Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Luxembourg und Deutschland erneuert

Die Finanzminister aus Luxembourg und Deutschland haben sich auf ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern geeinigt. Aller Voraussicht nach sind diejenigen Pendler, die bis 2040 in Rente gehen möchten, die großen Verlierer des neuen Abkommens.

Die Finanzminister Wolfgang Schäuble und Luc Frieden haben sich auf ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern geeinigt. Dieses betrifft in erster Linie die sogenannten Arbeitspendler, die zwar in Deutschland wohnen, ihrer Arbeit aber in Luxembourg nachgehen. Derzeit sind ungefähr 28.000 Pendler in der Großregion registriert. Das neue Abkommen bezieht sich vor allem auf die Besteuerung der Renten der Grenzgänger. Das alte Doppelbesteuerungsabkommen, das seit 1958 in Kraft ist, sieht vor, dass die Rente, die der Staat Luxembourg bezahlt in Deutschland besteuert wird, wenn der Rentenempfänger eben in der Bundesrepublik sesshaft bzw. wohnhaft ist. Dieses System gilt in der heutigen Zeit als veraltert. Normalerweise müssen die Steuern an den Staat entrichtet werden, der auch die Rente bezahlt. Aus diesem Grund sahen sich die beiden Finanzminister aus den betroffenen Ländern gezwungen, das alte Abkommen zu erneuern. Dabei orientierten sich Wolfgang Schäuble und Luc Frieden an Verträgen, die an die OECD angelegt sind.

Das neue Doppelbesteuerungsabkommen soll im nächsten Jahr in Kraft treten. Dafür ist es jedoch notwendig, dass die Parlamente in Luxembourg und Deutschland die neuen Verträge ratifizieren. Dies soll im Sommer geschiehen.
Experten rechnen damit, dass Personen, die bis 2040 in Rente gehen wollen, von dem neuen Abkommen benachteiligt werden. Die Nachteile könnten sich bis auf 2000 Euro im Jahr erstrecken.
In Deutschland werden vom kommenden Jahr an 66 Prozent der Rentenauszahlungen besteuert. Dieser Wert steigt bis er 2040 bei 100 Prozent liegt. In Luxemburg liegt die Besteuerung seit Anfang an bei 100 Prozent. Wer also 2013 Neurentner wird und beispielsweise 1800 Euro Altersbezüge monatlich erhält, müsste auf 66 Prozent dieses Betrags Steuern zahlen; im Jahr wären das 14 256 Euro. Das ist etwa der Betrag, der in Deutschland bei einem Alleinstehenden steuerfrei bliebe (bei zwei Personen etwa 28 000 Euro). In Luxemburg zahlen Rentner vom ersten Euro an Steuern.

 

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