hält, dass eine Ausbildung schon nach dem Abschluss der Realschule Plus angefangen werden kann, ist dieses Durchschnittsalter sehr hoch. Die Jugendlichen suchen immer häufiger den Weg über weiterführende Schulen. Viele Experten merken hier allerdings an, dass dies vielen jungen Menschen überhaupt nichts nützen würde. Vielmehr sollten diese sich auf eine solide praktische Ausbildung konzentrieren, die auch in der heutigen Zeit noch Karriereaussichten bereit halten kann. Schließlich lässt sich in den meisten handwerklichen Berufen eine Meisterprüfung ablegen und nicht selten bietet sich einem später die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen.

IHK, HWK und Agentur für Arbeit fördern Jugendliche

Die Industrie- und Handelskammer  Trier, die Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit setzen sich seit einiger Zeit verstärkt dafür ein, leistungsschwächeren Jugendlichen auf die Beine zu helfen. So werden beispielsweise ungefähr eine Millionen Euro bereit gestellt, damit junge Lehrlinge Nachhilfe in relevanten Schulfächern erhalten. Alle drei Institutionen sind bestrebt, die Lehrlinge nicht alleine zu lassen, denn alle drei sind sich einig, dass der Grundstein des Lebens in den Jahren von Ausbildung und Lehre gelegt wird. Jeder Mensch muss eine grundsolide Bildung genießen, damit er autark auf dem Arbeitsmarkt existieren kann. Nur dann ist es möglich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aus diesen Gründen ist es durchaus sinnvoll, Geld in die Ausbildung von Jugend und Lehrlingen zu investieren.
Des Weiteren sollte eventuell darüber nachgedacht werden, welchen Stellenwert eine Ausbildung in unserer heutigen Gesellschaft genießt. Oft wird den jungen Menschen suggeriert, dass man nur noch mit Hochschulabschluss sein Leben sorgenfrei verbringen kann. Nicht selten entsteht der Eindruck, dass nur die leistungsschwächeren Menschen auf eine Ausbildung zurückgreifen. An dieser Stelle wäre vielleicht eine Aufwertung oder eine bessere Aufklärung nicht schlecht.

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