Trier hat in Zukunft mit dem Fernverkehr der deutschen Bahn nichts mehr zu tun

Am kommenden Sonntag wird die Deutsche Bahn ihre Ankündigungen, Fernzüge von und nach Trier aus dem Fahrplan zu streichen, in die Tat umsetzen. Damit wird die Großregion um die alte Römerstadt Trier fast völlig vom Fernverkehr abgekoppelt. Dies ist ein Umstand, der nicht nur die Bürger, sondern auch die Politiker in Trier auf die Straße treibt. So gab der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster gestern eine spontane Pressekonferenz vor dem Trierer Hauptbahnhof, in der er seinen tiefen Protest gegen die Streichungen der Deutschen Bahn zum Ausdruck brachte. Er verteilte einen Brief, den er an den Chef der Deutschen Bahn Rüdiger Grube verfasst hatte. Vor allem Kaster war es in der Vergangenheit zu verdanken gewesen, dass ein ICE von Trier bis nach Berlin durchgefahren ist. Dieser Zug startete gestern Morgen zum letzten Mal aus dem Trierer Hauptbahnhof. In Zukunft wird es in Trier so gut wie keinen Fernverkehr mehr geben. Man wird darauf angewiesen sein, mit Nahverkehrszügen bis nach Koblenz, Köln oder Saarbrücken zu fahren. Dort wiederum kann man dann wieder auf Fernverkehrszüge umsteigen. Das einzige Problem an der Sache ist nur, dass Fernverkehrszüge nicht dazu verpflichtet sind, auf Nahverkehrszüge zu warten. Demnach werden viele Menschen, die aus Trier kommen, des Öfteren mit dem Problem konfrontiert werden, dass sie ihren Anschlusszug nicht erreichen. In letzter Konsequenz könnte dies für viele Reisende lange Wartezeiten an fremden Bahnhöfen bedeuten. Die Deutsche Bahn scheint damit kein Problem zu haben, denn für ein Unternehmen solcher Klasse zählt einzig und alleine der Profit. Wenn der am Ende des Jahres stimmt, kann man auch damit leben, dass eine Kulturstadt wie Trier vom Fernverkehr abgekoppelt worden ist.
Bis jetzt konnte man in Trier wenigstens davon ausgehen, dass die Weststrecke in Richtung Luxembourg im Jahre 2015 wieder ins Leben gerufen werden könnte. Nach neuesten Meldungen der Deutschen Bahn wird dies nicht der Fall sein. Man plane frühestens im Jahre 2018 wieder auf der Weststrecke zu fahren. Dieser Umstand hat auch den Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen sehr verärgert, der sich auf direktem Wege an die Landesregierung gewandt hat. Ob dies irgendeinen positiven Effekt haben wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Trier wird mit Maßnahmen solcher Art sicherlich nicht attraktiver. Zudem sei an dieser Stelle noch auf eine Studie hingewiesen. Die Erreichbarkeit der Stadt Trier ist dort im Vergleich mit 80 anderen Städten bewertet worden. Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie gut man die einzelnen Städte in der Bundesrepublik mit dem Zug erreichen kann. Obwohl die neuen Streichungen noch nicht einmal berücksichtigt worden sind, belegte Trier den letzten Platz. Selbst sogenannte Städte wie Chemnitz sind besser zu erreichen.

Kommentare (1)

  • David aus NL

    DB hat 100% Schuld dran. Diese fragt schrecklich viel für eine Fahrkarte und, Kuppelt zuerst Saarbrücken-Trier von Fernverkehrsetz ab. Nur vorausplanen und BahnCard 50 macht Bahnfahren noch bezahlbar, aber weit vorausplanen können nicht alle Leute und 252 Euro für eine BahnCard 50 verlangen ist unverschämt. Daher fahren soviele Leute Auto und bleiben die benötigte Fahrgäste bei der Bahn weg um solche Linien wirtschaftlich zumachen!

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