Bleibt das Haus des Jugendrechts nichts weiter als eine wohlklingende Idee?

Das Haus des Jugendrechts ist seit nunmehr vier Jahren in Planung und sollte eigentlich bereits im Jahr 2009 eröffnet werden. Ziel der Einrichtung ist die Unterbringung aller wichtigen Institutionen mit Bezug auf die Jugendkriminalität in unmittelbarer Nähe zueinander. Auf diese Weise soll die Zusammenarbeit gestärkt werden, damit man Jugendliche in Zukunft besser abstrafen und sanktionieren kann.

Das Hauptproblem der Jugendkriminalität in Deutschland ist der Umstand, dass viele junge Kriminelle nicht direkt zur Rechenschaft gezogen werden. Prozesse beginnen in vielen Fällen erst Monate nach der eigentlichen Tathandlung. Hintergrund für dieses Problem ist die große Überforderung vieler Richter, die so viel Arbeit auf ihren Schreibtischen vorfinden, dass sich einige Akten hinten anstellen müssen. Psychologen warnen davor, dass damit der spezialpräventive Charakter der Strafe verloren geht. Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich, dass junge Kriminelle schneller vor dem Richter erscheinen. Schließlich müssen gerade diese Straftäter wieder auf den rechten Weg finden, damit ihnen kein Leben weit weg des Gesetzes schmackhaft gemacht wird. Um dies zu ermöglichen, soll in Trier ein Haus des Jugendrechts eingerichtet werden. In einem alten Kasernengebäude in Trier-West sollen alle notwendigen Institutionen von Staatsanwaltschaft über Polizei bis hin zur Jugendhilfe auf ungefähr 2000 Quadratmetern untergebracht werden. Auf diese Weise sollen die Abläufe der einzelnen Institutionen schneller und effizienter ineinander übergreifen.
Allerdings scheint das Haus des Jugendrechts in Trier unter den selben Symptomen zu leiden, wie das eigentliche Problem, das damit behoben werden sollte. Seit nunmehr vier Jahren warten alle Beteiligten auf den Startschuss für das gemeinsame Programm. Allerdings drängen sich immer neue Pannen auf, die eine Eröffnung, die bereits für das Jahr 2009 angesetzt war, verhindern.
Im Moment macht vor allem der Mietvertrag Ärger, der noch immer nicht unterschrieben ist. Fraglich ist, warum dies der Fall ist. Gerade der Mietvertrag gehört zu den fundamentalen Dingen des Projekts. Man fragt sich schon, wie man vier Jahre auf eine Eröffnung einer gemieteten Immobilie hinarbeiten kann, ohne die unwichtigen Details eines Mietvertrages geregelt zu haben.
Baudezernentin Kaes-Torchiani, deren Kompetenz ohnehin hin und wieder angezweifelt wird, gab an, dass sie damit nichts zu tun habe. Vielmehr obliege der Bürgermeisterin diese Aufgabe. Diese sieht aber anscheinend kein Problem in der Sache und versicherte, dass man den Mietvertrag rechtzeitig unterschreiben werde. Demnach soll der neue Zeitplan einen Einzug im Mai vorsehen. Damit könnte dann die scheinbar unendliche Geschichte der Entstehung des Haus des Jugendrechts beendet werden. Ob dies wirklich der Fall ist, wird sich zeigen. Zumindest ist nun, gerade wegen der langen Wartezeit, vor allem die Vorfreude auf diese Einrichtung geweckt. Schließlich ist Vorfreude die schönste Freude.

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