mobil und bereiten uns Fahrvergnügen, doch der Unterhalt eines Fahrzeugs ist leider auch mit steigenden Kosten verbunden. Mit den Jahren wird selbst ein gut gepflegter Wagen anfälliger für Reparaturen. Zunehmender Verschleiß und der Ausfall einzelner Aggregate können tiefe Löcher in das KFZ-Budget reißen. Wer sein Fahrzeug rechtzeitig an einen Privatkäufer oder einen Gebrauchtwagenhändler veräußert, reduziert das Risiko teurer Werkstattaufenthalte. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für den Verkauf? 

Wann sollte man sein Auto verkaufen?

Ob ein Auto als Oldtimer von wert ist entscheiden viele Faktoren

Ob ein Auto als Oldtimer von wert ist entscheiden viele Faktoren

Der beste Verkaufszeitpunkt für ein Fahrzeug lässt sich nicht allgemeingültig bestimmen. Für verschiedene Marken und Modelle kommen unterschiedliche Zeitpunkte in Betracht. Folgende Faktoren sind bei der Ermittlung des Fahrzeugwerts zu berücksichtigen:

  • Kilometerleistung
  • Zeitwert nach Liste
  • Serviceheft
  • Regionale Nachfrage
  • Heckgestaltung (Kompaktwagen, Limousine, Kombi)
  • Lackfarbe/Lackzustand
  • Optischer Gesamteindruck außen
  • Optischer Gesamteindruck innen
  • Technischer Zustand
    – Antrieb
    – Karosserie
    – Fahrwerk
    – Reifen
  • HU
  • Austauschteile
  • Ausstattung/Zubehör

Auf Basis dieser Parameter kann der Besitzer eines Wagens, ausgehend vom aktuellen Zustand, abschätzen, welchen Preis er für sein Fahrzeug bei Verkauf in zwei oder fünf Jahren erhalten wird. Je weiter der Verkaufszeitpunkt in der Zukunft liegt, desto ungenauer fällt die Prognose aus. Den Erhalt einiger wertfördernder Merkmale hat der Halter selbst in der Hand. So sollte er auf die Einhaltung aller Service-Intervalle und ein gepflegtes Scheckheft achten, da dies dem Käufer eine gute Wartung des Fahrzeugs dokumentiert. Hierzu gehört auch der Austausch defekter und verschlissener Komponenten gegen neue Ersatzteile hoher Qualität. Die Optik des Fahrzeugs kann durch eine gute Wagenpflege nachhaltig aufgewertet werden. Auf andere wertbestimmende Faktoren hat ein Verkäufer allerdings keinen Einfluss. Die Nachfrage nach bestimmten Modellen und nach bestimmten Baujahren kann mit den Jahren zunehmen oder nachlassen. Neue Trendfarben kommen auf und können Fahrzeuge mit auffälliger Lackierung schwer verkäuflich machen. Auch können bis zum Verkaufszeitpunkt optische und technische Mängel auftreten. Besonders negativ auf den Verkaufswert wirkt sich ein schwerer Unfallschaden aus, selbst wenn die Reparatur durch eine Fachwerkstatt vorgenommen und die volle Fahrbereitschaft des Fahrzeugs wieder hergestellt wurde.

Wertzuwachs bei Youngtimern und Oldtimern

Ältere Fahrzeuge können im Wert steigen, sofern sie über die Jahre gut gepflegt und in Schuss gehalten wurden. Die Zahl der sogenannten Youngtimer nimmt unaufhörlich zu. In diese Klasse fallen Fahrzeuge, die vor 20 – 30 Jahren zugelassen wurden. Die Besitzer dieser Autos bewegen die Fahrzeuge oftmals noch regelmäßig im Straßenverkehr. Für gut gepflegte Modelle wie Mercedes-Benz 190, Opel Omega und Ford Granada besteht heute eine große Nachfrage. Den Oldtimer-Status und damit das begehrte H-Kennzeichen erhalten gebrauchte Autos, deren Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt und die alle Voraussetzungen für eine Einstufung als historisches Kraftfahrzeug erfüllen. Der Wertzuwachs ist bei einzelnen Modellen sehr unterschiedlich. Einige gebrauchte Autos wie der Jaguar E-Type oder der Samba-Bus von Volkswagen haben sich als zeitlose Klassiker herauskristallisiert und erreichen heute atemberaubende Verkaufspreise.

Die Zukunft des eigenen Schatzes

Welche der Autos, die derzeit auf unseren Straßen unterwegs sind, werden einmal zu gefragten Klassikern? Kann auch das eigene Auto in 20 oder 30 Jahren einen attraktiven Verkaufserlös erzielen? Klar ist: je weniger Fahrzeuge eines Modells hergestellt wurden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eines Tages Liebhaberpreise gezahlt werden. Dies setzt allerdings voraus, dass Autoklassik-Fans sich für dieses Modell erwärmen werden. Die Erfahrung zeigt, dass längst nicht alle gut erhaltenen Fahrzeuge älteren Baujahrs hohe Verkaufspreise erzielen. Obwohl gebrauchte Autos wie der VW Käfer oder der Citroen 2CV über Jahrzehnte und in hohen Stückzahlen auf den Markt gebracht wurden, werden für gut erhaltene Käfer und Enten heute hohe Preise gezahlt. Der Kult-Status dieser Fahrzeuge in Verbindung mit einer guten Ersatzteilversorgung lässt die Nachfrage weiter steigen. Viele gebrauchte Autos der unteren Mittelklasse, die in den 70er und 80er Jahren von Herstellern wie Fiat und Peugeot verkauft wurden, erzielen hingegen je nach Zustand nur bescheidene Verkaufspreise. Selbst für gut erhaltene Fahrzeuge dieser Ära lässt sich nur schwer ein Käufer finden. Das unscheinbare Design und der fehlende Ersatzteilmarkt drücken hier den Verkaufspreis.

Ist der Preis des Autohändlers realistisch?

Wer den realen Verkaufswert eines Fahrzeugs einschätzen möchte, fühlt sich als Laie überfordert. Es kann sich daher lohnen, kostenlos den Autowert schätzen zu lassen. Eine fachliche Expertise hilft vielen Käufern, denn die meisten befassen sich nicht regelmäßig mit Kraftfahrzeugtechnik und fällen ihr Urteil ausschließlich anhand des optischen Eindrucks. Tatsächlich ist der Zustand der Lackierung ein erster authentischer Hinweis auf Alter und Pflegezustand eines Fahrzeugs. Eine Neulackierung ist teuer und wird vom Verkäufer daher selten vorgenommen. Verborgene Mängel sind so allerdings nicht zu erkennen. Auch der ausgewiesene Kilometerstand muss nicht der tatsächlichen Laufleistung des Wagens entsprechen – Manipulationen des Kilometerzählers sind leicht herzustellen und greifen leider immer mehr um sich. Aussagekräftiger sind da schon die Kilometerstände, die auf Prüfbelegen von TÜV und Werkstatt auftauchen. Unerklärliche Abweichungen können auf ein Zurückdrehen des Kilometerzählers hindeuten. Auch Abnutzungsspuren an Lenkrad, Schalthebel und Sitzen sind leicht zu tarnen. Manche Verkäufer polstern die Sitze auf und tauschen abgewetzte Beläge der Pedalerie aus, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.

Ohne Probefahrt kein Autokauf

In der Wertermittlung ist auch ein neuer oder kaum abgefahrener Satz Reifen positiv zu berücksichtigen. Es lohnt sich immer die Nachfrage, ob vom Verkäufer ein Satz Winterreifen dazu gegeben wird. Ganz wichtig: ohne Probefahrt sollte kein Fahrzeug erworben werden. Lenkung, Gangschaltung und Pedalerie lassen sich erst beim Fahren austesten. Bei Automatik-Fahrzeugen ist auf einen schlupf- und ruckfreien Übergang der Schaltstufen und einen funktionsfähigen Kick-Down zu achten. Manche technische Mängel machen nur in bestimmten Fahrsituationen bemerkbar, daher sollte auf das Fahrverhalten in Bezug auf unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche, Straßenbeläge und Kurven geachtet werden. Ungewöhnliche Geräusche sollten vor einem Kauf durch einen Fachbetrieb abgeklärt werden.

 

Bildquelle: Diana-Andreea Bahrin/Bigstock.com

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