Löwenapotheke - Die älteste Apotheke Deutschlands in Trier
Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und wurde 16 v. Chr. von Kaiser Augustus gegründet. Als Residenz römischer Kaiser ging die Stadt im Moseltal in die Geschichte ein. Nur Wenige allerdings wissen, dass sich auch die älteste Apotheke Deutschlands in Trier befindet.

Die Historie der Löwen-Apotheke – Wie alles begann

Eine schmucke Fassade aus dem 18. Jahrhundert ziert das Apothekengebäude am Trierer Markplatz. Die Geschichte der Löwen-Apotheke reicht jedoch viel weiter zurück. Kaiser Friedrich II. erließ im Jahre 1241 ein Gesetz, welches es Ärzten fortan untersagte, selbst Arzneimittel herzustellen und eigenmächtig zu vertreiben. Arzneien durften zukünftig nur von Heilkundigen hergestellt und zu gesetzlich vorgeschriebenen Preisen angeboten werden. Als “Apotheke am Graben” wurde die heutige Löwen-Apotheke 1241 erstmals in den Geschichtsbüchern genannt. Der Trierer Domkapitular Friedrich vermachte das sich vor der Domberingmauer befindliche Gebäude dem Zisterzienserinnenkloster Sankt Thomas an der Kyll. Friedrich überließ dem Damenstift nicht nur das Apothekengebäude, sondern auch ein Nebengebäude und einen Weinberg.

Bis 1532 lässt sich urkundlich belegen, dass sich die Apotheke weiterhin im Eigentum des Zisterzienserinnenklosters befand. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts fehlen Belege, die darüber Aufschluss geben, wem das Gebäude damals gehörte. Der historische Faden lässt sich im Jahre 1649 wieder aufnehmen, als der Apotheker Johannes Ruprecht Ellentz die Apotheke seinem Sohn vererbte. Neuer Eigentümer wurde der Hof- und Stadtapotheker Nicolaus Ellentz. Dieser veräußerte schrittweise das Vermögen des Vaters und die heutige Löwen-Apotheke ging an Johann Christoph Orth, dem damaligen Gesellen von Nicolaus Ellentz.

Historische Zweifel werden eingeräumt

Fakt ist, dass Kaiser Friedrich II. mit dem Erlass seines Edikts von Salerno im Jahre 1241 den Apothekerberuf begründete. Die Schenkungsurkunde über die Apotheke am Trierer Markt wird im Stadtarchiv aufbewahrt. Doch Historiker zweifeln, dass die Nonnen im 13. Jahrhundert bereits eine Apotheke nach unseren Vorstellungen betrieben. Die Urkunde ist lateinisch abgefasst und die Bezeichnung “apotheca” stand damals allgemein für einen Lager- oder Vorratsraum. Im pharmazeutischen Kontext wird der Begriff erst in späteren Jahrhunderten gebraucht. Man nimmt an, dass anfänglich Arzneien weiterhin rund um den Dom in Marktbuden angeboten wurden. Niederlassungen von Apothekern sind historisch erst ab dem 14. Jahrhundert belegt.

So zum Beispiel nachweislich geschehen in Prenzlau in der Uckermark im Jahre 1303. Seit dem 16. Jahrhundert hat die Einhorn-Apotheke nachweislich im Gebäude des Damenstifts ihren Sitz. Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich das Gebäude in Familienbesitz der Familie Schmiz. Im ausgehenden 19. Jahrhundert erfolgte die Umbenennung in Löwen-Apotheke und auch wenn die genauen Anfänge des Apothekenbetriebes in Trier wohl in der Geschichte verborgen bleiben, behauptet sich die Löwen-Apotheke, allen Zweiflern zum Trotze, als älteste Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Löwen-Apotheke - Die älteste Apotheke Deutschlands in Trier

Löwen-Apotheke – Die älteste Apotheke Deutschlands in Trier

 

Die Löwena-Apotheke nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahre 1944 wurde das Apothekengebäude schwer beschädigt. Acht Jahre später könnte das Gebäude wieder hergestellt werden. Mitte der 1960er Jahre erfolgte ein groß angelegter Innenausbau, wobei der langgestreckte Putzbau zurückgesetzt wurde. Das Parterre wurde verändert.

Entstanden sind zwei Obergeschosse mit charakteristischen Stockfenstern. Pilaster umrahmen das rundbogige Marktportal. Teil der ursprünglichen Ausstattung ist eine Kölner Decke im Ladenraum. Erhalten blieb auch ein Steinkamin, der aus der Spätrenaissance stammt und zu einem Brunnen umgestaltet wurde. Ein weiterer Trinkbrunnen wurde angeblich aus einem Deckel eines Kindersarkophags aus der Römerzeit gefertigt.

 

Die Löwen-Apotheke heute

Tradition und Moderne verbinden sich im denkmalgeschützten Apothekengebäude. Inhaberin Dr. Elisabeth Schmiz ließ die Apotheke in den Jahren 2012 bis 2014 neu gestalten. Damit beauftragt wurde ein Berliner Architekturbüro. Die Kölner Stuckdecke im Eingangsbereich wurde unverändert belassen. Ahnenbilder der Apothekerfamilie verdeutlichen die historische Bedeutung des Gebäudes für die Stadt Trier und den Apothekerberuf im Allgemeinen. Über die gesamte Gebäudetiefe erstreckt sich der moderne und lichtdurchflutete Verkaufsraum.

Sichtwahlregale säumen die Wände und führen den Besucher zur gläsernen Rezeptur mit Blick in den ebenfalls neu gestalteten Innenhof. In beleuchteten Vitrinen weist die Apotheke auf ihre lange Geschichte hin. Antik muten auch die in den Boden geschriebenen Textbänder an. Weiße Verkaufstische und mit Blattgold belegte Wände komplettieren die nach modernsten Gesichtspunkten konzipierte Einrichtung. Natürliche Materialien und eine klare Linienführung dominieren in der neuen alten Löwen-Apotheke, die zu den bedeutendsten Baudenkmälern in der Trierer Altstadt zählt und den Übergang von Spätrenaissance zu Frühbarock eindrucksvoll verdeutlicht.

Bildquelle: wikimedia-CC-3.0-by-Gerhard Knühl-Löwenapotheke_Trier

Zur Zeit keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine eMailadresse wird nicht veröffentlicht.