Die Jura-Privatakademie kann ihren Dienst nicht aufnehmen

Eigentlich sollte zum kommenden Sommersemester die Jura-Privatakademie auf dem Petrisberg ihre Pforten für die geistige Elite öffnen. Allerdings ist dies nicht der Fall, da das Konzept nicht umsetzbar ist. Vor allem die hohen Kosten des Studiums sind nicht zu bewältigen. Zudem findet allem Anschein nach, keine Zusammenarbeit zwischen Universität und der Privatakademie statt. Die Elite in Trier muss wohl weiter warten.

Die Jura-Privatakademie auf dem Petrisberg sollte die neue Attraktion zum Sommersemester 2012 in Trier werden. Die so genannte Elite sollte dort eine extravagante Ausbildung in Bezug auf die Rechtswissenschaft erhalten. Die Idee dahinter war ganz einfach: Beschäftige dich den ganzen Tag mit Jura und du wirst unweigerlich ein guter Jurist. Die Studenten sollten die Universität Trier besuchen und im Anschluss in ihrer eigenen kleinen Privatakademie weiterlernen. Vor allem Kamingespräche, dieser Begriff scheint für eine Elite prägend zu sein, sollten die zukünftigen Juristen erster Klasse fördern und fordern. Letztlich sollte ein Hauch von Oxford und Harvard nach Trier gebracht werden.
Die Realität sieht allerdings anders aus: Trier scheint nicht bereit zu sein mit Oxford in den Wettbewerb zu gehen. Die Privatakademie wird in diesem Jahr auf gar keinem Fall ihre Toren öffnen. Das Konzept hat sich als vollkommen untauglich gezeigt. Vor allem die hohen Kosten können von den Studenten nicht bezahlt werden. Auch die Stiftung, die gegründet wurde, um Geld für Stipendien zu sammeln, konnte ihrer Aufgabe nicht nachkommen. Wirft man überhaupt mal einen Blick auf die Jura-Privatakademie zeigt sich, dass das Projekt anscheinend nicht die geistige, sondern die „Finanzelite“ ansprechen soll. Anders ist das Finanzierungsprogramm der Akademie nicht zu deuten, denn 25.000 Euro pro Jahr ist ein Betrag, den man sich wohl nur dann leisten kann, wenn man „einigermaßen gut“ verdient. Da die meisten Studenten dieses Geld wohl eher nicht aus eigener Tasche bezahlen können, scheint die Jura-Privatakademie grundsätzlich junge Menschen aus wirtschaftlich gut gestellten Elternhäusern anzusprechen. Demnach schließt sich hier der Kreise, dass wohl eher nicht die geistige Elite, sondern die finanzielle Elite angesprochen ist.
Aber dieser Vorwurf ist sicherlich zu verkraften. Viel schwerwiegender könnte die mangelnde Zusammenarbeit mit der Universität Trier sein. Schließlich hat diese ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern untersagt, an der Jura-Privatakademie mitzuwirken. Dieser Umstand zeigt sehr deutlich, dass die Universität nicht sonderlich angetan von der neuen Schule der Superreichen ist. Schließlich suggeriert diese auch, dass in Zukunft die intelligenten Jurastudenten an der Privatakademie lernen, an der es gute und komfortable Dozenten gibt, während „die anderen“  nur die Universität besuchen können, die ohnehin nur mittelmäßiges Personal aufbieten kann. Dies möchte sich die Universität Trier zu Recht nicht gefallen lassen.

In der nächsten Zeit wird das Gebäude der Privatakademie übrigens als normales Studentenwohnheim genutzt werden. Ob sich dies noch einmal ändern wird, entscheidet sich erst den nächsten Jahren. Bis dahin hat Trier vor so genannten „Eliten“ erst einmal Ruhe.

 

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