Insolvenzen in Luxembourg auf einem Rekordhoch

Im vergangenen Jahr mussten knapp 1.000 Unternehmen im benachbarten Luxembourg Insolvenz anmelden. Experten beobachten seit gut drei Jahren den Trend in dem benachbarten Großherzogtum, dass immer mehr Firmen in einem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Die europäische Schulden- und Finanzkrise könnte eine Ursache sein.

Im vergangenen Jahr 2011 sind in Luxembourg fast 1.000 Unternehmen in die Insolvenz geraten. Damit steigt die Zahl der Firmenpleiten in dem kleinen Großherzogtum im dritten Jahr in Folge. Insgesamt lässt sich dieser Trend seit dem Jahre 2007 sehr deutlich verfolgen. Auch wenn die Firmeninsolvenzen von 680 im Jahr 2007 noch einmal auf knapp 600 Pleiten im Jahr 2008 zurückgingen, konnte in der Folgezeit ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden. 2009 waren es bereites knapp 700 Firmenpleiten. In den Jahren 2010 und 2011 wurde es noch dramatischer, indem die 900er Marke deutlich überschritten wurde. Aber Luxembourg steht nicht alleine mit dieser Entwicklung, denn auch in den Nachbarländern Belgien und Frankreich sind die Insolvenzen in den vergangen Jahren deutlich angestiegen. Alles in allem lässt sich die vermutlich auf die immer noch andauernde Schulden- und Finanzkrise zurückführen. Die Region Trier steht in diesem Zusammenhang übrigens deutlich besser da, denn hier sind die Firmenpleiten nicht angestiegen. So sind die Insolvenzen in der Region Trier ebenso um fünf Prozent gesunken wie im kompletten Bundesgebiet. Im letzten Jahr waren es knapp 150 Unternehmen in Trier, die finanziell nicht mehr tragbar waren. Ganz besonders die Pleite des Trierer Stahlwerks hat die Menschen in der Region getroffen.
Dennoch ist es sehr schwierig, die Wirtschaftsstrukturen von Luxembourg mit denen der Großregion Trier zu vergleichen. Vor allem die fast 150.000 Grenzgänger, die täglich nach Luxembourg zu ihrer Arbeit pendeln, sind hierfür ausschlaggebend.

Luxembourg bietet gute Chancen zur Neugründung

Wenn man die Insolvenzen ein wenig näher untersucht, wird man in Luxembourg ein interessantes Phänomen feststellen, dass im gewissen Maße atypisch zu sein scheint. So sind in Luxembourg vor allem Unternehmen von der Pleite betroffen, die älter als fünf Jahre sind. Junge, neue gegründete Unternehmen hingegen, scheinen standfester zu sein. So sind 626 der 961 Unternehmen, die Insolvenz melden mussten, älter als fünf Jahre gewesen. Insgesamt macht das fast einen Anteil von 66 Prozent aus. In anderen Ländern ist die eigentlich genau umgekehrt. Vor allem neugegründete Firmen müssen hier sehr schnell feststellen, dass sie keine ausreichenden finanziellen Strukturen haben. Die Pleite folgt meist noch in den ersten Betriebsjahren. Experten führen diesen Trend in Luxembourg vor allem auf die gute Arbeit der Regierung zurück, die mit ihren Gründungsinitiativen viele und positive Anreize zur Firmeneröffnung setzt.
Wie nicht anders zu erwarten war, sind vor allem Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche von den Insolvenzen betroffen. Eingeschränkt muss festgehalten werden, dass diese Firmen den bei weitem größten Teil der luxemburgischen Wirtschaft ausmachen. Dennoch haben Insolvenzen aus anderen Branchen für heftige Diskussionen und viele mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Vor allem die Pleite des Baukonzerns Socimmo sorgte für Aufsehen, nicht zuletzt, weil 470 Jobs von dieser Entscheidung abgingen.
In der Region Trier ist die Arbeitsmarktsituation derweil so gut wie selten zuvor. Wie bereits oben erwähnt sind die Insolvenzen zurückgegangen. Aber auch die Arbeitslosenzahlen sind weiter auf dem Rückzug, auch wenn diese immer wieder beschönigt werden.

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