Der günstigste Gebrauchtwagen kann eine Kostenfalle werden, wenn der Käufer sich nicht an einige Grundregeln hält. Der Durchschnittsbetrag, den deutsche Bürger für einen Gebrauchtwagen ausgeben, liegt oft über 8000 Euro. Trotz dieser hohen Investitionssumme neigen die Käufer dazu, sich nicht gründlich auf den Kauf vorzubereiten. Um sich vorzubereiten, ist es notwendig, sich Informationen zu verschaffen, welche Gefahren und Probleme beim Kauf entstehen können.

Der Verkäufer

Der Profi-Verkäufer weiß, dass der Eindruck von den Gebrauchtwagen entscheidend ist. Deshalb werden sie mit speziellen Pflegemittel behandelt und die Spuren vieler Jahre überdeckt. Von dem äußeren Eindruck auf den Gesamtzustand zu schließen, ist ein Fehler. Eine umfassende Kontrolle des Gebrauchtwagens ist notwendig.

Der Verkäufer, der nicht ehrlich spielt, ist daran zu erkennen, dass er Druck ausübt und eine schnelle Entscheidung verlangt, weil der Wagen angeblich morgen verkauft sei. Der Verkäufer redet viel und gerne. Dabei beantwortet er Fragen mit banalen Floskeln oder unpräzisen Antworten, weist auf viele Reparaturen hin und redet Probleme des Motors oder Getriebes klein. Ein verkappter Händler ist daran zu erkennen, dass er mehrere Gebrauchtwagen anbietet, mit roten Nummernschildern arbeitet und nicht der im Brief eingetragene Besitzer ist. Vorsicht bei Personen, die argumentieren, dass sie den Gebrauchtwagen für einen Freund verkaufen. Das können Händler sein, die die Gewährleistungspflicht umgehen wollen. Ein Verkäufer sollte außerdem immer in der Lage sein, Daten und Angaben liefern zu können, was beispielsweise die Ausstattung und letzten Wartungsarbeiten betrifft. Eine weitere wichtige Frage ist: Ist der geforderte Preis überhaupt realistisch? Hier können Preisvergleiche im Internet helfen. Wer sich für ein spezielles Fabrikat, sehr beliebt sind zum Beispiel gerade die Fahrzeuge von Kia, interessiert, der kann sich auch im Netz informieren. Hier gibt es Verzeichnisse, die zu einzelnen Modellen mehr Informationen liefern und so einen gut vorbereiteten Käufer unterstützen.

Die Besichtigung vor Ort

Der Verkäufer muss den Fahrzeugbrief und die Zulassungsbescheinigung II vorlegen können. Stimmen die Daten der Unterlagen mit dem Fahrzeug, zum Beispiel der Fahrzeugnummer, überein? Liegt der Wartungsnachweis ohne Lücken vor?Entsprechen Kilometerstand, die Zahl der Vorbesitzer und die Angaben über Vorschäden mit den Angaben im Inserat überein?
Die Karosserie sollte auf Lackfehler, Profiltiefe der Reifen, und Dellen abgesucht werden. Verdeckte Unfallschäden, Roststellen, Mängel in der Fahrwerkgeometrie kommen so ans Licht. Der Einsatz von Lack kann Unfallschäden überdecken. Das gilt für Karosserie und den Unterboden. Auch ein Blick in den Motorraum und unter den Gebrauchtwagen ist nützlich. Es sollen Rostbildungen und Reparaturspuren unter dem Wagen gesucht werden. Diese können auf Probleme am Radsystem hindeuten. Der Blick in den Motor soll ergeben, dass alle Behälter wie Öl oder Bremsflüssigkeit in Ordnung sind. Der Kilometerstand kann durch einen Blick auf die Reifen oder den durch gescheuerten Bodenbelag bei Gas und Bremse eingeschätzt werden. Sind die Reifen des Gebrauchtwagen abgefahren, aber der Kilometerstand ist niedrig, so liegt der Verdacht auf Manipulation vor. Unabdingbar ist eine Probefahrt. Ist nun alles zur Zufriedenheit des Käufers sollte ein Kaufvertrag über den Gebrauchtwagen abgeschlossen werden.

 

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