Im Dom von Trier findet sich ein heiliger Rock als Reliquie: der Leibrock Jesu Christi. Vier Soldaten waren es, die Jesus ans Kreuz nagelten und anschließend seine Kleider gerecht unter sich aufteilten. Nur den Leibrock mochten sie nicht beschädigen, denn er war komplett aus einem Stück gewebt, so dass er ihnen zu kostbar erschien und sie ihn unter sich verlosten.
Ein heiliger Rock ist nach dieser Begebenheit für einige Jahrhunderte nicht belegt, ebenso wenig wie sich die Frage beantworten lässt, ob es sich tatsächlich um den Leibrock Jesu handelt. Dies liegt an seiner wechselvollen Geschichte und der nicht immer ganz vorteilhaften Behandlung, der er in den Jahrtausenden ausgesetzt war.

Eine weite Reise: Ein heiliger Rock kommt nach Trier

Im Trierer Dom wird der heilige Rock alle 50 Jahre ausgestellt.

Im Trierer Dom wird der heilige Rock alle 50 Jahre ausgestellt.

Nach Trier soll der heilige Rock mit der Kaisermutter Flavia Iulia Helena, der Mutter Konstantin des Großen, gekommen sein. Dies klingt zumindest vor dem Hintergrund plausibel, dass sie auch diejenige war, die das Grab und Kreuz Christi gefunden haben soll. Ein heiliger Rock findet in den alten Berichten allerdings keine Erwähnung. Sicher belegt hingegen ist, dass die Reliquie am 01.05.1192 vom West- in den Ostchor, in einen neuen Hochaltar, verbracht worden ist. Der Öffentlichkeit zugänglich wurde der heilige Rock im Jahr 1512, als Kaiser Maximilian I. den Rock zu sehen wollte und dadurch das Volk zum Aufbegehren brachte, das ebenfalls einen Blick auf das Tuch werfen wollte.

Der Gedanke zählt

Der heilige Rock ist seit diesem Ereignis im Jahr 1512 das Ziel zahlreicher Wallfahrten gewesen. Für die Gläubigen ist die Frage, ob eine Reliquie wie ein heiliger Rock echt ist, weniger wichtig als das, wofür sie steht: Das Leben und Leiden Christi für die Menschheit und hier speziell vor allem die Kraft Gottes, die gesamte Christenheit zu einer Einheit verbinden zu können. Es spielt deshalb für die Gläubigen auch keine Rolle, dass sich bei zahlreichen Ausbesserungen anlässlich der Wallfahrten verschiedene Stoffschichten um das heilige Tuch gelegt haben, so dass ein echter heiliger Rock, dessen Tuch zeitlich tatsächlich ins erste Jahrhundert datieren könnte, gar nicht mehr zu sehen wäre.

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