Rückblick auf das Geschehene

Am 22. November 2012 wurde eine 70 Jahre alte Frau von einem umfallenden Baum getroffen und dabei tödlich verletzt. Ein 59 jähriger Passant kam ebenfalls zu Schaden und eine Gruppe von Schülern konnte dem Unglück gerade noch entgehen. Zuvor hatte ein Baumkontrolleur der Stadt Trier die 18 Meter hohe, marode Kastanie am 1.10.2012 untersucht und aufgrund seiner Feststellungen eine weitere Untersuchung vorgesehen.

Diese Nachuntersuchung fand jedoch nicht wie geplant statt. Nach Angaben des 53 jährigen Kontrolleurs, habe er die Dringlichkeit der Nachuntersuchung falsch eingeschätzt. Zudem läge in der Stadt Trier die Verantwortung von 1000 Bäumen bei gerade mal zwei Mitarbeitern. Die Arbeitsbelastung sei aufgrund dessen so hoch, dass die Prioritäten falsch gesetzt worden seien, was zum Unglück geführt habe. Diese Überlastung habe man der Stadt Trier auch schon mehrfach vorgetragen. Die Stadt Trier gab dagegen an, es habe keine Hinweise auf eine derartige Gefahr gegeben. Die Eintragungen der Kontrolleure widerlegen diese Aussage jedoch. Hinweise hat es gegeben; was Dezernentin Simone Kaes-Torchiani gegenüber eines TV Senders bestätigte.

Urteil gegen den Mitarbeiter der Stadt verkündet

Knapp ein Jahr später wurde jetzt der Prozess eröffnet. Am Dienstag, den 19.11.2013 gelangte das Amtsgericht Trier zu einem Urteil. Der Kontrolleur der Stadt Trier wurde der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung

Mitarbeiter der Stadt Trier verklagt

Mitarbeiter der Stadt Trier verklagt

schuldig gesprochen. Gericht und Staatsanwaltschaft waren sich einig darüber, dass das Umstürzen der Kastanie hätte verhindern werden können, wenn der 53 jährige Mitarbeiter seiner Pflicht nachgekommen und die geplante Nachuntersuchung durchgeführt worden wäre. Diesen Fehler räumte der Angeklagte auch ein. Er sei derzeit jedoch für 100 Bäume zuständig gewesen. Durch diese Überlastung habe er die Situation verkannt und die Untersuchung anderer Bäume fälschlicherweise vorgezogen.

Staatsanwalt Arnold Schomer beantragte, den Kontrolleur zu einer Geldstrafe von 1800 € zu verurteilen. Das Amtsgericht der Stadt Trier kam der Forderung der Staatsanwaltschaft jedoch nicht nach und verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 4800 €.

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