Basilika Trier

Basilika Trier

Die Lage der Konstantinbasilika

Zwischen Dom und Kaiserthermen, in der südöstlichen Ecke Triers liegt die Konstantinbasilika, die in der Spätantike zum kaiserlichen Palastbezirk gehört hat. Der mächtige Ziegelbau ist der Überrest des Palastbezirks und beherrscht bis heute das Stadtbild Triers.

Das Aussehen der Konstantinbasilika

Die Basilika besteht aus einer großen, rechteckigen Halle, wobei an der nördlichen Schmalseite eine Apsis angefügt ist. An der platt geschlossenen Südwand befand sich früher ein querliegender , 12m breiter  Vorbau, der 1983 freigelegt und konserviert wurde. Von den rahmenden Säulenhallen sind im Bereich des Basilikavorplatzes Mauerreste freigelegt worden, die zeigen, dass der Hauptbau nicht frei gestanden, sondern Teil der weitläufigen Palastanlage gewesen ist. Das heutige Erscheinungsbild der Basilika gibt daher auch nicht den antiken Eindruck wieder, da der Ziegelbau ursprünglich auch verputzt und farbig gestrichen war.

Durch eine Reihung hochaufragender Arkaden, werden Wandflächen und Apsis in viele gleichmäßige Teile gegliedert. Besonders schön anzuschauen, sind die reich verzierten Fenster der Basilika. Diese wurden zwar neu gemacht, sind in ihrem Stil aber an die alten Originalfenster angelegt. Zu diesen Fenstern in der Basilika gibt es noch ein entscheidenes Detail, das man, wenn man es nicht weiß, schnell übersieht. Die Fenster in der Apsis der Basilika sind kleiner als die, die in den Seitenwänden angebracht sind. Dieser Trick führte dazu, dass der Kaiser, der auf dem Thron in der Apsis saß, größer wirkte, weil seine Proportionen im Verhältnis zu den Fenstern größer waren. Dieser Effekt sollte jedem Abgesandten, der die Basilka betrat, vor Augen führen, dass er sich hier in der Gegenwart des Kaisers aufhält.

Basilika Trier

Basilika Trier

Der Bau der Konstantinbasilika

Der Baubeginn der Basilika ist nicht mehr genau festzulegen. Dennoch ergaben Untersuchungen, dass die heutige Kirche auf vorangegangenen Bauwerken steht. Es wurde ein Straßenzug nachgewiesen, der im 1. Jahrhundert bebaut wurde. Im darauffolgendem Jahrhundert wurde die Straße mit einer einschiffrigen Halle überbaut, der im 3. Jahrhundert eine Heizung beigefügt wurde. Dieser Bau wurde aber wieder für die Errichtung der Konstantinbasilika niedergelegt. Außerdem wurden im Mauerwerk der Konstantinbasilika Münzen entdeckt, die belegen, dass der Bau der Konstantinbasilika erst im ersten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts begonnen haben kann. Eine weitere Münze unter dem Fußboden, die aus dem Jahre 341 stammte, beweist, dass die Basilka zu Konstantins Lebzeiten gar nicht mehr fertig geworden ist. Dieser verstarb 337.

Der Name Basilika wurde dem Gebäude erst im 19. Jahrhundert verliehen. In der Antike sprach man von einem „Palatium“, denn die Römer erbauten dieses imposante Gebäude als Palasthalle für ihren Kaiser.

Das Innere der Konstantinbasilika

Die Innenausstattung der Konstantinbasilika

Im Inneren der Basilika sucht man vergebens nach pompösen Dekorationsgegenständen. Die reine Größe des Raumes reicht aus, um selbst den Besuchern heutzutage, ein wenig Ehrfurcht einzuhauchen. Mit der angrenzenden Apsis zusammen, kommt die Basilika auf eine stolze Länge von 67m. Gleichzeitig ist sie 27m breit und 33m hoch. Mit dieser enormen Höhe ist sie in der Lage, die komplette Porta Nigra in sich aufzunehmen. Ein besonderes Merkmal der Basilika ist sicherlich die hölzerne Kassettendecke, die von unten betrachtet eher klein wirkt. Jedoch ist dies ein Trugbild, dass aufgrund der Höhe entsteht.  In Wirklichkeit könnte man in jeder Kassette relativ bequem ein Kinderzimmer einrichten.

Das Heizsystem der Konstantinbasilika

Durch diese enormen Ausmaße der Basilika mussten sich die Römer auch etwas Besonderes für das Aufheizen einfallen lassen. Sie entwickelten einen doppelten Boden, sodass warme Luft durch einen Freiraum zwischen den Böden zirkulieren konnte. Ebenfalls ließ man die warme Luft an den Seitenwänden durch hergestellte Schächte ziehen, damit die Seitenwände erhitzt wurden, um als zusätzliche Heizkörper zu dienen.

Die Funktionen der Konstantinbasilika

Die Basilika diente nicht nur dem römischen Kaiser als Regierungssitz, sondern auch dem fränkischen König, der seinen Thronsaal in der heutigen Kirche einrichtete.

Basilika Trier von außen

Basilika Trier von außen

Im Laufe der Geschichte wanderte die Basilika durch Schenkung in den Besitz des Erzbischofs von Trier, der seit dem 13. Jahrhundert in eben diesem Gebäude residierte. Als Erzbischof Metternich den Bau des Kurfürstlischen Palais begonnen hatte, wurden Teile der Basilika abgerissen, um Platz für die neue kurfürstliche Residenz zu schaffen. Unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV wurde die Basilika wieder rekonstruiert. 1856 wurde das römische Gebäude dann der evangelischen Gemeinde übergeben und ist seitdem eine evangelische Kirche.In den Wirren des zweiten Weltkrieges brannte die Basilika fast ganz aus. Die Rekonstruktionsarbeiten wurden 1956 abgeschlossen.

Die Konstantinbasilika heute

Heute begeistert die Basilika viele Touristen jährlich, die sich an der majestätischen Ausstrahlung erfreuen. Dieses Gebäude ist sicherlich einzigartig und sollte auf jeden Fall besucht werden, wenn  man sich in der ältesten Stadt Deutschlands aufhält.

Kommentare (2)

  • Tobi91

    Hi Trier.com-Team,

    ich wohne selbst in Trier und finde es gut, dass endlich mal eine vernünftige Seite zu meiner Heimatstadt gemacht werden soll. Trier.de ist mir persönlich etwas zu langweilig gestaltet. Ich bin auf eure Videos gespannt!

  • Die Igeler Säule • Trier.com

    […] Im Mittelalter hielt man die Dreifigurengruppe auf der Frontseite für eine Darstellung der Hochzeit der Helena mit Constantius Chlorus, dem Vater Konstantins des Großen. […]

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