Einzelhandelszentralität in Trier ist gesunken – Weniger Kunden aus Luxembourg

In Trier ist in den letzten Jahren die Einzelhandelszentralität deutlich gesunken. Während diese im Jahr 2006 noch bei beachtlichen 232 lag, hat sie sich nun im Jahre 2011 bei 207 eingependelt. Auch dies ist zweifellos immer noch ein guter Wert. Dennoch scheint die Tendenz aber weiterhin abfallend zu sein und gegen diesen Abwärtstrend muss vorgegangen werden. Die Einzelhandelszentralität gibt das Verhältnis zwischen dem erzielten Umsatz des Einzelhandels und der Kaufkraft der Bürger vor Ort ab. Je höher der Wert liegt, desto besser. Die Einzelhandelszentralität von 207 bedeutet konkret, dass der Handel in Trier doppelt so viel Umsatz macht, wie den Bürgern in der Römerstadt an Geld zur Verfügung steht. Damit ist die Einzelhandelszentralität zudem ein Indikator, wie viele Touristen den Weg in die Stadt an der Mosel finden und wie kaufkräftig diese sind. Vor allem Menschen aus Luxembourg und der Großregion sind in den letzten Jahren gerne nach Trier gekommen, denn die Trierer Innenstadt lockt mit schönen Geschäften und einer attraktiven historischen Kulisse. Dass der Wert der Einzelhandelszentralität dennoch in den letzten fünf Jahren so deutlich gesunken ist, kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Vor allem in Luxembourg ist in den letzten Jahren dahingehend gearbeitet worden, dass die Menschen ihr Geld wieder im Großherzogtum ausgeben. So wurden mehrere neue Einkaufszentren errichtet oder zumindest wurde mit dem Bau begonnen. Damit hat sich Luxembourg in den letzten Jahren zum festen Konkurrenten für Trier entwickelt. Aber auch in der Großregion um die alte Römerstadt herum hat sich einiges getan. So wird im kommenden Jahr mit dem Bau eines Einkaufszentrums in Bitburg begonnen. Dieses soll eine Verkaufsfläche von ungefähr 12.000 Quadratmetern aufweisen können. Bereits jetzt sind marktführende Unternehmen wie Media Markt und H&M mit an Bord. Alles in allem kann man also festhalten, dass die Einzelhandelszentralität von Trier unter der steigenden Konkurrenz in Luxembourg und in der direkten Umgebung leidet.

Dies sollte Anlass zum Nachdenken geben. Eventuell sind neue Projekte von Nöten, damit die Trierer Innenstadt nicht von anderen Einkaufsmöglichkeiten überholt und im Anschluss abgehängt wird. Trier hat gegenüber all den anderen Konkurrenten einen Vorteil: ihre historische Kulisse. Nirgendwo sonst kann man vor den Toren der Porta Nigra oder den Türmen des Doms einkaufen. Diese Spezialität in Trier sollte weiterhin beworben werden. Gleichzeitig kann dies ein Indikator sein, der weiter ausgebaut wird, denn Konkurrenten schlägt man am besten mit einzigartigen Eigenschaften, die diese nicht aufweisen können. Der Stadtrat hofft, durch den Ausbau der Paulinstraße weitere Akzente in der Trierer Innenstadt setzen zu können. Außerdem soll auch die Saarstraße wieder enger in den Mittelpunkt gerückt werden. Ob diese beiden Punkte dafür sorgen, dass sich die Einzelhandelszentralität in Trier wieder erholt ist fraglich.

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