Rheinland-Pfalz: Flughafen Hahn schreibt auch 2012 rote Zahlen

Die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz muss sich weiter um den Flughafen Hahn im Hunsrück sorgen. Neben dem Nürburgring muss auch der Flughafen in Zukunft weiter mit öffentlichen Geldern unterstützt werden. Ein Gutachten hat ergeben, dass sich der Flughafen Hahn nur mit Einsparungen und Preiserhöhungen in die „Wirtschaftlichkeit retten kann“.

Neben dem Nürburgring hat die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz mit dem Flughafen Hahn im Hunsrück ein weiteres Sorgenkind, denn dieser schreibt seit Jahren rote Zahlen. Grund hierfür sind Altschulden, die vor allem sehr hohe Zinslasten begründen. Die Landesregierung in Mainz hat in dieser Woche ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses hat bilanziert, dass die Flughafen GmbH auch in diesem Jahr die Neuverschuldung durch den Rückgriff auf die Eigenkapitalanlagen decken muss. Selbst nachdem das Land Rheinland-Pfalz den Flughafen Hahn bestmöglich unterstützt hat, muss dieser noch eine Lücke von fast 18 Millionen Euro in diesem Jahr schließen. Aus diesem Grund haben sich die Gutachter mit Möglichkeiten auseinandergesetzt, die sie für sinnvoll für den Flughafen Hahn halten, damit das operative Geschäft wieder schwarze Zahlen schreiben kann.

Einsparungen und Preiserhöhungen am Flughafen Hahn

Die Gutachter schlagen den Verantwortlichen am Flughafen Hahn verschiedene Optionen vor, die, sofern sie den umgesetzt werden, ungefähr zehn Millionen Euro bringen könnten:

Zunächst soll der Flughafen im Hunsrück seine Preise und Gebühren deutlich anheben. In erster Linie würden dann die Gebühren für Bodenverkehrsdienste, Flugsicherung, Technik und Servicearbeiten teurer. Die Mehreinnahmen könnten sich für den Flughafen Hahn hier auf 3,3 Millionen Euro belaufen. Außerdem könnte man laut den Gutachtern darüber nachdenken, die Gebühren in den Parkhäusern und für die Geschäfte im Terminal anzuheben. Auch hier sind laut dem Gutachten weitere vier Millionen Euro zu generieren. Allerdings birgt gerade das Erhöhen der Gebühren die Gefahr, dass der Hauptkunde, die Billigfluggesellschaft Ryanair abspringt und sich einen anderen Standort sucht. Ob dem Flughafen Hahn damit geholfen ist, bleibt fraglich.

Zweitens sind die Gutachter der Meinung, dass man die operativen Kosten um 2,5 Millionen Euro senken kann.

Steuerzahler muss den Flughafen Hahn weiter unterstützen

Obwohl die Gutachter einige Möglichkeiten aufgezeigt haben, wie und in welchem Umfang der Flughafen Hahn mehr Geld generieren kann, würde das die Abhängigkeit vom deutschen Steuerzahler nicht beenden. Der Staat, in diesem Fall die Landesregierung in Rheinland-Pfalz, müsste das Unternehmen weiterhin fördern und fordern.

Das neue Gutachten wirft noch einen weiteren umstrittenen Punkt auf: das Nachtflugverbot. Die Gutachter halten den 24-Stunden Betrieb des Flughafen Hahns für die große Chance, sich im Wettbewerb gegen andere Flughäfen durchzusetzen. Allerdings wehren sich die Grünen im Landesparlament gegen eine solche Nachtflugzone im Hunsrück.

Letztlich bleibt festzuhalten, dass das Gutachten deutlich offen gelegt hat, dass der Flughafen Hahn ein neues Konzept braucht. Wie das aussehen wird, das obliegt nun der Politik in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen am Flughafen. Die Lösung, sofern denn eine gefunden werden kann, sollte schnell erzielt werden, denn sonst könnte sich der Standort Flughafen Hahn bald in „Luft auflösen“.

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