Flughafen Hahn schreibt rote Zahlen

Öffentliche Gelder für den Flughafen Hahn?

Der Flughafen Hahn muss wohl in den nächsten Jahren umstrukturiert werden, denn im Moment leidet der Regionalflughafen unter einer Schuldenlast, die nicht so einfach wieder abgebaut werden kann. Obwohl das operative Geschäft immer wieder jährliche Gewinne erzielt, muss der privat geführte Flughafen viel Geld in die Infrastruktur investieren. Diese Kosten sind auf die Dauer nicht mehr tragbar, denn sie haben insgesamt zu einer Schuldenlast von 123,7 Millionen Euro geführt. Vergleicht man damit den Erlöse aus dem letzten Jahr, der sich auf knappe 60 Millionen Euro belaufen soll, zeigt sich recht schnell, dass der Flughafen Hahn alleine wohl nicht mehr von seinen Schulden befreit werden kann. Demnach wird auf landespolitischer Ebene diskutiert, ob und in welcher Art und Weise der Flughafen Hahn unterstützt werden kann. Immerhin haben Statistiken ergeben, dass der Airport für das Land Rheinland-Pfalz durchaus von großer Bedeutung ist. So werden jährlich Steuergelder in Millionenhöhe durch den Flughafen entrichtet. Die SPD ist anscheinend bereit, öffentliche Gelder in den Flughafen Hahn zu investieren. Allerdings soll der Koalitionspartner, die Partei der Grünen, nicht bereit sein, die akzeptieren zu wollen. Sie vertreten den Standpunkt, dass das Unternehmen sich erst einmal als überlebenstauglich beweisen muss.
Es wäre längst nichts Neues, wenn die Infrastruktur des Flughafens Hahn mit Steuergeldern finanziert werden würde. Dies ist auf den meisten anderen Flughäfen in Deutschland mittlerweile der Normalzustand.

Die Grünen wollen keine Nachtflüge mehr

Die Grünen kritisieren aber auch noch eine weitere Sache, die sie nicht weiter tolerieren möchten. Der Flughafen Hahn verfügt über eine 24 Stunden Fluggenehmigung, die sich auch auf den Frachtverkehr bezieht. Dieser Umstand soll in Zukunft noch besser genutzt werden, denn auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt wurde erst vor kurzer Zeit ein Frachtflugverbot für eine bestimmte Zeitspanne in der Nacht erlassen. Um die dadurch entstandenen Nachteile besser ausgleichen zu können, soll der Flughafen Hahn noch stärker in den Frachtverkehr mit eingebunden werden. Dies ist aus der Sicht der Grünen nicht umsetzbar. Schließlich gefährde diese Genehmigung die Gesundheit der Anwohner, die nachts nicht mehr in Lage wären, Schlaf zu finden. Deshalb macht sich das grüne Lager für eine Einschränkung der 24 Stunden-Genehmigung stark. Aufgrund dieser unsicheren Lage haben bereits einige namhafte Cargo-Unternehmen ausgeschlossen, in Zukunft auf dem Flughafen Hahn zu operieren.

Ryanair plant teilweise Verlegung nach Köln-Bonn

Hinzu kommt, dass der Hauptkunde des Flughafens Hahn, die irische Fluggesellschaft Ryanair, in diesen Tagen Gespräche mit dem Flughafen Köln-Bonn führt. Der irische Billigfluganbieter möchte mit einem Teil der Flotte nach Köln-Bonn umziehen. Schließlich haben Statistiken über die Fluggäste auf dem Flughafen Hahn ergeben, dass bis zu 30 Prozent aus Nordrhein-Westfalen stammen. Ryanair erhofft sich eine weitere Steigerung dieser Zahl, indem man einen Teil der Flüge in Köln-Bonn startet. Bereits in diesem Jahr hat die Billigfluggesellschaft einige Flugverbindungen auf dem Hahn ersatzlos gestrichen. Vor allem die eingeführte Flugsteuer hat das Unternehmen schwer getroffen.
Sollte sich Ryanair entscheiden, dem Flughafen Hahn teilweise den Rücken zu kehren, würde dies den Regionalflughafen sehr schwer treffen. Die Folgen, die sich daraus ergeben könnten, sind noch nicht abzusehen. Selbst eine Schließung scheint dann nicht ausgeschlossen. Vor allem die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bangen um ihren Job am Flughafen Hahn.

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